Thomas Jakobi

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Mitarbeiter(innen)… Mitarbeiter/-in… Mitabeiter*in… oder Mitarbeitende?
Wer regelmäßig Texte schreibt, dem dürfte der öffentliche Diskurs um die Thematik des „genderns“ nicht entgangen sein. Die gendergerechte Sprache findet in allen Medien Verwendung. Gesichert ist, dass das „gendern“ damit die gesellschaftliche Veränderung vorantreibt, einfach weil Sprache Ausdruck unseres Denkens ist. Damit beeinflussen unsere Gedanken unsere Schreibweise, und umgekehrt. Denn, liest man „Polizisten“ denkt man direkt an Männer, sowie man bei „Alleinerziehenden“ sofort an Frauen denkt. Besonders stark ist diese Wirkung bei Berufsbezeichnungen in Bereichen, die man eher als Männerdomäne verortet. Würde man für alle Berufe auch weibliche Bezeichnungen verwenden, wäre die weibliche Präsenz in diesen Bereichen leichter vorstellbar, damit auch selbstverständlicher.
Es bestehen jedoch viele Unsicherheiten bezüglich der sicheren Anwendung und schon deshalb scheuen sich viele Publizierende vor einem konsequenten Gebrauch. Zudem wird geschlechtergerechte Schreibweise oft als umständlich oder kompliziert empfunden. Denn beim Schreiben trifft man immer wieder auf Begriffe und Bezeichnungen, deren praktische Anwendung äußerst „tricky“ ist. Wie ist denn die korrekte Bezeichnung für eine weibliche Person, die den Beruf des Zimmermanns ausübt? Zimmermännin? Zimmerfrau? Zimmermannsfrau?
In der Vergangenheit wurden Texte meist nur mit der männlichen Form geschrieben. Deshalb ließ sich kaum erkennen, ob wirklich nur Männer gemeint sind, oder sich auch Frauen angesprochen fühlen müssen. Die Frauen – im Gegensatz zu den Männern – müssen sich also bei jedem Einzelfall fragen, ob sie nun auch betroffen sind oder nicht.
Wie auch immer, es bleibt knifflig. Daniel Stöckel, der Geschäftsführer der arago Consulting GmbH bietet seiner Kundschaft eine Lösung und meint: „Eine Möglichkeit ist die Verwendung neutraler Formulierungen, also geschlechtsneutraler Schreibweisen. Aus ihnen geht keine Information darüber hervor, welches Geschlecht die beschriebenen Personen haben. Gegenüber anderen Formen des Genderns haben sie den Vorteil, dass sie den Lesefluss nicht stören, barrierefrei und platzsparend sind, ohne dass dabei ein Geschlecht ausgeschlossen wird“.
Fakt ist, dass viele Unterrichtsmaterialien, Seminar- und Schulungsunterlagen dahingehend korrigiert, überarbeitet, lektoriert und angepasst werden müssen. Und das ist ein Prozess, dem man vorher lieber eine klare Struktur und Vorgehensweise mit auf den Weg geben sollte.

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