Seit einigen Monaten legt die Polizei im Norden von Deutschland einen ganz besonderen Fokus auf das illegale Angebot von Glücksspiel. Die zuständigen Behörden arbeiten derzeit sehr eng miteinander zusammen.

Seit einigen Monaten legt die Polizei im Norden von Deutschland einen ganz besonderen Fokus auf das illegale Angebot von Glücksspiel. Die zuständigen Behörden arbeiten derzeit sehr eng miteinander zusammen, um großangelegte Razzien zu koordinieren. Ziel der Ermittlungen ist ein Ring von Kriminellen, welcher organisierte Strukturen aufweist.

Zahlreiche Bundesländer im Norden von Deutschland sind derzeit damit beschäftigt, Ermittlungen im großen Stil gegen das nicht lizenzierte Angebot von Glücksspiel durchzuführen. Während jüngsten Razzien konnten oftmals illegale Spielautomaten in unregulierten Spielstätten gesichert werden. Außerdem konnten die Ermittler Hinweise sichern, welche darauf hindeuten, dass es in manchen Fällen zu Geldwäsche gekommen sein muss. Laut offiziellen Angaben der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) mit Sitz in Halle hat die Behörde im vergangenen Jahr (2024) über 1.700 Ermittlungsverfahren gegen nicht regulierte Betreiber veranlasst. Wirft man einen Blick auf die Kriminalstatistik der Polizei Niedersachsens, so lässt sich erkennen, dass die laufenden Ermittlungen im Segment des Glücksspiels 2024 um mehr als 18 % zunahmen. Der Trend hat sich weiter fortgesetzt und es wird klar, dass das illegale Glücksspiel in Deutschland auch weiterhin ein Problem darstellt. Online als auch offline haben die Behörden alle Hände voll zu tun und sagen dem Schwarzmarkt den Kampf an.

Versteckte Spielstätten und organisierte Struktur

Während der jüngsten Einsätze Bremen, Bremerhaven, Hamburg und zahlreichen Landkreisen Niedersachsens zeigte sich immer wieder das gleiche Muster. Unauffällige Hinterzimmer in Kneipen und Restaurants sowie “geschlossene” Läden oder improvisierte Vereinslokale dienen als illegale Stätten für das Glücksspiel. Die Ermittler fanden immer wieder manipulierte Spielautomaten. Zudem haben die Betreiber ihre Stätten mit Sicherheitskameras und Warnsysteme ausgestattet, damit diese direkt die Flucht ergreifen können, falls die Polizei vor der Tür steht.

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Neben dem illegalen Glücksspiel in unregulierten Spielstätten spielt in Deutschland auch das illegale Glücksspiel im Internet eine zunehmend größere Rolle, denn einige der Kriminellen nutzen sowohl echte Spielstätten als auch Online Portale. Zahlreiche deutsche Nutzer von Online Glücksspiel Portalen orientieren sich deshalb vermehrt an Online Vergleichsportalen. So können sie legale Betreiber direkt erkennen und überprüfen, ob Glücksspiellizenz, die erforderlichen Maßnahmen zum Spielerschutz und sichere Online Zahlungsmethoden vorhanden sind. Dort lässt sich zudem einordnen, welche Portale als seriöse Echtgeld Casinos online genutzt werden können und ob alle regulatorischen Standards erfüllt werden.

Bei mehreren Razzien stellten Ermittler fest, dass Betreiber Gewinne zum Teil über digitale Systeme schleusen. Neben Bargeld wurden bei Einsätzen in Bremerhaven und Hannover mobile Terminals, E-Wallet-Zugänge und verschlüsselte Software zur Einsatzverwaltung gefunden. Dies erschwert die Nachverfolgung erheblich und zeigt, wie eng illegales Online- und Offline-Glücksspiel inzwischen miteinander verbunden ist.

Die aktuelle Datenlage erfordert Handlungsbedarf seitens der Behörden

Die DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen) verweist in ihrem “Glücksspielatlas Deutschland” schon seit langem auf die erhöhte Gefährdung durch das Angebot von illegalem Glücksspiel. Da es keine Limits für Einsätze gibt, technische Prüfsiegel fehlen und keine Behörde die Automaten oder Betreiber prüft, steigt das Risiko finanzieller Schäden und der Entwicklung eines problematischen Spielverhaltens hier sehr schnell an. Laut offiziellen Angaben der BZgA legten im “Glücksspiel-Survey” des Jahres 2023 circa 4,6 % der Erwachsenen ein riskantes Verhalten an den Tag. Ein sehr großer Anteil dieser Summe bezieht sich auf illegales Glücksspiel.

Auch die deutsche Wirtschaft leidet unter dem illegalen Angebot. Laut Schätzungen des Statistischen Bundesamts gehen dem deutschen Staat durch illegales Glücksspiel jedes Jahr Steuerbeträge im dreistelligen Millionenbereich verloren. Für Länder und Kommunen bedeutet dieses Defizit, dass sowohl Prävention als auch Kontrollmaßnahmen finanziell unter Druck geraten.

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Die Ermittler setzen auf neue Methoden

In Norddeutschland setzen die zuständigen Behörden nun vermehrt auf verdeckte Ermittlungen und technische Auswertung. In Bremen führte das LKA 2024 mehrere längerfristige Observationen durch. Anschließend konnten illegale Spielstätten in Shisha-Bars und Vereinslokalen geschlossen werden. Die Ermittler fanden Geräte ohne Zulassung, illegale Pokerstrukturen und zahlreiche Hinweise auf Geldwäsche.

Auch in Hamburg intensivierten Einsatzkräfte ihre Präsenz in Gewerbegebieten. Bei einer groß angelegten Aktion in Billstedt beschlagnahmte die Polizei mehr als 90 illegale Spielautomaten sowie Bargeld im fünfstelligen Bereich. In Niedersachsen wurden bei zeitgleichen Maßnahmen in Osnabrück und Delmenhorst Räume entdeckt, die rund um die Uhr bespielt wurden. Notausgänge oder Brandschutzvorkehrungen waren nicht vorhanden.

Einzelne Kommunen erhoffen sich mehr Unterstützung

Viele Kommunen in Norddeutschland kritisieren, dass illegale Glücksspielstrukturen flexibel und schwer zu fassen sind. Während eine unregulierte Spielstätte geschlossen wird, kann an einer anderen Stelle schnell eine neue eröffnet werden. Die Koordination zwischen den Ordnungsämtern, der Polizei, den Gewerbeaufsichten und den Finanzbehörden gestalte sich zudem sehr kostspielig.

Mehrere Innenministerien fordern eine einheitlichere Sanktionsstruktur. Aktuell unterscheiden sich Bußgelder von Land zu Land, was dazu führt, dass Betreiber regionale Schlupflöcher nutzen. Gleichzeitig drängen Kommunen auf mehr Mittel für Präventionsarbeit. Die DHS betont, dass besonders urbane Problemzonen von aufsuchenden Beratungsangeboten profitieren könnten, sofern sie flächendeckend finanziert werden.

Die digitale Verfolgung soll ausgebaut werden. Die GGL setzt bereits Payment-Blocking-Verfahren ein, um Transaktionen zu illegalen Betreibern von Online Casino Portalen zu unterbinden. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 160 Verfahren eingeleitet. Experten halten einen breiteren Einsatz moderner Monitoring-Technologien für notwendig. Nur so ließen sich Zahlungsströme nachhaltig blockieren.

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Kampf gegen illegales Glücksspiel erfordert langfristige Strategien

Die Razzien in Norddeutschland zeigen, wie komplex und professionell der Schwarzmarkt agiert. Die Behörden erzielen Erfolge, stoßen aber zugleich auf Strukturen, die sich schnell anpassen und neue digitale Wege nutzen. Für die kommenden Monate erwarten Fachleute eine weitere Intensivierung der Einsätze sowie politische Debatten darüber, wie Technik, Prävention und einheitliche Sanktionen zusammenspielen können. Der Kampf gegen unreguliertes Glücksspiel erfordert eine enge Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Kommunen.

Von PR-Echo