ARAG Experten über Nachbarschaftshilfe und Einbruchschutz

So bleibt das Zuhause in den Ferien sicher

ARAG Experten über Nachbarschaftshilfe und Einbruchschutz

Trotz steigender Vorfreude auf den nahenden Urlaub beginnt für viele erst einmal die Organisation zu Hause, bevor die Reise losgeht. Wer leert den Briefkasten? Wer gießt die Blumen? Und wer nimmt eigentlich die Pakete an? Nachbarschaftshilfe gehört in der Ferienzeit fast selbstverständlich dazu. Doch wenn dabei etwas schiefgeht, stellt sich schnell die Frage: Wer haftet eigentlich für Schäden? Gleichzeitig sollten Urlauber ihr Zuhause möglichst gut gegen Einbrecher absichern. Denn die Sommerferien gelten nach wie vor als Hochsaison für Einbrüche, wie steigende Zahlen zeigen.

Klare Absprachen mit den Nachbarn
Ob Pflanzen gießen, Rollläden bewegen oder nach dem Rechten sehen: Wer Freunde oder Nachbarn bittet, sich während des Urlaubs um Haus oder Wohnung zu kümmern, sollte klare Absprachen treffen. Denn auch bei gut gemeinter Hilfe können Schäden entstehen. Kippt beispielsweise beim Blumengießen Wasser auf den Parkettboden oder geht beim Lüften ein Fenster kaputt, haftet grundsätzlich die Person, die den Schaden verursacht hat. In vielen Fällen greift dann die private Haftpflichtversicherung des Helfers. Allerdings weisen die ARAG Experten darauf hin, dass nicht jede Versicherung automatisch Schäden bei sogenannten Gefälligkeitshandlungen übernimmt. Manche Policen schließen reine Freundschafts- oder Nachbarschaftsdienste aus oder regulieren Schäden nur eingeschränkt.

Auch beim Schlüssel sollte Vorsicht gelten. Geht ein überlassener Haustürschlüssel verloren, kann es teuer werden, insbesondere bei Schließanlagen in Mehrfamilienhäusern. Wer fremde Schlüssel übernimmt, sollte prüfen, ob die eigene Haftpflichtversicherung sogenannte Schlüsselverluste absichert.

Wer haftet für angenommene Pakete?
Viele Urlauber bitten Nachbarn zudem darum, während ihrer Abwesenheit Pakete entgegenzunehmen. Damit übernehmen diese allerdings auch eine gewisse Verantwortung. Wird ein Paket nach der Annahme beschädigt oder verschwindet es aus dem Hausflur, kann im Einzelfall Streit darüber entstehen, wer für den Schaden aufkommen muss. Entscheidend ist oft, ob fahrlässig gehandelt wurde. Wer ein Paket beispielsweise unbeaufsichtigt vor die Haustür stellt, obwohl ein sicherer Ablageort möglich gewesen wäre, könnte unter Umständen haften. Um hier Missverständnisse zu vermeiden, empfehlen die ARAG Experten, möglichst genau abzusprechen, wo Sendungen gelagert werden sollen und ob besonders wertvolle Lieferungen zu erwarten sind.

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Wie hält man Einbrecher wirksam fern?
Neben der Organisation der Nachbarschaftshilfe gehört auch der Einbruchsschutz zur Urlaubsvorbereitung. Denn leerstehende Wohnungen und Häuser ziehen Einbrecher gerade in der Ferienzeit an. Dabei scheitert rund jeder zweite Einbruchsversuch häufig deshalb, weil Täter zu viel Zeit benötigen oder sich beobachtet fühlen.

Schon einfache Maßnahmen können helfen, das Risiko zu senken. Wichtig ist vor allem, das Zuhause bewohnt wirken zu lassen. Überquellende Briefkästen, dauerhaft geschlossene Rollläden oder tagelang dunkle Fenster signalisieren schnell, dass niemand zu Hause ist. Sinnvoll können daher Zeitschaltuhren für Lichtquellen oder automatisch gesteuerte Rollläden sein. Auch ein Helfer, der ab und an das geparkte Fahrzeug vor der Haustür bewegt, macht Sinn.

Fenster und Türen sollten beim Verlassen der Wohnung immer vollständig geschlossen und möglichst zweifach verriegelt werden. Gekippte Fenster gelten aus Sicht vieler Versicherer als Einladung für Einbrecher. Kommt es dann zu einem Schaden, kann unter Umständen der Versicherungsschutz gefährdet sein. Die ARAG Experten weisen zudem darauf hin, dass Hausratversicherungen in der Regel nur bei einem echten Einbruchdiebstahl leisten, also wenn Einbruchsspuren vorhanden sind.

Technik kann zusätzlich schützen
Wer möchte, kann in zusätzliche Sicherungstechnik investieren. Bewegungsmelder, einbruchhemmende Fenster und Türen oder Kamerasysteme erschweren Tätern den Zugang erheblich. Besonders empfohlen werden geprüfte und zertifizierte Türen und Fenster mit einbruchhemmender Widerstandsklasse. Für entsprechende Schutzmaßnahmen gibt es teilweise sogar Fördermöglichkeiten.

Wichtig ist außerdem, keine Urlaubshinweise öffentlich zu teilen. Fotos vom Strand oder beispielsweise Countdown-Posts in sozialen Netzwerken verraten oft unbeabsichtigt, dass das Zuhause gerade leer steht. Wer Urlaubsbilder erst nach der Rückkehr veröffentlicht, reduziert dieses Risiko deutlich.

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Was im Ernstfall wichtig ist
Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Einbruch, sollte umgehend die Polizei verständigt werden. Wichtig ist, den Tatort zunächst unverändert zu lassen, damit Spuren gesichert werden können. Schäden müssen anschließend möglichst schnell der Hausratversicherung gemeldet werden. Hilfreich sind dabei Fotos, Kaufbelege oder Inventarlisten, um gestohlene Gegenstände nachzuweisen.

Die ARAG Experten weisen darauf hin, dass die psychische Belastung nach einem Einbruch oft schwerer wiegt als der materielle Schaden. Das Gefühl der Sicherheit in den eigenen vier Wänden geht plötzlich verloren. Umso wichtiger ist es, mit guter Vorbereitung sowohl das eigene Zuhause als auch das Verhältnis zu hilfsbereiten Nachbarn entspannt und sicher durch die Ferienzeit zu bringen.

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