Tine Sonnengold

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Ein Fachartikel von Tine Sonnengold über Aspartam, Bewusstsein und die Kunst des bewussten Genießens.

Künstliche Süßstoffe gelten clevere Alternative zu Zucker. Doch aktuelle Forschung zeigt, dass die süße Illusion auch Schattenseiten hat. Aspartam (E 951), der bekannte Vertreter, steckt in tausenden Produkten – von Light-Getränken bis Zahnpasta.

Was sagen Forschung und Behörden?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertete Aspartam 2013 als sicher, sofern die tägliche Aufnahmemenge von 40 mg pro Kilogramm Körpergewicht nicht überschritten wird (EFSA Journal 2013; 11(12):3496). Eine einfache Orientierungshilfe für Verbraucher:innen gibt es jedoch bis heute nicht.

2023 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Stoff als „möglicherweise krebserregend für den Menschen“ (Gruppe 2B) ein. Damit gilt Aspartam nicht als verboten, aber als weiterhin forschungsrelevant. (WHO / IARC & JECFA Joint Statement 2023).

Gesundheitliche Auswirkungen

Neuere Studien verweisen auf mögliche Zusammenhänge zwischen Aspartam, oxidativem Stress und Veränderungen im Stoffwechsel (OUP Academic 2021; Nutrients 2022). Besonders der Einfluss auf die Darmflora wird diskutiert: Bestimmte Süßstoffe könnten das Mikrobiom verändern und langfristig Verdauung, Immunsystem und Stoffwechsel beeinflussen (Harvard T.H. Chan School of Public Health, 2023).

Für Menschen mit Phenylketonurie (PKU) ist Aspartam strikt zu meiden, da ihr Körper die enthaltene Aminosäure Phenylalanin nicht abbauen kann. Doch auch für Gesunde gilt: „zuckerfrei“ bedeutet nicht automatisch „gesund“. Studien deuten darauf hin, dass künstliche Süße den Appetit auf Zucker sogar verstärken kann – ein paradoxer Effekt, der langfristig zu höherer Kalorienaufnahme führen kann („Gain weight by going diet?“).

Natürliche Balance durch Bitterstoffe

Der Geschmackssinn des Menschen ist auf süß programmiert – ein Überbleibsel aus Zeiten, in denen Süße selten war. Heute führt das Überangebot an künstlicher Süße häufig zu einem Ungleichgewicht. Bitterstoffe helfen, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen. Sie regen die Verdauung an, unterstützen Leber und Galle und helfen, Heißhunger auf Süßes zu dämpfen.

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In der traditionellen Medizin – ob Ayurveda, TCM oder nach Hildegard von Bingen – gelten Bitterstoffe seit Jahrhunderten als „Klärmittel für Körper und Geist“. Lebensmittel wie Chicorée, Walnüsse, Artischocken oder Grapefruit fördern das natürliche Sättigungsgefühl und stärken das Verdauungssystem.

Bewusste Alternativen zur künstlichen Süße

Wer künstliche Süßstoffe reduzieren möchte, findet in Honig, Ahornsirup, Datteln oder Kokosblütenzucker natürliche Alternativen. Auch moderne Stoffe wie Stevia oder Erythrit können helfen – in Maßen und bewusst eingesetzt. Wichtiger als der Ersatzstoff ist jedoch der bewusste Umgang mit dem Thema Süße insgesamt.

Fazit: Weniger künstlich, mehr Bewusstsein

Süßstoffe stehen für den Versuch, Genuss ohne Preis zu schaffen – doch der Körper lässt sich nicht täuschen. Gesundheit beginnt mit Bewusstsein, Balance und echten Lebensmitteln. Wer Bitterstoffe und natürliche Süße wieder in den Alltag integriert, stärkt nicht nur die Verdauung, sondern auch das eigene Körpergefühl.

Autorin

Tine Sonnengold – Autorin des Buches „Wohlfühlogie – oder (m)eine Wissenschaft des Wohlfühlens“.
Artikel: https://tinesonnengold.info

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Tine Sonnengold
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