Es war ein dunkler Sommer für die Kryptobank Nuri. Nach langen Kämpfen musste sich die Hoffnung der Fintech-Szene geschlagen geben.

Die deutsche Krypto-Szene durchläuft derzeit eine schwierige Phase. Von herben Rückschlägen hinsichtlich der Sparkasse und ihren Plänen eines Krypto-Kontos bis zu den fortschrittlichen Pilotversuchen der Krypto-Automaten war in den vergangenen Monat eine Bandbreite an News vertreten. Die beste Zeit, um in der Branche mit einem neuen Unternehmen Fuß zu fassen? Ja, sind sich die Gründer der Unstoppable Finance sicher.

Es war ein dunkler Sommer für die Kryptobank Nuri. Nach einer langen Phase des Kämpfens musste sich die Hoffnung der Fintech-Szene geschlagen geben und meldete überraschend Insolvenz an. Darüber berichtete Tagesschau im August auf ihrer Homepage ausführlich. Für die mehr als 500.000 Kunden kam die Nachricht überraschend und trat eine Welle der Unsicherheit los. Was geschieht mit dem angelegten Geld? Welche Konsequenzen müssen Kunden fürchten? Mittlerweile hat das Unternehmen Entwarnung gegeben: Alle Coins sind gesichert und gehen an die Anleger zurück.

Im Schatten dieser Nachricht scheint es fast ironisch, dass ein anderes Berliner Fin-Tech-Unternehmen mit einem wahren Investitionssegen bedacht wurde. Satte 12,5 Millionen Euro konnte Unstoppable Finance in der ersten Finanzierungsrunde einstreichen und setzt damit einen kleinen Hoffnungsschimmer in der gebeutelten Szene. Ihre Idee: User sollen über eine eigene App leichter mit Coins handeln oder investieren können.  Parallel sollen Krypto-Assets und NFTs abgebildet werden. Der Glaube an das Projekt scheint international groß zu sein, denn das amerikanische Unternehmen Lightspeed Venture Partners stemmte den Löwenanteil des Millionenpakets.

Neuer Aufschwung?

Während Nuri Mitarbeiter entlassen muss, arbeitet Unstoppable Finance unter Hochdruck an der Entwicklung der neuen Plattform. Die bisherige Planung sah vor, dass schon Anfang 2022 der Launch über die Bühne gehen sollte. Politische Entwicklungen, wirtschaftliche Krisen und Kursschwankungen durchkreuzten den ursprünglichen Plan. Jetzt sollen App und Plattform bis Ende des Jahres den Usern zur Verfügung gestellt werden.

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Dass der Bedarf an neuen Möglichkeiten mit der digitalen Währung trotz aller Hürden präsent ist, beweisen immer neue Einsatzmöglichkeiten. So berichtet T3N, dass Rewe und Saturn im Sommer 2022 die ersten Kryptoautomaten aufstellten. Lieferando zählt weiterhin zu den wenigen Lieferservices, die Kryptowährung als Zahlungsmittel anerkennen. Ebenfalls serviceorientierter zeigt sich das deutsche Online-Casino Casamundo. Wie Bonusfinder Deutschland-Redakteur Fintan in einer Auflistung zeigt, bietet die digitale Spielhalle mit Muchbetter eine Option, die Einzahlungen per Bitcoin oder Ethereum ermöglicht. Keine Bearbeitungszeit von mehreren Tagen, keine Gebühren: Es gibt viele Vorteile, die für einen verstärkten Einsatz im Alltag sprechen.  

Sicherheit an der Spitze

Auch die Gründer von Unstoppable Finance sind sich sicher, dass sich die Krypto-Szene von den aktuellen Gegebenheiten nicht verunsichern lassen darf. Maximilian von Wallenberg-Pachaly, Peter Großkopf und Omid Aladini, die sich als Dreierspitze für die Entwicklung der neuen Plattform verantworten, haben noch große Pläne. Ihr Ziel ist es, die Komplexität der Decentralized Finance unter einen Hut zu bringen. Somit sollen die digitalen Optionen ohne Zwischenschritte gehandelt werden und zentral beim Nutzer bleiben. Zusätzliche Dienstleister braucht es – so der langfristige Wunsch – zukünftig nicht mehr. 

Die Mission ist deutlich: Unstoppable Finance strebt ein Umdenken an, welches Zeit und Geduld erfordert. Besonders in Deutschland wird es noch einige Jahre benötigen, bis das Vertrauen in die digitalen Coins auf festem Fundament steht.

Von wp_admin