Feuerzeuge werden fast immer über das Gehäuse verkauft. Material, Gewicht, Oberfläche, Gravur. Das ist verständlich, weil man genau das in der Hand hält, geht aber an der Technik vorbei, die darüber entscheidet, ob das Gerät bei Wind funktioniert, bei Frost zündet und nach fünf Jahren noch brauchbar ist.

Unter allen Bauformen stecken im Kern nur zwei Konzepte. Entweder brennt ein getränkter Docht an offener Luft, oder ein Gas tritt unter Druck durch eine Düse aus. Alles andere sind Varianten dieser beiden Prinzipien. Wer sie einmal verstanden hat, kann jedes Modell im Regal binnen Sekunden einordnen, ohne die Verpackung zu lesen.

Dieser Text nimmt drei bekannte Bauarten auseinander und zeigt, was in ihnen steckt. Zippo steht für das Dochtprinzip, Winjet für die einfache Jetflamme, Caseti für den Mehrfach-Jet. Keine davon ist grundsätzlich besser, sie lösen unterschiedliche Aufgaben.

Warum der Brenner die eigentliche Entscheidung ist

Die Flamme ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer Konstruktionsentscheidung, die vor der Zündung getroffen wurde. Entscheidend ist, wann sich Brennstoff und Luft mischen. Geschieht das erst außerhalb der Düse, entsteht eine gelbe, weiche, vergleichsweise kühle Flamme, wie man sie von Einwegfeuerzeugen kennt. Wird die Luft bereits im Inneren zugemischt, brennt das Gemisch heißer, blau und gerichtet.

Wer ein Feuerzeug kauft, entscheidet sich also in Wahrheit für einen Brennertyp, auch wenn im Laden über Marke und Optik geredet wird. Fachlich unterscheidet man vier Bauarten, nämlich Diffusionsbrenner, Teilvormischbrenner, Vormischbrenner und Katalysebrenner. Für den Alltag sind vor allem die erste und die dritte relevant.

Der Docht steht quer zu dieser Systematik, weil bei ihm gar kein Gas beteiligt ist. Er transportiert flüssiges Leichtbenzin durch Kapillarwirkung nach oben, wo es verdunstet und an der Luft verbrennt. Das Ergebnis ähnelt dem Diffusionsbrenner, die Physik dahinter ist eine andere.

Das Dochtprinzip am Beispiel Zippo

Der Aufbau

Ein Benzinfeuerzeug hat keinen Tank im eigentlichen Sinn. Im Inneren des Einsatzes sitzt saugfähige Watte, die das Leichtbenzin aufnimmt und festhält, abgedeckt von einem Filzpolster. Durch dieses Polster läuft der Docht aus Baumwolle nach oben in den Kamin, und genau dieser Kamin ist das eigentliche Konstruktionsmerkmal. Seine seitlichen Öffnungen lassen Luft an die Flamme, schirmen sie gleichzeitig gegen Wind ab und halten die Restwärme nach dem Zünden im Blech.

Gezündet wird über ein Reibrad, das Späne von einem Zündstein aus Cereisen abträgt. Diese Späne entzünden sich an der Luft selbst, weil die Legierung pyrophor ist. Der Zündstein sitzt in einer Hülse unter dem Einsatz und wird von einer Schraubfeder nachgedrückt.

Weitere Meldungen:  Top 10 Werbeartikel für kleine Unternehmen 

Stärken und Grenzen

Leichtbenzin bleibt bei Minusgraden flüssig und verdampft weiter, weshalb Dochtfeuerzeuge im Winter zuverlässiger arbeiten als jedes Butangerät. Dazu kommt die Reparierbarkeit, denn Docht, Watte und Zündstein sind Verschleißteile, die sich in wenigen Minuten ohne Werkzeug tauschen lassen. Ein Gehäuse aus Messing überlebt dieses Verfahren mehrere Jahrzehnte.

Der Preis dafür ist die Verdunstung. Weil der Docht offen im Kamin steht, verliert das Feuerzeug auch ungenutzt Brennstoff und ist nach etwa zwei bis drei Wochen leer, selbst wenn es in der Schublade lag. Wer ein Gerät für den seltenen Gebrauch sucht, greift damit zur falschen Bauart. Die offene Flamme reagiert außerdem empfindlicher auf starken Wind, als der Ruf des Kamins vermuten lässt, und sie ist zu kühl, um eine Zigarre gleichmäßig anzuzünden.

Die Jetflamme am Beispiel Winjet

Vormischbrenner statt offener Flamme

Bei einem Jetfeuerzeug steht Butan unter Druck im Tank und tritt über ein Reduzierventil aus, das den Gasstrom auf einen konstanten Wert drosselt. Kurz vor der Düse sitzen kleine Luftzufuhröffnungen. Das austretende Gas reißt dort Luft mit, beide verwirbeln im Inneren des Brennerrohrs, und erst dieses fertige Gemisch verlässt die Düse.

Daraus folgt alles Weitere. Eine vorgemischte Flamme verbrennt vollständiger und erreicht deutlich höhere Temperaturen als eine Diffusionsflamme, sie leuchtet blau statt gelb, und sie hat durch den Druck eine Richtung. Genau diese Gerichtetheit macht sie windstabil, weil eine Böe den Gasstrahl nicht so leicht von der Düse wegdrücken kann. Gezündet wird meist piezoelektrisch, wobei ein Schlagbolzen auf einen Kristall trifft und die dabei entstehende Spannung einen Funken über die Düse schlägt.

Doppel-Jet und warum Zigarrenraucher darauf bestehen

Modelle mit zwei oder mehr Düsen, wie sie Caseti und Winjet für den Zigarrenbereich anbieten, verfolgen ein konkretes Ziel. Eine Zigarre soll über den gesamten Querschnitt gleichmäßig glühen, und je länger man dafür braucht, desto mehr Röstaromen entstehen an der Stelle, die zuerst Feuer gefangen hat. Zwei parallele Flammen decken die Fläche schneller ab und verkürzen den Zündvorgang deutlich.

Der Nachteil wird selten erwähnt. Jede zusätzliche Düse erhöht den Gasverbrauch überproportional, sodass ein Doppel-Jet je nach Nutzung nach zwei bis drei Tagen nachgefüllt werden will. Und Butan hat ein Temperaturproblem, weil sein Dampfdruck mit sinkender Temperatur fällt. Unterhalb von etwa null Grad zündet ein Jetfeuerzeug unzuverlässig oder gar nicht, was im Winter regelmäßig als Defekt missverstanden wird.

Zündung, Ventil und Verschleiß

Drei Bauteile entscheiden darüber, wie lange ein Gerät hält, und sie verschleißen in völlig unterschiedlichem Tempo.

Weitere Meldungen:  individuelle Geschenkideen von HERAL

Der Zündstein ist beim Reibradsystem das kurzlebigste Teil und muss je nach Nutzung alle paar Wochen getauscht werden. Das ist kein Mangel, sondern Teil der Konstruktion, und deshalb liefern Hersteller von Dochtfeuerzeugen Ersatzsteine seit Jahrzehnten unverändert. Piezozünder halten dagegen Jahre, lassen sich aber nicht reparieren. Fällt der Kristall aus, ist bei den meisten Gasfeuerzeugen das ganze Gerät hin.

Das Reduzierventil ist der zweite kritische Punkt. Es verstopft nicht durch Gas, sondern durch Rückstände aus minderwertigem Butan, das Öle und Schwefelverbindungen enthält. Wer sein Jetfeuerzeug mit dreifach gefiltertem Gas füllt, verlängert dessen Leben spürbar, und das ist der einzige Wartungstipp, der bei Gasgeräten wirklich etwas bringt.

Bleibt die Dichtung am Füllventil. Sie altert auch ohne Nutzung, und wenn ein Jetfeuerzeug nach Jahren im Schrank kein Gas mehr hält, liegt es fast immer daran. Ein Tausch ist bei den wenigsten Modellen vorgesehen, weshalb sich hier die Konstruktionsphilosophie am deutlichsten zeigt. Dochtfeuerzeuge sind auf Reparatur ausgelegt, Gasfeuerzeuge auf Wartungsfreiheit bis zum Ende.

Wer diese drei Teile kennt, kann bei einem gebrauchten Gerät in unter einer Minute einschätzen, ob sich eine Reparatur lohnt. Zündstein und Docht sind Centartikel, ein defekter Piezozünder oder ein verharztes Ventil sind das Ende.

Was das Gehäuse über den Brenner verrät

Die Bauform lässt sich meist schon am Gehäuse ablesen, weil die Mechanik den Umriss vorgibt und nicht umgekehrt.

Dochtfeuerzeuge brauchen einen Deckel, der die Flamme erstickt und den Docht zwischen den Benutzungen abdeckt. Deshalb sind sie scharnierbasiert gebaut, sitzen aufrecht in der Hand und haben ein spürbares Gewicht, das aus dem Messinggehäuse und dem gefüllten Einsatz stammt. Wer ein solches Gerät schüttelt und nichts hört, hat ein leeres Wattefach vor sich.

Jetfeuerzeuge kommen ohne Deckel aus, weil das Ventil beim Loslassen schließt. Das erlaubt flache, längliche Gehäuse, wie sie Winjet mit zurückhaltenden Oberflächen in Titan- und Chromtönen baut, bewusst schmal gehalten, damit das Gerät in der Hosentasche nicht aufträgt. Die Zündung sitzt bei dieser Bauweise fast immer als Schieber oder Drücker an der Seite.

Bei Zigarrenfeuerzeugen kommt ein drittes Merkmal dazu. Modelle wie die von Caseti sind breiter und standfester ausgelegt, weil sie oft mit ausgeklappter Flamme abgelegt werden, und viele bringen einen Cutter direkt im Gehäuse unter. Das ist kein Zubehör, sondern eine Konsequenz aus dem Gebrauch, weil Schneiden und Anzünden ohnehin unmittelbar nacheinander passieren.

Häufige Fragen

Kann man ein Benzinfeuerzeug auf Gas umrüsten?

Weitere Meldungen:  Neuer Onlineshop für Benzinfeuerzeuge

Ja, für gängige Gehäusegrößen gibt es Einsätze mit Butantank und Jetdüse, die anstelle des Benzineinsatzes eingeschoben werden. Das Gehäuse bleibt erhalten, der Charakter ändert sich vollständig. Sinnvoll ist das vor allem für Leute, die das Gehäuse mögen, die Verdunstung aber nicht akzeptieren wollen.

Warum zündet mein Jetfeuerzeug im Winter nicht?

Weil der Dampfdruck von Butan mit der Temperatur fällt. Bei etwa null Grad reicht er oft nicht mehr aus, um die Düse zuverlässig zu versorgen. Das Gerät ist deshalb nicht defekt, sondern braucht ein paar Minuten in der Hosentasche. Wer regelmäßig bei Frost draußen ist, fährt mit einem Dochtfeuerzeug besser.

Ist eine blaue Flamme immer heißer als eine gelbe?

In der Praxis ja. Die blaue Farbe zeigt eine weitgehend vollständige Verbrennung an, während gelbes Leuchten von glühenden Rußpartikeln stammt, also von unverbranntem Kohlenstoff. Für Zigarren ist die höhere Temperatur ein Vorteil, für eine Zigarette macht sie kaum einen Unterschied.

Welches Gas gehört in ein Jetfeuerzeug?

Mehrfach gefiltertes Butan, erkennbar an der Angabe auf der Dose. Billiges Gas hinterlässt Rückstände im Reduzierventil, und ein verstopftes Ventil lässt sich bei den meisten Modellen nicht mehr reinigen.

Welches Prinzip zu welchem Gebrauch passt

Die Bauart sollte sich danach richten, wann und wie oft gezündet wird, nicht danach, was gerade als hochwertig gilt.

Für den täglichen Gebrauch im Freien, besonders in der kalten Jahreshälfte, ist das Dochtprinzip die verlässlichere Wahl, weil es unabhängig von der Temperatur funktioniert und sich vollständig reparieren lässt. Wer selten und dann gezielt zündet, etwa bei einer Zigarre am Wochenende, nimmt einen Jet, weil er nichts verdunstet und die Zigarre in einem Bruchteil der Zeit gleichmäßig zum Glühen bringt. Der Doppel-Jet lohnt sich erst ab einem Zigarrenformat, bei dem eine einzelne Flamme sichtbar länger braucht.

Ein Fehler zieht sich durch fast alle Kaufentscheidungen. Das teuerste Gehäuse nützt nichts, wenn der Brennertyp nicht zum Einsatzzweck passt, und kein Material der Welt gleicht aus, dass Butan bei Frost keinen Druck aufbaut.

Von PR-Echo