Lucas Blochberger

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Bei öffentlichen IT-Vergaben in Österreich erhält in drei von vier Fällen nur ein einziger Anbieter den Zuschlag. Das zeigt die Auswertung von 18.165 Zuschlagsbekanntmachungen aus den Jahren 2019 bis 2026 durch die Wiener Datenagentur Blck Alpaca e.U. Von 12.715 Zuschlägen mit dokumentierter Bieterzahl gingen 75,9 Prozent an den einzigen Teilnehmer. Das Marktvolumen summiert sich auf 6,5 Milliarden Euro, der Medianwert je Auftrag liegt bei 95.761 Euro.

Die Ein-Bieter-Quote schwankt über die Jahre erheblich. 2019 und 2020 lag sie bei jeweils 81,2 Prozent, sank 2021 auf 72,9 Prozent und stieg 2024 erneut auf 81,1 Prozent. Im laufenden Jahr 2026 zeigt sich mit 67,5 Prozent der bisher niedrigste Wert, allerdings bei noch unvollständigem Datenbestand. Die Zahl der Zuschläge stieg von 857 im Jahr 2019 auf 2.588 im Jahr 2024.

Der Medianwert der Aufträge bewegte sich zunächst zwischen 84.129 Euro im Jahr 2023 und 99.511 Euro im Jahr 2024. In den Jahren 2025 und 2026 erreichte er mit 104.726 Euro beziehungsweise 104.900 Euro die höchsten Werte im beobachteten Zeitraum. Kleine und mittlere Unternehmen erhielten 78,1 Prozent der Zuschläge, gemessen an den Fällen mit dokumentierter KMU-Eigenschaft.

Die zehn größten Auftraggeber verantworten die Hälfte des Volumens. Zu ihnen zählen das Bundesrechenzentrum mit 1.919 Zuschlägen, die ASFINAG mit 1.831 sowie die Stadt Wien mit 331 Zuschlägen. Die ÖBB-Holding und WKO Inhouse reihen sich mit 275 beziehungsweise 156 Zuschlägen ebenfalls unter die größten Vergabestellen ein.

Datengrundlage ist der Kerndaten-Tagesdump von offenevergaben.at, Stand 2026-09-10. Ausgewertet wurden Zuschlagsbekanntmachungen mit einem CPV-Code der Gruppe 72, also IT-Dienstleistungen. Median und Perzentile beziehen sich auf Zuschläge mit einem Auftragswert über null, die Ein-Bieter-Quote auf die 12.715 Zuschläge mit angegebener Bieterzahl. Das Feld zur KMU-Eigenschaft ist über die Jahre unterschiedlich sorgfältig befüllt, eine Jahresreihe dazu wäre nicht belastbar und wird nicht ausgewiesen.

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“Eine Ein-Bieter-Quote von drei Vierteln deutet auf strukturelle Hürden im Vergabeverfahren hin, sei es durch enge Leistungsbeschreibungen, kurze Fristen oder hohe fachliche Einstiegsschwellen”, sagt Lucas Blochberger, Gründer von Blck Alpaca e.U. “Wenn systematisch nur ein Anbieter bietet, entfällt der Preiswettbewerb, und die öffentliche Hand verliert ein wesentliches Kontrollinstrument für Qualität und Wirtschaftlichkeit.”

Die vollständige Auswertung steht unter https://blckalpaca.at/de/it-vergaben-monitor zur Verfügung, der Datensatz als CSV-Datei unter https://blckalpaca.at/data/it-vergaben-monitor-at-20260910.csv.

Ueber Blck Alpaca e.U.
Blck Alpaca ist eine Data-Driven-Marketing-Agentur mit Sitz in Wien. Schwerpunkte sind Performance-Marketing und SEO, Content und Creative, individuelle Unternehmenssoftware sowie die Integration von KI-Agenten. Der IT-Vergaben-Monitor Oesterreich ist eine eigene Auswertung offener Vergabedaten und wird regelmaessig neu gerechnet.

Pressekontakt
Lucas Blochberger, Gruender und Inhaber
Blck Alpaca e.U., Maria-Lassnig-Strasse 33/1/29, 1100 Wien
lucas@blckalpaca.at, +43 676 451 4383
https://blckalpaca.at