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Paderborn/Willich, 5. November 2025. Am 29. Oktober 2025 trafen sich auf Einladung
der Allianz Zukunft Reifen 25 Forschende aus ganz Deutschland zum vierten wissen­schaftlichen AZuR-Kolloquium im Institut für Kunststoff­technik (KTP) der Universität Paderborn. Unter dem Motto „Frische Impulse für die Reifen-Kreislaufwirtschaft“ tauschten sich die Wissenschaftler:innen über aktuelle Forschungsprojekte und Studien rund um die nachhaltige Verwertung und Wiederverwendung von Altreifen aus. Mit sieben Fachvorträgen und intensiven Debatten war die Veranstaltung in Paderborn
eine wertvolle Plattform für neue, interdisziplinäre Kooperationen.

Prof. Dr.-Ing. Elmar Morbitzer vom KTP begrüßte 25 Teilnehmende aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland. AZuR-Koordinatorin Christina Guth und Stefan Rau (wdk) bedankten sich herzlich für die Organisation und Gastfreundschaft: „Wir freuen uns, mit dem KTP einen starken Partner für angewandte Forschung in unserem Netzwerk zu haben.“ Im Mittelpunkt des Kolloquiums standen sieben fundierte Fachvorträge aus unterschiedlichen Disziplinen – von mechanischer Aufbereitung über Pyrolyse und Devulkanisation bis hin zu Digitalisierung und Umweltforschung.

Spannende Forschungsimpulse aus ganz Deutschland

Den Auftakt machte Andreas Glimm (Hochschule Nordhausen) mit einem Beitrag zur mechanischen Aufbereitung verschiedener Abfallstoffe und deren stofflicher Verwertung in der Pyrolyse. Anschließend präsentierte Sebastian Bogdahn (TH Köln:metabolon Institut) neue Erkenntnisse zur ökobilanziellen Bewertung von Karbonisaten aus der Altreifenpyrolyse.

Auf großes Interesse stieß auch der Beitrag von Prof. Dr. Carmen-Simona Jordan (Hochschule Osnabrück), die zeigte, wie sich die Eigenschaften recycelter EPDM-Materialien durch Liquid-Polymer-Aktivierung gezielt verbessern lassen. Jonas Petzke (Universität Paderborn) knüpfte mit der Analyse des thermo-chemischen Devulkanisationsverhaltens von SBR-basierten GTR-Mischungen daran an und betonte die Relevanz industrieller Fragestellungen für die Forschung: „Wir begrüßen es, wenn die Industrie mit konkreten Aufgaben auf uns zukommt – dafür entwickeln wir hier die passenden Lösungen. Wir möchten die AZuR-Partner herzlich einladen, mit weiteren spannenden Aufgabenstellungen an uns heranzutreten.“

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Auch der digitale Wandel wurde beim Kolloquium thematisiert: Paul Szabó-Müller (Hochschule Ruhr West) stellte innovative Konzepte zur Förderung der Kreislaufwirtschaft durch Digitalisierung vor. Umweltrelevante Aspekte beleuchtete Angus Rocha Vogel (Helmholtz Zentrum für Umweltforschung) mit einer Untersuchung zu möglichen Umweltfolgen von Reifenabrieb in Flüssen.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete Florian Löhr (Universität Paderborn) mit einem hochrelevanten Beitrag zur Direkthaftung von Duroplasten und Kautschuk im 2K-Spritzgießprozess – eine Entwicklung, die Klebstoffe in der Fertigung ersetzen könnte.

Konstruktiver Austausch, Praxistransfer und Ausblick

Neben den Fachvorträgen bot das Kolloquium den Teilnehmenden spannende Einblicke hinter die Kulissen des KTP. Bei einem geführten Rundgang durch das Technikum des KTP konnten die Teilnehmenden aktuelle Forschungseinrichtungen und Prüfstände hautnah erleben. Die modernen Labore boten Raum für den fachlichen Austausch – und weckten Interesse für gemeinsame Projekte. Die offene und interdisziplinäre Atmosphäre im KTP Paderborn förderte den intensiven Dialog zwischen den Fach­richtungen und legte den Grundstein für neue, zukunftsweisende Kooperationen – ein zentrales Ziel des Kolloquiums.

Das wissenschaftliche AZuR-Kolloquium hat sich als feste Größe im Netzwerk etabliert. Es bringt Experten aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen, fördert den Wissenstransfer und schafft Verbindungen zwischen Forschung, Industrie und Praxis. AZuR-Koordinatorin Christina Guth fasst zusammen: „Eine funktionierende Kreislaufwirtschaft braucht starke Impulse aus der Wissenschaft – und die Wissenschaft braucht die Praxis, um Wirkung zu entfalten. Nur gemeinsam können wir den Wandel zu einer echten Circular Economy gestalten.“

Mit Veranstaltungen wie dem Kolloquium gelingt es AZuR, innovative Lösungen sichtbar zu machen, den interdisziplinären Austausch zu fördern und das Netzwerk für zukünftige Herausforderungen zu stärken. Das nächste wissenschaftliche AZuR-Kolloquium findet am 28./29. Oktober 2026 an der Hochschule Nordhausen statt.

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Über die Allianz Zukunft Reifen (AZuR)

Im September 2025 wurde AZuR mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte 2025 ausgezeichnet. In der Kategorie „Gesamtkonzept – NPO“ würdigte die Jury das europaweit einzigartige Netzwerk der Reifen- und Recyclingbranche für seine umfassende und praxisnahe Lösung zur Umsetzung einer klimagerechten Reifen-Kreislaufwirtschaft.

AZuR engagiert sich seit dem Jahr 2020 europaweit für eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft. Gebrauchte Reifen sollen möglichst zu 100 Prozent wiederverwendet oder verwertet werden, um Abfälle zu vermeiden, CO2-Emissionen zu senken, natürliche Ressourcen zu schonen und Mensch sowie Umwelt zu schützen.

Über 90 AZuR-Partner aus Industrie, Mittelstand, Handel und Wissenschaft decken alle Sektoren der nachhaltigen Circular Economy von Reifen ab – von der nachhaltigen Neureifen-Herstellung und zertifizierten Sammlung gebrauchter Reifen über die Reparatur und Runderneuerung von Pkw- und Nfz-Reifen, bis hin zur stofflichen und chemischen Verwertung der in Altreifen enthaltenen Rohstoffe.

Im interdisziplinären Teamwork werden neue Wege und Lösungen für einen ökologisch wie ökonomisch sinnvollen Reifen-Kreislauf entwickelt. Dabei kommt den Universitäten im AZuR-Netzwerk eine besondere Bedeutung zu. Diese liefern mit wissenschaftlich fundierten Studien und Forschungen wertvolle Impulse, um den Stoffkreislauf zu schließen.

Im November 2023 erhielt AZuR für die Studie zur positiven Ökobilanz der Runderneuerung den „Europäischen Transportpreis für Nachhaltigkeit 2024“. AZuR-Netzwerk-Koordinatorin Christina Guth wurde mit dem Recircle Award 2025 in der Kategorie Women’s Award for the Tyre Retreading Sector ausgezeichnet. Mehr über AZuR erfahren Sie hier: https://azur-netzwerk.de Das AZuR-Erfolgsmodell der Reifen-Kreislaufwirtschaft findet weltweit Beachtung. Es kann und soll auf andere Branchen und Abfallströme übertragen werden.

Pressekontakt:
AZuR-Netzwerk
Christina Guth
c/o CGW GmbH
Karl-Arnold-Straße 8, 47877 Willich
c.guth@c-g-w.net
Tel: 02154-88852-11

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Bildmaterial zur freien redaktionellen Verwendung, mit Angabe der Bildquelle.

Am 29. Oktober 2025 trafen sich 25 Forschende aus ganz Deutschland zum vierten wissen­schaftlichen AZuR-Kolloquium im Institut für Kunststoff­technik (KTP) der Universität Paderborn. Unter dem Motto „Frische Impulse für die Reifen-Kreislaufwirtschaft“ tauschten sich die Wissenschaftler:innen über aktuelle Forschungsprojekte und Studien rund um die nachhaltige Verwertung und Wiederverwendung von Altreifen aus. Bild: AZuR.