Nikolaus Fleischhacker, Geschäftsführer der Oranier Heiztechnik GmbH, über
die Marktchancen von wasserführenden Festbrennstoffgeräten

Sonnige Zeiten für wasserführende Kamin- und Pelletöfen

Nikolaus Fleischhacker, Geschäftsführer der Oranier Heiztechnik GmbH

Redaktion: Oranier zählt seit Jahren zu den führenden Anbietern wasserführender
Geräte. Aktuell sehen Sie ein gutes Potenzial für dieses Marktsegment. Worauf
begründet sich Ihr Optimismus?

Nikolaus Fleischhacker: Dafür gibt es gleich mehrere Gründe: Zum einen sind es
die steigenden Öl- und Gaspreise. Nach einem deutlichen Rückgang im
Pandemiejahr 2020 kam es bereits im November zu einer Trendwende. Und wenn
der Tanklaster dieses Jahr vorfährt, gehen Heizöl und Preis getrennte Wege:
Während das Öl nach unten in den Keller gepumpt wird, klettern die Kosten nach
oben. Statt 800 Euro sind nun wieder bis zu 1.200 Euro für eine Lieferung von 2.000
Litern zu zahlen. Analog verhält es sich mit der Gasrechnung.

Redaktion: Und zum anderen?

Fleischhacker: Die seit Jahresbeginn auf fossile Brennstoffe erhobene CO2-Abgabe
wird in Zukunft für weiteren Auftrieb der Preisspirale sorgen. Pro Tonne
Kohlenstoffdioxid werden jetzt 25 Euro fällig. Bis 2025 steigt der CO2-Preis
schrittweise auf 55 Euro pro Tonne. Dadurch werden die Haushalte finanziell belastet
und suchen nach ökologischen Alternativen, die zudem von der Abgabe befreit sind.
Hier kommen Brennholz und Pellets ins Spiel. Heizen mit Holz ist wirtschaftlich und
effizient, nachhaltig und klimaneutral – alles in allem gibt es ein gutes Gefühl.

Redaktion: Diese Tatsachen sprechen alle für Holzfeuerungen. Warum greifen
Verbraucher in Zukunft wieder vermehrt zu wassergeführten Öfen?

Fleischhacker: Niedrigenergie- und Passivhäuser dominieren den Neubaumarkt,
aber auch Bestandsgebäude werden aufgrund gesetzlicher Vorgaben entsprechend
saniert. Der hohe Dämmstandard und die ökologischen Anforderungen führen dazu,
dass die Verbraucher die Kraft des Feuers optimal und am besten doppelt nutzen
möchten. Obendrein kann der Einbau eines wasserführenden Pelletofens staatlich
gefördert werden.

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Redaktion: Worin sehen Sie Ihre Stärke im Bereich der wasserführenden Geräte?

Fleischhacker: Wir sind seit fast 20 Jahren in diesem Marktsegment tätig. Wir haben
es uns zur Aufgabe gemacht, hochwertige Produkte herzustellen. Unser Angebot
bietet für jede Preislage etwas – vom Einstiegsmodell bis hin zu gehobenen
Designprodukten. Optisch verfügen wir über die gesamte Range von eckig bis rund.
Und damit sich jeder Ofen optimal an das Wohnumfeld anpasst, haben wir zahlreiche
Verkleidungen in Natursteinen und farbiger Keramik zur Auswahl.

Redaktion: Und auf der technischen Seite?

Fleischhacker: Besonders interessant und ressourcenschonend ist die Kombination
eines Kaminofens mit Wasserwärmetauscher und einem zweiten Energieerzeuger
auf regenerativer Basis, wie eine Solaranlage oder Wärmepumpe. Mit umfangreichen
technischen Unterlagen unterstützen wir den Fachmann bei der Planung und Einbau
von Heizungsanlagen. Zusätzlich stehen die notwendigen Zubehörmodule wie die
hydraulische Ladestation, elektrische Differenzschaltung sowie thermische
Ablaufsicherung zur Verfügung. Unser Service umfasst somit alle Eckpunkte zur
optimalen Einbindung des Ofens in den Heizkreislauf.

Redaktion: Herr Fleischhacker, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Redaktionstipp:
Oranier ist Herausgeber des Standardwerks “Ratgeber für wasserführende Kamin- und
Pelletöfen”. Neben umfangreichen Informationen zu Aufbau und Funktion wird
Schritt für Schritt die Realisierung einer solchen Anlage erklärt. Detaillierte Skizzen
und Schaltungsbeispiele helfen bei der Planung. Der 256 Seiten umfassende
Ratgeber ist im Buchhandel für 19,90 Euro oder direkt über www.oranier.com
erhältlich.

Die ORANIER-Gruppe besteht aus zwei eigenständigen Gesellschaften – der ORANIER Heiztechnik GmbH und der ORANIER Küchentechnik GmbH – und fertigt Heiz- und Haushaltsgeräte. Hierzu zählen Kaminöfen und Gasheizgeräte ebenso wie Herde und Backöfen, Kühl- und Gefriergeräte, Dunstabzugshauben, Mikrowellen und Geschirrspüler.

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Die Anfänge des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1607 zurück. Ab 1915 wurden von der damaligen Frank AG in Dillenburg Heiz- und Kochgeräte unter dem Markennamen ORANIER vertrieben. 1994 kam es zur Neugründung der ORANIER Heiz- und Kochtechnik GmbH durch Nikolaus Fleischhacker als geschäftsführenden Gesellschafter.

Heute vertreibt ORANIER sein breit gefächertes Produktprogramm bundesweit über ein flächendeckendes Fachhändlernetz und verkauft seine Geräte auch ins benachbarte Ausland. Zudem unterhält das Unternehmen eine eigene Vertriebsniederlassung in Österreich. Das Unternehmen hat seinen Sitz im hessischen Haiger und ist Mitglied des HKI Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V.

Kontakt
ORANIER Heiztechnik GmbH
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