Mandy Ebisch

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Wenn die kalte Jahreszeit einbricht und die Temperaturen fallen, arbeiten unsere Heizsysteme auf Hochtouren. Mit dem Anstieg der Heizleistung steigen jedoch auch die Energiekosten. Viele stellen sich die Frage, ob das Absenken oder Ausschalten der Heizung während der Nachtstunden tatsächlich eine Kostenersparnis mit sich bringt. Schließlich liegt man nachts warm eingekuschelt im Bett.

Die benötigte Wärme in der kalten Jahreszeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Außentemperatur, die Gebäudeisolierung und das persönliche Wärmeempfinden. Fakt ist, dass Wohnräume während der Schlafenszeit weniger Heizenergie benötigen als tagsüber. Um einen erholsamen Schlaf zu gewährleisten, sollte die Raumtemperatur im Schlafzimmer generell unter 20°C liegen, idealerweise zwischen 16 und 18°C.

Das komplette Abschalten der Heizung kann aber auch zu unerwünschten Folgen führen. In schlecht isolierten Gebäuden sinkt die Raumtemperatur erheblich. Dadurch muss die Heizungsanlage am nächsten Morgen mehr Energie aufwenden, um die Räume wieder aufzuheizen. Zudem steigt das Risiko von Schimmelbildung, da die Räume auskühlen und Feuchtigkeit an den Wänden kondensiert.

 

Spart man mit ausgeschalteter Heizung Energie?

Paradoxerweise kann das nächtliche Abschalten und morgendliche Wiedereinschalten sogar zu höheren Energiekosten führen. Denn die Heizung muss dann im Hochleistungsbetrieb arbeiten, um die kalten Räume aufzuheizen. Insgesamt kann dies zu einem höheren Energieverbrauch führen. Dies gilt sowohl für Mieter, die am Heizkörper das Thermostat herunterdrehen, als auch für Eigentümer, die die Nachtabsenkung nutzen. Um Energie zu sparen und Schimmelbildung zu verhindern, ist es deshalb ratsam, die Heizung nachts nicht komplett auszuschalten.

 

Energie sparen, ohne die Heizung auszuschalten

Die Lösung? Statt die Heizung auszuschalten, reicht es oft aus, die Temperatur herunterzudrehen. Dabei kann bereits das Absenken der Raumtemperatur um ein paar Grad signifikante Energieeinsparungen bewirken. Denn jedes Grad weniger spart 6 Prozent Energie. Das bedeutet, dass das Absenken der Temperatur in den Wintermonaten um einige Grad – sowohl tagsüber als auch nachts – zu erheblichen Kosteneinsparungen führen kann.

Natürlich gibt es individuelle Vorlieben und Bedürfnisse, wenn es um die Raumtemperatur geht. In Haushalten, in denen mehrere Personen zusammenleben, kann es manchmal eine Herausforderung sein, einen Kompromiss zu finden. Einige bevorzugen es kühler, während andere es gerne wärmer haben. Dennoch besteht Konsens darüber, dass das Einsparen von Energie und das Senken der Heizkosten eine gute Idee ist.

In der Praxis bedeutet dies, dass es in den meisten Fällen nicht erforderlich ist, die Heizung nachts auszuschalten. Stattdessen kann das gezielte Absenken der Raumtemperatur eine sinnvolle Maßnahme sein. Wenn beispielsweise die Wohnung im Winter nicht auf 24 Grad, sondern auf 20 Grad geheizt wird, kann dies erhebliche Einsparungen bei den Heizkosten bedeuten. Um merkliche Einsparungen zu erzielen, sollte dies während der gesamten Heizperiode praktiziert werden.

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Die richtige Raumtemperatur

Jedes Grad Raumtemperatur mehr verteuert die Heizkostenrechnung.

 

Ist eine Nachtabsenkung der Heizung sinnvoll?

Obwohl es verlockend erscheint, die Heizung nachts komplett auszuschalten, ist dies in der Praxis wenig sinnvoll.

Zum einen erhöht dies das Schimmelrisiko: Wenn Wände und Decken abkühlen, kann Feuchtigkeit daran kondensieren und in die Oberflächen eindringen, was letztendlich zu Schimmel führen kann. Dieses Risiko lässt sich durch eine ausreichend hohe Raumtemperatur im Winter vermeiden.

Zum anderen bedingt das Ausschalten eine längere Aufwärmphase am nächsten Morgen: Das nächtliche Abschalten der Heizung führt zu einem schnellen Abfall der Raumtemperatur, wodurch Decken und Wände stark auskühlen. Um am nächsten Tag wieder die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen, muss die Heizung intensiver arbeiten. Die eingesparte Energie über Nacht würde somit durch den höheren Verbrauch am Morgen zunichte gemacht.

Stattdessen kann es effektiver sein, die Leistung der Heizungsanlage über Nacht zu reduzieren. Hier kommt die bewährte Methode der Nachtabsenkung ins Spiel.

Die sogenannte Nachtabsenkung wird durch die Programmierung der Heizungsanlage oder das manuelle Absenken der Vorlauftemperatur bei älteren Systemen ermöglicht. In einer Wohnung mit Zentralheizung haben Bewohner normalerweise keinen direkten Zugriff auf die Heizanlage. Stattdessen können sie die gewünschte Raumtemperatur in jedem Raum mithilfe von Heizreglern oder Thermostaten einstellen oder programmieren. Durch das Absenken der Vorlauftemperatur gemäß der Heizkurve während der Nachtstunden verbraucht die Heizung weniger Energie.

Das Prinzip der Nachtabsenkung lässt sich jedoch nicht nur auf die Nachtstunden beschränken. Es kann auch tagsüber erfolgreich angewandt werden. Indem man die Vorlauftemperatur reduziert, wenn man beispielsweise bei der Arbeit ist, kann man erhebliche Energieeinsparungen erzielen. Dies hat keinen negativen Einfluss auf den Wohnkomfort. Sobald man nach Hause zurückkehrt, kann die Vorlauftemperatur problemlos wieder erhöht werden.

Aber Achtung: Nicht jedes Gebäude ist für eine Nachtabsenkung geeignet. Um eine umfassende Bewertung vorzunehmen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden wie die Gebäudestruktur, die Dämmung, die Witterungsbedingungen sowie die spezifischen Gegebenheiten beim Aufheizen und Abkühlen der Räume.

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Andernfalls erreicht man mit der Nachtabsenkung genau das Gegenteil: Die benötigte Heizenergie am Morgen, um das abgekühlte Haus zu erwärmen, übersteigt die während der Nacht eingesparte Energie.

Erfordert das morgendliche Wiederaufheizen nach einer nächtlichen Absenkung weniger Energie im Vergleich zum kontinuierlichen Durchheizen, ist eine Nachtabsenkung durchaus eine sinnvolle Option.

 

Welche Heizung eignet sich für eine nächtliche Drosselung?

Ob es sich rentiert, die Heizung über Nacht zu drosseln, hängt von der Art der Heizungsanlage ab. Bei Fußbodenheizungen und Wärmepumpen ist eine Nachtabsenkung in der Regel nicht empfehlenswert. Dies liegt daran, dass beide Systeme mit einer geringen Vorlauftemperatur arbeiten und verhältnismäßig viel Zeit benötigen, um wieder auf die gewünschte Raumtemperatur zu gelangen, wenn die Temperatur zu stark gesenkt wurde:

  • Fußbodenheizungen können tagsüber zwar Wärme speichern, müssen jedoch den Estrich am nächsten Tag erneut aufwärmen, was viel Energie erfordert.
  • Wärmepumpen erfordern nach dem nächtlichen Ausschalten der Heizung mehr Heizenergie, um die gewünschte Temperatur wiederherzustellen. Dies kann zu höheren Kosten führen, einschließlich erhöhter Stromkosten.

 

In solchen Fällen ist es daher in der Regel nicht ratsam, die Heizung über Nacht auszuschalten. Bei konventionellen Heizsystem, die nicht mit einer geringen Vorlauftemperatur arbeiten (wie die Fußbodenheizung und die Wärmepumpe) kann eine Nachtabsenkung durchaus in Frage kommen. Vor allem bei Heizkörpern mit hoher Vorlauftemperatur erzielt die Nachtabsenkung oft einen spürbaren Effekt.

Die Dämmung des Gebäudes spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob eine Nachtabsenkung sinnvoll ist. Dabei sind folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  • Gebäude mit effizienter Dämmung und Energiesparhäuser: Diese Gebäude verlieren nur sehr wenig Wärme durch ihre Gebäudehülle und Fenster, sodass die Raumtemperatur kaum absinkt. Daher ist das Einsparpotenzial hier gering, wenn die Heizung nachts ausgeschaltet wird.
  • Altbauten mit schlechter Wärmedämmung: In solchen Gebäuden erfolgt kontinuierlicher Wärmeverlust aufgrund der mangelhaften Isolierung. Die Räume kühlen über Nacht rasch ab und erfordern am nächsten Morgen eine kräftige Aufheizung. Das rasche Aufwärmen der Räume und die längere Heizpause kann die Nachtabsenkung zu einer vorteilhaften Option machen.

 

Wichtig: Eine Bewertung der Effektivität der Nachtabsenkung kann nicht pauschal erfolgen, sondern ist immer individuell zu hinterfragen.

 

Moderne Heizungssteuerung für effizientes Heizen in der Nacht

Dank moderner Heizungssteuerungssysteme gibt es die Möglichkeit, das Heizverhalten der Anlage perfekt auf die Bedürfnisse abzustimmen. Eine witterungsgeführte Heizungsregelung beispielsweise verwendet Sensoren zur Messung der Außentemperatur. In Kombination mit individuell ermittelten Heizkurven und Daten von Zimmersensoren kann die Raumtemperatur auch nachts optimal geregelt werden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, die Heizung nachts auszuschalten, um Energie zu sparen.

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Werden die Heizkörperthermostate ausgetauscht und die Heizungssteuerung über Smart Home bedient, können vernetzte Heizkörperthermostate dazu beitragen, die Heizkosten zu reduzieren. In diesem Fall ist es ebenfalls nicht erforderlich, die Heizung nachts herunterzufahren. Die intelligente Technologie übernimmt die Steuerung automatisch und passt den Verbrauch an. So kann selbst eine Wärmepumpe noch effizienter genutzt werden.

Des Weiteren lässt sich die Heizung mit einer Lüftung kombinieren. Dadurch wird nicht nur energieeffizient geheizt, sondern die Räume auch während der Heizperiode optimal gelüftet.

 

Fazit: Die kalte Jahreszeit stellt uns vor die Herausforderung, Wärme und Komfort in unseren Häusern zu erhalten, während wir gleichzeitig die Kosten und den Energieverbrauch im Auge behalten. Heizung nachts auslassen oder nicht? Tatsächlich ist es möglich, die Heizkosten zu reduzieren, indem man die Leistung der Heizung durch eine niedrigere Vorlauftemperatur verringert. Allerdings sollte man die Heizung niemals komplett nachts ausschalten, da dies das Schimmelrisiko erhöht und am nächsten Morgen zusätzliche Energie benötigt wird, um die Räume wieder aufzuheizen. Dies könnte sogar zu Mehrkosten führen, wodurch die beabsichtigte Ersparnis hinfällig wird.

In einem Energiesparhaus oder einem sehr gut gedämmten Gebäude ist das Einsparpotenzial durch nächtliche Temperaturabsenkungen ebenfalls begrenzt. Ganz anders sieht es in einem schlecht isolierten Altbau aus. Hier kann das nächtliche Absenken der Temperatur tatsächlich die Heizkosten reduzieren.

Dennoch sollte beachtet werden, dass selbst eine intelligente Nachtabsenkung langfristig nicht so viel Energie einsparen kann wie eine effektive, moderne Wärmedämmung in Verbindung mit einem modernen Heizsystem. Da der Großteil der Energiekosten in privaten Haushalten auf die Heizung entfällt, ist es ratsam, in eine effiziente, moderne Heiztechnik zu investieren. Durch den Umstieg auf erneuerbare Energien, wie beispielsweise eine Wärmepumpe, kann man zudem von fossilen Brennstoffen unabhängig werden und somit Kosten sparen.

 

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