Wie sich das Veröffentlichen von Pressemitteilungen auf Backlinks, Erwähnungen und die Sichtbarkeit einer Marke in Suchmaschinen auswirkt – und wo die Grenzen sind.

SEO

Wer eine Pressemitteilung veröffentlicht, verfolgt meist ein klares Ziel: Neuigkeiten sollen Journalisten, Kunden und Partner erreichen. Viele Unternehmen fragen sich dabei zunehmend, ob dieser Schritt auch messbare Effekte für die eigene Auffindbarkeit im Netz mit sich bringt. Zwischen klassischer Pressearbeit und digitaler Sichtbarkeit besteht tatsächlich eine Verbindung, die jedoch differenzierter betrachtet werden muss, als es auf den ersten Blick scheint. Backlinks, Markenerwähnungen und Suchmaschinenrankings hängen zusammen, folgen aber eigenen Regeln. Dieser Beitrag ordnet ein, wie Pressemitteilungen wirken können, was ein Sichtbarkeitsindex tatsächlich abbildet und wo die Grenzen einer reinen Presseverbreitung liegen.

TL;DR – Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Pressemitteilung veröffentlicht, schafft potenzielle Backlinks und Markenerwähnungen, aber keinen automatischen Rankingerfolg.
  • Links aus Presseportalen können Suchmaschinen zusätzliche Signale über Relevanz und Themenbezug liefern.
  • Ein Sichtbarkeitsindex misst geschätzte Rankingpositionen über viele Suchbegriffe hinweg, nicht den tatsächlichen Traffic.
  • Traffic und Sichtbarkeit sind unterschiedliche Kennzahlen und sollten nicht gleichgesetzt werden.
  • Regelmäßige Kontrolle der eigenen Sichtbarkeitswerte hilft, Presse-Aktivitäten realistisch einzuordnen.

Warum Unternehmen Pressemitteilungen veröffentlichen

Gründe für die klassische Pressearbeit

Ursprünglich dient eine Pressemitteilung der direkten Kommunikation mit Redaktionen. Produktneuheiten, Personalwechsel, Studienergebnisse oder Firmenjubiläen werden so aufbereitet, dass Journalisten sie leicht aufgreifen können. Diese Funktion hat sich durch die Digitalisierung nicht verändert, sie ist nach wie vor der Kern jeder Pressearbeit. Wer eine Nachricht strukturiert und sachlich formuliert, erhöht die Chance, dass sie von Medien übernommen wird.

Digitale Verbreitung als neuer Hebel

Mit dem Aufkommen von Online-Presseportalen kam ein zweiter Effekt hinzu. Eine veröffentlichte Mitteilung erscheint nicht nur bei potenziellen Redaktionen, sondern bleibt oft dauerhaft als eigenständige Webseite bestehen. Portale, auf denen Unternehmen und PR-Verantwortliche kostenlose Pressemitteilungen einstellen können, sind ein Beispiel für solche dauerhaft abrufbaren Presseseiten. Diese Seiten können von Suchmaschinen erfasst werden und enthalten häufig einen Link zurück zur Unternehmensseite. Damit wird aus einem klassischen PR-Instrument zusätzlich ein Baustein der digitalen Präsenz, auch wenn dieser Nebeneffekt nicht der ursprüngliche Zweck der Pressearbeit war und die SEO Sichtbarkeit bei der Veröffentlichung auf einem solchen Portal in erster Linie der Reichweite dient.

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Zusammenhang zwischen Backlinks, Erwähnungen und Sichtbarkeit in Suchmaschinen

Wie Links aus Presseportalen wirken

Suchmaschinen bewerten Webseiten unter anderem danach, wie sie im Netz verlinkt sind. Ein Backlink von einer thematisch passenden Quelle kann als Hinweis auf Relevanz gelten. Presseportale sind für Suchmaschinen erkennbar als Nachrichtenseiten mit wechselndem, aktuellem Inhalt, was ihnen eine gewisse Grundglaubwürdigkeit verschafft. Ein Link aus einer solchen Quelle ist deshalb kein Garant für bessere Rankings, kann aber Teil eines größeren Linkprofils sein, das Suchmaschinen insgesamt positiver einordnen.

Erwähnungen ohne Link als Signal

Nicht jede Verbreitung führt zu einem direkten Link. Viele Portale und Redaktionen übernehmen den Markennamen, ohne ihn zu verlinken, oder fassen die Meldung in eigenen Worten zusammen. In der Fachdiskussion wird solchen unverlinkten Erwähnungen mitunter eine gewisse, eher schwächere Bedeutung zugeschrieben, ohne dass sich dies pauschal für alle Suchmaschinen und Branchen belegen ließe. Für die Einordnung der eigenen digitalen Reichweite lohnt es sich daher, sowohl verlinkte als auch unverlinkte Nennungen im Blick zu behalten, wenn man den Effekt einer Pressemitteilung auf die Wahrnehmung der eigenen Marke abschätzen möchte.

Was der SEO-Sichtbarkeitsindex überhaupt misst

Aufbau und Berechnung

Ein Sichtbarkeitsindex fasst zusammen, wie gut eine Domain über eine große Menge an Suchbegriffen hinweg in den Ergebnisseiten platziert ist. Üblicherweise fließen dabei die Positionen zu vielen Suchbegriffen in eine gemeinsame Kennzahl ein, wobei vordere Platzierungen stärker gewichtet werden als hintere, da ihnen eine höhere Klickwahrscheinlichkeit unterstellt wird. Die genaue Berechnungsweise kann sich je nach Anbieter eines solchen Index unterscheiden. Die daraus entstehende Kennzahl lässt sich im Zeitverlauf beobachten: Steigt der Wert, deutet das auf verbesserte Positionen bei einer größeren Anzahl an Suchanfragen hin, unabhängig davon, ob diese tatsächlich angeklickt werden.

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Aussagekraft für einzelne Domains

Für eine einzelne Marke zeigt der Index vor allem Trends: Bewegt sich die Domain insgesamt nach oben oder nach unten im organischen Suchergebnis? Wer die eigene SEO-Sichtbarkeit im Blick behalten möchte, kann diese Kennzahl über einen längeren Zeitraum beobachten, um Veränderungen im Ranking frühzeitig zu erkennen und mit eigenen Aktivitäten wie Presseveröffentlichungen in Bezug zu setzen. Wichtig ist dabei, dass der Index eine Momentaufnahme über viele Keywords ist und keine Aussage über einzelne, für das Unternehmen besonders wichtige Suchbegriffe trifft.

Grenzen: Traffic ist nicht gleich Sichtbarkeit im Index

Warum Klicks und Rankings unterschiedliche Dinge zeigen

Ein häufiges Missverständnis besteht darin, Sichtbarkeit mit tatsächlichen Besucherzahlen gleichzusetzen. Eine Domain kann für viele Begriffe gut platziert sein, ohne dass diese Begriffe stark gesucht werden. Umgekehrt kann eine Seite mit wenigen, aber sehr populären Rankings deutlich mehr Besucher erhalten als eine mit breiter, aber weniger nachgefragter Präsenz. Der Sichtbarkeitsindex bildet die Breite der Rankings ab, nicht die konkrete Besucherzahl, die am Ende auf der eigenen Seite ankommt.

Weitere Faktoren jenseits der Pressemitteilung

Eine veröffentlichte Mitteilung ist immer nur ein Faktor unter vielen, die auf die Sichtbarkeit einer Domain einwirken. Technische Aspekte der Webseite, die Qualität und Aktualität der eigenen Inhalte, das gesamte Backlinkprofil sowie das Verhalten von Wettbewerbern spielen ebenso eine Rolle. Wer nach der Veröffentlichung einer Mitteilung keinen sofortigen Ausschlag im eigenen Sichtbarkeitswert bemerkt, sollte das nicht als Fehlschlag werten, sondern als Hinweis darauf, dass Presse-Aktivitäten meist nur einen von mehreren Bausteinen der digitalen Präsenz darstellen.

Wie man die eigene SEO-Sichtbarkeit im Blick behält

Regelmäßige Kontrolle etablieren

Wer den Effekt von Presseveröffentlichungen realistisch einschätzen möchte, sollte die eigene Sichtbarkeit nicht nur einmalig, sondern regelmäßig beobachten. Ein Vergleich der Werte vor und nach einer größeren Kampagne, etwa über mehrere Wochen, gibt eher Aufschluss über mögliche Zusammenhänge als eine einzelne Momentaufnahme. Gleichzeitig lohnt sich ein Blick auf die einzelnen Keywords, für die eine Domain neu oder besser rankt, um zu verstehen, in welchem thematischen Umfeld sich Veränderungen zeigen.

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Presse-Arbeit sinnvoll einordnen

Am Ende bleibt eine Pressemitteilung vor allem ein Kommunikationsinstrument, dessen digitale Nebeneffekte je nach Portal, Thema und Branche unterschiedlich ausfallen können. Wer sie als einen Baustein unter mehreren betrachtet und nicht als alleinigen Hebel für bessere Rankings, kann realistischer bewerten, welchen Beitrag die eigene Presse-Kommunikation zur digitalen Auffindbarkeit leistet. Diese Einordnung schützt vor überzogenen Erwartungen und hilft dabei, Ressourcen für Öffentlichkeitsarbeit und Suchmaschinenoptimierung sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Von PR-Echo