Neue Studie deutet darauf hin, dass der Verzehr von Mandeln die Blutzuckerregulation und den Cholesterinspiegel bei jungen Menschen mit Prädiabetes verbessern kann

Kristina Bieda

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Forscher*innen kommen zu dem Ergebnis, dass Mandeln als Snack dabei helfen können, den HbA1c-Wert und die Blutfettwerte bei jungen Erwachsenen und Jugendlichen mit Prädiabetes zu verbessern

Modesto, Kalifornien – In den letzten 40 Jahren hat sich die Zahl der Menschen mit Diabetes weltweit vervierfacht.[1] In Deutschland leben aktuell ungefähr 8 Millionen Menschen mit Diabetes, pro Jahr kommen etwa 600.000 Neuerkrankungen hinzu – das entspricht etwa 1600 Neuerkrankungen pro Tag. Dabei hat sich insbesondere die Zahl der Typ-2-Diabetes-Neuerkrankungen bei Jugendlichen in den letzten zehn Jahren verfünffacht, fast ausschließlich bei Personen mit Übergewicht.[2] Was hier helfen kann: Maßnahmen in Form von Lebensstilinterventionen zur Umkehrung dieses Trends, z.B. bei der Nahrungsmittelwahl.

Was die Snackauswahl angeht, können Mandeln Teil einer einfachen – und leckeren – Ernährungsstrategie sein. Eine neu erschienene Studie[3] zeigt, dass Mandeln als Snack dabei helfen können, den Glukosestoffwechsel bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Prädiabetes zu verbessern.

Die randomisierte, kontrollierte klinische Studie sollte die Auswirkungen von Mandeln auf Faktoren wie Stoffwechselstörungen, einschließlich Blutzucker, Fette, Insulin und ausgewählte Entzündungsmarker, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (im Alter von 16 bis 25 Jahren) aus Mumbai, Indien, mit Prädiabetes untersuchen. Bei der Studie handelte es sich um eine randomisierte Parallelstudie mit 275 Teilnehmer*innen (59 Männer, 216 Frauen) mit einem gestörten Glukosestoffwechsel (Prädiabetes). Zu Beginn der Studie wurden das Gewicht, die Größe sowie Taillen- und Hüftumfang gemessen und Nüchternblutproben entnommen. Bei den Teilnehmer*innen wurde außerdem ein Glukosetoleranztest durchgeführt und die Fettzusammensetzung gemessen.

Die Mandelgruppe (n=107) nahm für drei Monate täglich 56 Gramm (ca. zwei Portionen mit jeweils ca. 28 Gramm bzw. ca. 340 Kalorien) ungeröstete Mandeln zu sich. Die Kontrollgruppe (n=112) verzehrte einen herzhaften Snack mit ähnlichem Kalorienwert, der in Indien typisch für diese Altersgruppe ist. Sowohl in der Mandel- als auch der Kontrollgruppe machte der Snack jeweils ca. 20 % der gesamten Kalorienaufnahme aus.

Im Verlauf der Studie wurden die Teilnehmer*innen überwacht, um sicherzustellen, dass sie sich an die Vorgaben bezüglich der Snacks hielten. Am Ende der Studie füllten die Teilnehmern*innen eine Bewertung der Nahrungsaufnahme aus und die gleichen Messungen und Bluttests wie zu Beginn der Studie wurden durchgeführt.

In der Mandelgruppe ist der HbA1c-Spiegel (ein Messwert für die langfristige Blutzuckerkontrolle, der ebenfalls als Diagnosekriterium für Prädiabetes und Diabetes dient) im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich gesunken. Die Verbesserung des Blutzuckerspiegels in der Phase des Prädiabetes kann dabei helfen, die Entwicklung von Diabetes zu verhindern bzw. zu verzögern. Darüber hinaus reduzierten sich bei den Teilnehmer*innen der Mandelgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe das Gesamtcholesterin und der schädliche LDL-Cholesterinspiegel, während der schützende HDL-Cholesterinspiegel aufrechterhalten wurde.

Bei den Messwerten für Gewicht, Größe, Taillen- und Hüftumfang sowie den biochemischen Markern und der Makronährstoffaufnahme gab es von Beginn der Studie bis nach der Intervention keine Veränderungen zwischen der Mandel- und der Kontrollgruppe. Die Entzündungsmarker TNF-α und IL-6 haben sich bei der Mandelgruppe verringert, aber bei der Kontrollgruppe erhöht. Allerdings handelte es sich dabei nicht um ein statistisch signifikantes Ergebnis. Der Nüchternblutzuckerspiegel hat sich bei der Kontrollgruppe im Vergleich zur Mandelgruppe im Anschluss an die Intervention deutlich reduziert. Bei der Mandelgruppe hat sich das Verhältnis zwischen Nüchternglukose und Nüchterninsulin verringert, während es bei der Kontrollgruppe gestiegen ist. Allerdings handelte es sich dabei nicht um ein statistisch signifikantes Ergebnis.

„Veränderungen des Lebensstils, darunter eine bessere Ernährung und Bewegungseinheiten, die auf Jugendliche und junge Erwachsene ausgerichtet sind, bieten das Potenzial, die Entwicklung von Prädiabetes zu Diabetes Typ 2 aufzuhalten. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass es sich nicht um große Veränderungen handeln muss. Bereits zweimal täglich Mandeln als Snack zu sich zu nehmen, kann schon einen Unterschied machen. Die Studienergebnisse sind sehr vielversprechend, da sie zeigen, dass Mandeln den Gesamtcholesterin- und LDL-Cholesterinspiegel sowie den HbA1c-Spiegel innerhalb von gerade einmal 12 Wochen reduziert haben“, so Studienleiterin Dr. Jagmeet Madan, PhD, Professorin und Direktorin am Sir Vithaldas Thackersey College of Home Science (Autonomous) der SNDT Women’s University in Mumbai.
Zu den Einschränkungen der Studie gehört, dass sie nicht als Blindstudie durchgeführt werden konnte. Außerdem können Studien mit einem Eingriff in die Ernährung bei beiden Gruppen Verhaltensveränderungen verursachen, worüber die Teilnehmer*innen während des Rekrutierungsprozesses informiert werden. Um die Auswirkungen des Verzehrs von Mandeln auf die gleichen Messwerte bei anderen Altersgruppen und Ethnien zu erforschen, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Diese Forschungsarbeit schließt sich einer weiteren Studie[4] an, die die potenziellen Auswirkungen des Verzehrs von Mandeln bei jungen Menschen untersucht hat. Forscher*innen der Universität von Kalifornien, Merced, belegten in einer vom Almond Board of California finanzierten Studie, dass für die Studierenden der Hochschule, die auf das Frühstück verzichten, ein morgendlicher Snack in Form von Mandeln eine gesunde Alternative ist. Bei den Studienanfänger*innen (73 Männer und Frauen zwischen 18 und 19 Jahren), die ihr Frühstück vorwiegend auslassen und die ebenfalls einen morgendlichen Snack (entweder Mandeln oder Graham-Cracker) zu sich nahmen, hat sich der Gesamtcholesterinspiegel reduziert und der Nüchternblutzuckerspiegel bei beiden Gruppen verbessert, aber in der Mandelgruppe waren diese Vorteile ausgeprägter. Im Verlauf der 8-wöchtigen Studie konnte bei den Teilnehmer*innen der Mandelgruppe festgestellt werden, dass ihre Körper den schützenden HDL-Cholesterinspiegel besser aufrechterhalten und sie ihre Fähigkeit verbessern konnten, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.
Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer*innen der Mandelgruppe bessere Messwerte mehrerer glucoregulatorischer und kardiometabolischer Gesundheitsindikatoren aufwiesen, darunter:

  • 13 % niedrigere 2-Stunden-Glukosefläche unter der Kurve
  • 34 % geringerer HOMA-Index
  • 82 % höherer Matsuda-Index beim oralen Glukosetoleranztest (OGTT), was eine grobe Schätzung der Insulinsensitivität abbildet. Bei den Teilnehmer*innen der Mandelgruppe hat sich dieser Index beinahe verdoppelt

Besserer Schutz des HDL-Cholesterinspiegels. Beide Gruppen verzeichneten eine Reduktion des HDL-Cholesterinspiegels, wobei sich dieser bei der Mandelgruppe um 13,5 % und bei der Kontrollgruppe sogar um 24,5 % verringerte.

Mandeln liefern Ballaststoffe (12,5/3,5 g pro 100 g/30 g Portion) und 15 essenzielle Nährstoffe (pro 100 g/30 g Portion) wie Magnesium (270/81 mg), Kalium (733/220 mg) und Vitamin E (25,6/7,7 mg), was sie zu einem perfekten, nährstoffreichen Snack für all diejenigen macht, die unter einer beeinträchtigten Glukosetoleranz oder Diabetes Typ 2 leiden.

[1] WHO 2021 Global Diabetes Summit. https://www.who.int/news/item/14-04-2021-new-who-global-compact-to-speed-up-action-to-tackle-diabetes

[2] Deutsche Diabetes Hilfe https://www.diabetesde.org/ueber_diabetes/was_ist_diabetes_/diabetes_in_zahlen

[3] Madan J, Desai S, Moitra P, Salis S, Agashe S, Battalwar R, Mehta A, Kamble R, Kalita S, Phatak AG, Udipi SA, Vaidya RA and Vaidya AB (2021) Effect of Almond Consumption on Metabolic Risk Factors—Glucose Metabolism, Hyperinsulinemia, Selected Markers of Inflammation: A Randomized Controlled Trial in Adolescents and Young Adults. Front. Nutr. 8:668622. doi: 10.3389/fnut.2021.66862

[4] Dhillon J, Thorwald M, de la Cruz N, Vu E, Asghar SA, Kuse Q, Rios LKD, Ortiz RM. Glucoregulatory and cardiometabolic profiles of almond vs. cracker snacking for 8 weeks in young adults: A randomized controlled trial. Nutrients 2018; 10(8): 960. https://doi.org/10.3390/nu10080960.

Über das Almond Board of California
Kalifornische Mandeln machen das Leben besser durch das, was wir anbauen und wie wir es anbauen. Das Almond Board of California fördert natürliche, gesunde und qualitativ hochwertige Mandeln durch strategische Marktentwicklung, innovative Forschung und die beschleunigte Einführung von Best Practices im Namen der mehr als 7.600 Mandelfarmer und -verarbeiter:innen in Kalifornien, von denen die meisten Mehrgenerationen-Familienbetriebe sind. Das 1950 gegründete Almond Board of California mit Sitz in Modesto, Kalifornien, ist eine Non-Profit-Organisation, die eine von den Erzeugern erlassene Federal Marketing Order unter der Aufsicht des United States Department of Agriculture verwaltet. Für weitere Informationen über das Almond Board of California oder Mandeln besuchen Sie Almonds.de oder besuchen Sie California Almonds auf Facebook, Instagram und dem California Almonds Blog.

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