Dienstag, 18. Juli 2017 von pr-gateway

Widerruf von Autokrediten: So geben Sie Ihren "Schummel-Diesel" einfach zurück!

Dr. Steinhübel Rechtsanwälte

18.07.2017- Verbraucher können in vielen Fällen ihre finanzierten Fahrzeuge zurückgeben. So lässt sich auch ein vom Abgasskandal betroffener „Schummel-Diesel“ loswerden.

Widerrufsmöglichkeit

Bei einem Autokredit hat die kreditgebende Bank den Verbraucher als Kreditnehmer unmissverständlich und deutlich auf sein Widerrufsrecht hinzuweisen. Das Gesetz sieht bestimmte formelle und inhaltliche Anforderungen an eine solche Widerrufsbelehrung vor. Wurde ein Verbraucher unvollständig oder fehlerhaft über sein Widerrufsrecht aufgeklärt, beginnt die Widerrufsfrist erst gar nicht zu laufen. Dies hat zur Folge, dass dem Verbraucher letztendlich ein sog. „ewiges Widerrufsrecht“ zusteht. Hat der Autoverkäufer den Vertrag zur Finanzierung des Fahrzeugs vermittelt, ist mit dem Widerruf des Autokredits auch die Rückabwicklung des Autokaufvertrags verbunden.

Welche Verträge sind betroffen?

Betroffen sind ab dem 11.06.2010 geschlossene Kreditverträge, die durch den Autoverkäufer vermittelt wurden. Extrem lukrativ dürfte ein Widerruf von ab dem 13.06.2014 abgeschlossenen Kreditverträgen sein, denn es sieht danach aus, als müsste der Verbraucher dann nicht einmal mehr Nutzungsersatz zahlen. Nach Recherchen der Kanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte haben u.a. folgende Banken Autokredite vergeben:

– Alfa Romeo Bank
– Audi Bank
– Auto Europa Bank
– BANK11 – Die Autobank
– BMW Bank
– BW Bank Baden-Württembergische Bank
– Commerzbank
– Fiat Bank
– Ford Bank
– Honda Bank
– Jaguar Bank
– Lancia Bank
– Land Rover Bank
– Maserati Bank
– Mercedes-Benz Bank
– MKG Bank
– Nissan Bank
– Opel Bank
– Peugeot Bank
– Renault Bank
– Santander Consumer Bank
– SEAT Bank
– Skoda Bank
– Targobank
– Toyota Kreditbank
– Volkswagen Bank

Rechtsfolgen des erfolgreichen Widerrufs

Nach erfolgtem Widerruf gibt der Verbraucher das Fahrzeug zurück und erhält dafür dann einen Großteil seiner bislang gezahlten Raten, nämlich den Tilgungsanteil, und die komplette Anzahlung zurück. Die finanzierende Bank hat lediglich einen Anspruch auf die in den monatlichen Raten enthaltenen Zinsanteile. Bei den ab dem 13.06.2014 abgeschlossenen Finanzierungsverträgen muss der Verbraucher voraussichtlich nicht einmal Nutzungsersatz für die gefahrenen Kilometer oder Wertersatz für gegebenenfalls vorliegende Schäden am Fahrzeug zahlen.

So entledigen auch Sie sich eines „Schummel-Diesels“

Die Möglichkeit ein Fahrzeug über den Widerruf des verbundenen Kreditvertrages loszuwerden, dürfte vor allem Käufer eines sog. „Schummel-Diesels“ interessieren. Aufgrund zu erwartender Diesel-Fahrverbote in den Städten und dem damit drohenden Wertverlust solcher Fahrzeuge, wollen viele Käufer die erworbenen Fahrzeuge loswerden. Der Widerruf des Autokredits ermöglicht dies auf elegante Art und Weise.

Kann auch ich meinen Vertrag noch widerrufen?

Da die Prüfung der Widerrufsbelehrungen kompliziert ist, muss grundsätzlich eine Prüfung des konkreten Einzelfalls erfolgen. Die Prüfung sollte stets einem in Widerrufsfragen erfahrenen Rechtsanwalt überlassen werden. Die Kanzlei Dr. Steinhübel Rechtsanwälte hat infolge ihrer speziellen Rechtskenntnisse bereits für eine enorme Anzahl an Mandanten Kreditverträge widerrufen und im Anschluss daran erfolgreich Rückabwicklungsansprüche durchgesetzt. Gerne prüfen wir auch Ihre Widerrufsbelehrung, um eine kostenlose Ersteinschätzung der Erfolgsaussichten abzugeben.

Dr. Steinhübel Rechtsanwälte
Konrad-Adenauer-Str. 9, 72072 Tübingen
Telefon (07071) 9 75 80-0, Fax (07071) 9 75 80-60
www.kapitalmarktrecht.de, kanzlei@kapitalmarktrecht.de

Über Dr. Steinhübel Rechtsanwälte:
Dr. Steinhübel Rechtsanwälte ist schwerpunktmäßig im Kapitalanlagerecht tätig. Neben institutionellen Investoren vertritt die Kanzlei vor allem Privatanleger, die durch den Erwerb einer Kapitalanlage einen finanziellen Schaden erlitten haben. Typische Anlageprodukte sind insoweit alle Wertpapierarten, (geschlossene) Fondbeteiligungen (Medien-, Schiffs-, LV- und Immobilienfonds etc.), sog. „Schrottimmobilien“ und (atypisch) stille Beteiligungen. Rechtsanwalt Dr. Steinhübel zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichen Anlegerschutzanwälten. Die Zeitschrift „FOCUS“ (24/2000) nahm ihn bereits im Jahr 2000 in ihre Liste der Spezialisten für Kapitalanlagerecht auf. Die Zeitschrift „Capital“(07/2008) listete ihn als Experten im Bankrecht.

Kontakt
Dr. Steinhübel Rechtsanwälte
Heinz Steinhübel
Konrad-Adenauer-Str. 9
72072 Tübingen
07071-975800
kanzlei@kapitalmarktrecht.de
http://www.kapitalmarktrecht.de

Posted in Automobile, Motorrad und Straßenverkehr Tagged with: , , , , , ,

Donnerstag, 21. April 2016 von pr-gateway

Eine Information der Kanzlei PWB Rechtsanwälte

Abgasskandal: Jetzt auch Mitsubishi und Nissan betroffen

21. April 2016. Nach den Abgasskandalen um die Fahrzeuge der VW-Gruppe (VW, Audi, Skoda, Seat) ist nun auch der japanische Hersteller Mitsubishi betroffen. Insgesamt sind rund 630.000 Autos, darunter über 450.000 Pkw, die für den Konkurrenten Nissan gebaut wurden, betroffen. Ob neben den vier Kleinwagen, die ausschließlich in Japan verkauft wurden, auch andere Modelle betroffen sind, soll demnächst geprüft werden, so die Kanzlei PWB Rechtsanwälte ( www.pwb-law.com ).

Jetzt kommen beim Abgasskandal, der im Herbst letzten Jahres begann, auch die Japaner ins Spiel. Beim Hersteller Mitsubishi und damit auch bei Nissan wurden Diskrepanzen zwischen den offiziellen Daten und den Messergebnissen entdeckt. Diese Manipulationen betreffen bislang nur vier Modelle, die ausschließlich in Japan verkauft wurden. Ob es auch bei Modellen, die in Europa verkauft wurden, entsprechende Diskrepanzen gibt, soll demnächst geprüft werden.

Autokäufer, die sich über die Folgen und ihre rechtlichen Möglichkeiten informieren wollen, sollten sich schnell an einen fachkundigen Anwalt wenden, so Rechtsanwältin Sabrina Kirchner von der Kanzlei PWB Rechtsanwälte: „Immer mehr Käufer der betroffenen Marken wollen nun ihre Rechte geltend machen. Die Möglichkeiten reichen von Schadensersatz bis hin zur Rückabwicklung des Fahrzeugkaufs. Wir können davon ausgehen, dass die Zahl der Hersteller, die manipuliert haben, nicht abnehmen wird.“

Höherer Verbrauch nach der Umrüstung

In Amerika scheint sich der VW-Konzert auf einen Vergleich eingelassen zu haben. Laut einem Zeitungsbericht, so die „Welt“, soll jeder betroffene Kunde in den USA 5.000 Dollar Entschädigung und die kostenlose Umrüstung bekommen. In Deutschland stellen sich aber viele Kunden die Frage, ob für sie eine Rückabwicklung des Kaufvertrages nicht sinnvoller ist. „So wie sich die Sachlage darstellt, geht mit einer Umrüstung auch ein höherer Verbrauch oder eine geringere Motorleistung einher“, sagt Rechtsanwältin Sabrina Kirchner. „Wer also ein Fahrzeug wegen der angegebenen Leistung und der Verbrauchswerte gekauft hat, die jedoch auch nach der Umrüstung nicht erfüllt werden können“, so Kirchner, „hat damit ein Recht auf Rückabwicklung.“

Kurseinbruch bei Mitsubishi

Der Abgasskandal betrifft nicht nur die japanischen Fahrzeugkäufer, sondern auch die Aktionäre. Wer demnach Geld in einen der Konzerne investiert hat und mit den Kurseinbrüchen wegen der manipulierten Werte nun auch Verluste tragen muss, sollte ebenfalls prüfen lassen, in wie weit für ihn Schadensersatzansprüche geltend gemacht werden können. Anfragen können auch gern per Mail an: abgasskandal@pwb-law.com gerichtet werden.

PWB Rechtsanwälte

Die Kanzlei PWB Rechtsanwälte (Jena) ist auf das Kapitalanlage-, Kapitalmarkt- und das Wirtschaftsrecht ausgerichtet. Die Kanzlei berät private und institutionelle Kapitalanleger und kommunale Gebietskörperschaften auf allen Gebieten des Kapitalanlage- und Wirtschaftsrechts.

PWB Rechtsanwälte gehört zu den großen mitteldeutschen Anwaltskanzleien mit über 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter 12 spezialisierten Juristinnen und Juristen.

Kontakt
PWB Rechtsanwälte
Philipp Wolfgang
Löbdergraben 11 a
07743 Jena
03641 35 35 08
pwb@pwb-law.com
http://www.pwb-law.com

Posted in Politik, Recht und Gesellschaft Tagged with: , , ,

Donnerstag, 21. Januar 2016 von pr-gateway

Subventionen für von Abgasmanipulationen betroffenen Gebrauchtwagen nur für eigenes Händlernetz / Der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften kritisiert Wettbewerbsverzerrung und fordert Gleichbehandlung

Audi benachteiligt freie Händler und Vermarkter

VMF fordert Gleichbehandlung für alle Kunden und Vermarkter.

Bad Homburg, im Januar 2016. Der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF) repräsentiert mit rund 90.000 Bestands-Fahrzeugen aus dem Hause Volkswagen den sicher größten deutschen Kunden des VW-Konzerns in Deutschland. Mehrere zehntausend Leasingrückläufer werden Jahr für Jahr als Gebrauchtwagen vermarktet. Darunter sind auch Dieselfahrzeuge der Marke Audi mit der Motorenbaureihe EA 189, die von den bekannten Software-Manipulationen betroffen sind.

Gebrauchtwagenpreise orientieren sich an dem jeweiligen Fahrzeugangebot, dem Hersteller- und Modellimage sowie den damit verbundenen kostenlosen Zusatzleistungen über den Handel. „Die beim Vertragsbeginn kalkulierten Preise werden für alle manipulierten Fahrzeuge des Volkswagenkonzerns in der Regel nicht mehr erzielbar sein, denn die möglichen Käufer können Risiken und Folgewirkungen der Abgasmanipulation nicht einschätzen“, so Michael Velte, Vorsitzender des Vorstandes des VMF und Geschäftsführer der Deutschen Leasing Fleet GmbH in Bad Homburg. Dies wirkt sich auch negativ auf alle Verkäufer von Audi-Gebrauchtwagen aus. Insbesondere bei Leasingfahrzeugen sind die Gebrauchtwagenpreise als so genannte Restwerte wichtiger Bestandteil der gesamten Leasingkalkulation. Eine vom Hersteller ausgelöste manipulationsbedingte Abwertung führt zu einem betriebswirtschaftlichen Schaden bei den Gebrauchtwagenvermarktern. Insbesondere dann, wenn sich der Hersteller dem freien Handel gegenüber nicht kooperativ verhält. Sondern vielmehr nur die eigene Handelsorganisation einseitig subventioniert.

Audi führt die „Trust Kampagne GW“ durch
Die Audi AG als Verursacher der marktschädlichen Entwicklung hat zur Sicherung des Preisniveaus für die eigenen Vertrags-Händler ein Subventionspaket geschnürt. Im Rahmen des Verkaufsunterstützungsprogramms für Gebrauchtwagen „Trust Kampagne GW“ bietet die Audi AG über ihre Vertragshändler Kaufinteressenten von betroffenen Fahrzeugen an, gratis eine Audi-Gebrauchtwagengarantie bis zum fünften Fahrzeugjahr und 24 Monate Wartung und Inspektion nutzen zu können. Alle Kosten dafür übernimmt die Audi AG. Die Vertragshändler haben entsprechende Werbekampagnen gestartet. Freie Händler sowie die markenunabhängigen Leasinggesellschaften blieben von der Unterstützung bisher ausgeschlossen. „Dass Audi eine Art Schadensersatz leistet, der Händlern und Käufern zu Gute kommt finden wir richtig. Es sollte jedoch alle Vermarkter der betroffenen Fahrzeuge einschließen. Unsere Anfragen dazu blieben bei der Audi-AG bisher ohne verwendbares Ergebnis“, sagt der VMF-Chef. Der VMF weist hier auf eine unhaltbare Wettbewerbsverzerrung zugunsten der Audi-eigenen Händlerschaft hin. Denn gerade erst mit Einführung dieser Aktion wird den Gebrauchtwagenkäufern besonders deutlich aufgezeigt, ein abgasmanipuliertes Fahrzeug aktuell nur mit erheblichen Zugeständnissen zu kaufen.

Wettbewerbsverzerrung aufheben
Fakt ist, dass Probleme in der Gebrauchtwagenvermarktung der Marke Audi und damit wirtschaftliche Schäden entstanden sind und noch entstehen werden, weil die Käufer der Neuwagen bewusst getäuscht worden sind. „Realisiert sich dieser Schaden erst beim Verkauf des Gebrauchtfahrzeuges, muss der Hersteller dafür haften“, so Velte. Die Trust-Kampagne des Konzerns ist daher also nichts anderes, als eine Schadensbegrenzung und -kompensation. Und auf beides haben alle Geschädigten Anrecht, nicht nur die Audi-Vertragshändler. Es fehlt jeder sachlich gerechtfertigte Grund, mit herstellerunabhängigen Anbietern anders zu verfahren. Der VMF fordert daher, die Sonderbehandlung zu unterlassen: sie also allen geschädigten Parteien zu öffnen, so dass private Kaufinteressenten für betroffene Fahrzeuge sich darauf verlassen können, die gleichen Ausgleichsvorteile auch beim Kauf über freie Leasinggesellschaften zu erhalten. Bisherige Bemühungen seitens des Verbandes, dieses partnerschaftlich – auch im Kundeninteresse – mit dem Herstellerkonzern zu initiieren, blieben bei der AG vorerst mit einem klaren Nein beantwortet, was der VMF so nicht akzeptieren wird.

Der VMF, der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften, fokussiert sich auf Qualitäts- und Zukunftssicherung. Er versteht sich als Kompetenzzentrum für Fuhrparkmanagement. Ihm gehören sieben herstellerunabhängige Flottenleasinggesellschaften mit hoher Marktbedeutung und langjähriger Erfahrung an. Mit ihrer gemeinsamen Arbeit setzen sie Branchenstandards, um dem Flottenbetreiber, Sicherheit und Transparenz beim Management seines Fuhrparks zu bieten. Sie sind objektive Berater zu Wirtschaftlichkeit und Effizienz im Fuhrpark durch eine alleine auf die Bedürfnisse des Fuhrparks abgestimmte Fahrzeugleasing-Service Kombination. Gerade für Fuhrparkneulinge sind sie erste Anlaufstelle.

Zum VMF gehören die ALD AutoLeasing D GmbH, Arval Deutschland GmbH, Athlon Car Lease Germany GmbH & Co. KG, Deutsche Leasing Fleet GmbH, GE Auto Service Leasing GmbH, LeasePlan Deutschland GmbH, Mobility-Concept GmbH.

Firmenkontakt
VMF – Verband markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften e. V.
Lea Blohmann
Frölingstraße 15-31
61352 Bad Homburg v.d.H.
06 172 – 88 23 97
info@vmf-fuhrparkmanagement.de
http://www.vmf-fuhrparkmanagement.de

Pressekontakt
eckpunkte Kommunikationsberatung
Wolfgang Eck
Bahnhofstraße 23
35781 Weilburg
06471-5073440
wolfgang.eck@eckpunkte.com
http://www.eckpunkte.com

Posted in Automobile, Motorrad und Straßenverkehr Tagged with: , , , , ,

Dienstag, 6. Oktober 2015 von pr-gateway

Die Uhr für den Käufer tickt

Dieselaffäre: Rechte des Käufers

Dr. Stefan Jäger und Nicolai Funk, Rechtsanwälte bei Nonnenmacher Rechtsanwälte Partnerschaft mbB

Der VW-Skandal zieht seine Kreise. Spanien und Frankreich wollen Subventionen zurückfordern, Audi hat Strafanzeige gestellt, der erste US-Landkreis hat den Konzern wegen Luftverpestung verklagt. Doch welche Rechte hat der Besitzer eines betroffenen Dieselfahrzeugs? Ist es mit der Nachbesserung getan? Und wie schnell muss er auf sein Recht pochen? Nonnenmacher Rechtsanwälte aus Karlsruhe nimmt zu diesen Fragen Stellung.

Mehr als drei Millionen Fahrzeuge sind in Deutschland vom Abgasskandal betroffen. Statistisch gesehen sind über 60 Prozent davon Firmenwagen und unter 40 Prozent befinden sich in Privatbesitz. Bisher war gerade der Diesel für Vielfahrer eine attraktive Alternative. Mit der Dieselaffäre ändert sich dieses Bild gerade und viele Fahrzeughalter sind verunsichert, welche Rechte sie haben und wie schnell sie gegebenenfalls ihr Recht einfordern müssen.

Aktuell führen das Bundesverkehrsministerium und das Kraftfahrt-Bundesamt Verhandlungen auf höchster Ebene mit den Konzernen. Und die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Was allen Beteiligten klar scheint: Der Hersteller muss nachbessern. Viele wägen sich dadurch offenbar in Sicherheit und vertrauen darauf, dass Vater Staat gemeinsam mit den verantwortungsvoll handelnden Konzernen bald eine Lösung präsentieren wird, die dann auch das Recht des Fahrzeugbesitzers berücksichtigt. Darüber hinaus hat man ja als Käufer gesetzlich zustehende Mängelgewährleistungsrechte – für die versprochenen Eigenschaften muss der Verkäufer einstehen. Ob dem tatsächlich so sein wird ist aber aktuell noch nicht sicher.

Verjährungsfrist maximal 2 Jahre

Die Abwarte-Taktik der Betroffenen kann nämlich laut Dr. Stefan Jäger , Rechtsanwalt bei Nonnenmacher Rechtsanwälte in Karlsruhe, ein Fehler sein. Denn das Mängelgewährleistungsrecht verjährt nach § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB nach einer Frist von zwei Jahren – bei Gebrauchtfahrzeugen kann der Verkäufer diese Frist sogar vertraglich noch abkürzen. Somit verlieren täglich zahlreiche Käufer allein aufgrund dieses Fristablaufs ihren Anspruch auf Nachbesserung, Minderung des Kaufpreises, Rückabwicklung des Vertrags oder Zahlung von Schadensersatz. Nach Eintritt der Verjährung ist der Käufer auf das Wohlwollen des Herstellers angewiesen – und aufgrund der zu erwartenden Klagewelle kann man sich eine Kulanz des Herstellers nur schwer vorstellen.

Besser nicht auf Nachbesserungsangebot warten

Unklar ist aktuell auch noch, welche Auswirkungen der Mangel tatsächlich mit sich bringen wird: Handelt es sich um eine Bagatelle? Oder um einen schwerwiegenden Mangel, der sich ohne anderweitige Nachteile gar nicht beheben lässt?

Man sollte sich, so Nicolai Funk , wie Dr. Jäger Rechtsanwalt bei Nonnenmacher Rechtsanwälte in Karlsruhe, nicht darauf verlassen, dass die Hersteller von sich aus ausreichende Nachbesserungsmaßnahmen anbieten. Und auch hier tickt die Uhr. Selbst wenn nachgebessert wird, ist es völlig unklar, wie sich diese Nachbesserung auswirkt. Im schlimmsten Fall werden damit die angegebenen Abgaswerte zwar eingehalten – aber als Preis dafür muss der Käufer anderweitige Einschränkungen hinnehmen, wie zum Beispiel einen deutlich höheren Verbrauch und eine verminderte Leistung. Diese Einschränkungen werden dann möglicherweise die bereits beschriebenen Ansprüche auslösen. Ist die Verjährungsfrist jedoch abgelaufen, kann der Käufer auch diese Ansprüche nicht mehr geltend machen.

Wahrscheinlich trägt auch der Verkäufer das Haftungsrisiko

Die nächste Frage ist: Wer haftet eigentlich für die gezielte Täuschung durch den Hersteller? Das Problem liegt hier darin, dass der täuschende Hersteller üblicherweise nicht in einer vertraglichen Beziehung zum Käufer steht – aber der Verkäufer als Vertragspartner nicht getäuscht hat. In diesem aktuellen Ausmaß der Täuschung durch einen Hersteller handelt es sich um ein Novum – nicht nur aus rechtlicher Sicht. Es dürfte darum derzeit noch offen sein, ob in diesem Fall nur der Hersteller oder nicht sogar der Verkäufer für die gezielte Täuschung des Herstellers einstehen muss. Eine einschlägige Rechtsprechung, insbesondere von Obergerichten oder dem Bundesgerichtshof (BGH), gibt es hierzu, soweit ersichtlich, noch nicht.

Der BGH hat zu dieser Thematik bislang jedoch ganz allgemein ausgeführt, dass der Käufer dem Verkäufer die Täuschung durch einen Dritten entgegenhalten kann – wenn das Verhalten des Dritte – in diesem Fall des Herstellers – dem Verkäufer „wegen besonders enger Beziehungen zwischen beiden oder wegen sonstiger besonderer Umstände billigerweise zugerechnet werden muss“. Es lässt sich aufgrund dieser Ausführung die Auffassung vertreten, dass der Verkäufer tatsächlich für die Täuschung des Herstellers gegenüber dem Käufer einstehen muss – vor allem wenn es sich dabei um Vertragshändler handelt. Der Händler seinerseits kann sich dann gegebenenfalls wieder an den Hersteller halten.

Der Skandal kann zum lukrativen Geschäft für den Käufer werden

Nach Auffassung von Rechtsanwalt Nicolai Funk wird die arglistige Täuschung im Abgas-Skandal dem Verkäufer zugerechnet werden müssen. Bestätigen die Gerichte diese Auffassung, droht vorerst keine Verjährung der Rechte wegen des Mangels. Gewissheit gibt es derzeit jedoch nicht. Darüber hinaus bekäme der Käufer weitere Handlungsoptionen, die sicherlich nicht durch die angekündigte Abhilfe der Hersteller abgedeckt werden. So könnte der Käufer sein Fahrzeug – nach Anfechtung oder Rücktritt – gegen Erstattung des Kaufpreises und unter Anrechnung seiner Nutzung zurückgeben. Da die Nutzung linear berechnet wird, das Fahrzeug aber einen degressiven Wertverlust erleidet, könnte der Abgas-Skandal für den Käufer zu einem lukrativen Geschäft werden.

Hierzu folgendes Beispiel: Der Käufer erwirbt ein Kraftfahrzeug zu einem Neupreis von 30.000 Euro. Nach zwei Jahren Nutzung und 20.000 gefahrenen Kilometer, hat das Kraftfahrzeug noch einen Marktwert von 15.000 Euro. Hat der Käufer bei einer zu erwartenden Gesamtlaufleistung des Kraftfahrzeugs von 200.000 km aber erst 20.000 km zurückgelegt, kann er das Kraftfahrzeug gegen Erstattung von 27.000 Euro (der Abzug beträgt 10 % des Neuwagenpreises) an den Händler zurückgeben. Im konkreten Beispiel hätte der Käufer also einen „Gewinn“ von 12.000 Euro gemacht.

Empfehlung: Rechte vor Ablauf der Verjährungsfrist sichern

Aufgrund dieser Überlegungen empfiehlt Dr. Jäger den Käufern, sich ihre Rechte dringend vor dem Ablauf der Verjährungsfrist zu sichern. Dies kann man beispielsweise tun, indem man den Verkäufer auffordert, sich bis zur abschließenden Klärung nicht auf den Eintritt der Verjährung zu berufen, selbst wenn die Verjährungsfristen abgelaufen sind. Lässt sich der Verkäufer nicht darauf ein, bleiben in erster Linie gerichtliche Schritte, um den Verjährungseintritt zu verhindern. Zu Vermeidung von Kosten könnte auch ein Schlichtungsverfahren vor einer anerkannten Gütestelle eingeleitet werden.

Stets aktuelle Informationen im Web

Auf der neu eingerichteten Website www.dieselgate-rechte.de werden ab sofort und stets hoch aktuell alle Informationen rund um die Rechte der Käufer von Dieselfahrzeugen zusammengetragen. Auch finden betroffene Käufer auf dieser Seite ein kostenloses Musterschreiben, mit dem sie den Verkäufer zum Verzicht auf die Einrede der Verjährung auffordern können.

Für jedes Rechtsgebiet den passenden Anwalt – oder ein individuell zusammengestelltes Anwalts-Team. Sinnvoll erweitert durch Steuerberatung. Mit 16 Anwälten ist Nonnenmacher Rechtsanwälte an zwei Standorten (Karlsruhe und St. Leon-Rot) überregional in allen relevanten Rechtsgebieten für seine Mandanten tätig. Die Rechtsanwälte beraten sowohl Unternehmen, Konzerne, Körperschaften als auch Institutionen des öffentlichen Rechts und natürlich auch Privatpersonen.

Firmenkontakt
Nonnenmacher Rechtsanwälte
Stefan Jäger
Wendtstraße 17
76185 Karlsruhe
0721 985 22-0
0721 985 22-50
birk@wyynot.de
www.nonnenmacher.de

Pressekontakt
wyynot GmbH
Karen Dörflinger
Rüppurrer Str. 4
76137 Karlsruhe
0721-6271007-71
birk@wyynot.de
www.wyynot.de

Posted in Automobile, Motorrad und Straßenverkehr Tagged with: , , , , ,