Frieda Wiebel

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In ihrem neuen Kochbuch nimmt die Autorin Ute Tietje ihre Leser mit auf eine kulinarische und historische Reise zu den indianischen Stämmen des Südwestens und der Plains.

Das Buch beginnt mit einer gewichtigen Aussage des bekannten indianischen Aktivisten und Schauspielers Russell Means (Lakota aus der Pine Ridge Reservation – † 2012) „Ich bin ein American Indian, kein Native American! „

Trotz ihrer leidvollen Vertreibungsgeschichte, verbunden mit dem Verbot ihrer Sprache und Kultur, haben die Indianer diese teilweise bewahren können und pflegen sie heute wieder mit Stolz. Zu ihrer Kultur gehören die traditionellen Gerichte ihrer Vorfahren, auch wenn heute Alltagsgerichte eher auf eine modernere, weniger zeitaufwändige Weise zubereitet werden.

Obwohl der Speisezettel früher hauptsächlich von den Jahreszeiten und der Vegetationszone bestimmt wurde, war die Ernährung recht abwechslungsreich. Während sich die Speisen je nach Stamm und Region unterscheiden können, gibt es einige gemeinsame Elemente und Zutaten, die in vielen Gerichten verwendet werden.

Die indianischen Kulturen hatten eine tiefe Verbindung zur Natur und nutzten Wildpflanzen, Beeren und Tiere, für ihre Mahlzeiten. Die Zubereitung der Gerichte, die auf mündlichen Überlieferungen innerhalb der Indianerfamilien und Stämme beruht, ist einfach und phantasievoll. Was nicht zur Hand ist, wird durch etwas Ähnliches ersetzt. Die Gerichte sind daher auch bei uns fast alle problemlos zuzubereiten. Von Brotrezepten, herzhaften Fleischgerichten über traditionelle Maissuppen bis hin zu verlockenden Beeren-Desserts bietet diese Rezeptsammlung etwas für jeden Gaumen.

Nach einem historischen Rückblick mit erläuterndem Kartenwerk sowie Informationen über die frühere und heutige Lebensweise folgen 185 mehr als 100 Jahre alte authentische Rezepte. Viele von ihnen kommen noch aus der Zeit vor der Zwangsumsiedlung in Reservate. Ein großer Teil der begleitenden Fotos aus National- und Museumsarchiven stammt aus dem 19. Jahrhundert und gibt Einblicke in das damalige Leben.

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Die Autorin, bereiste seit 1991 insgesamt etwa fünfzigmal die USA, hauptsächlich den Südwesten und die Plains-Staaten. Auf ihren erlebnisreichen Touren erhielt sie die Rezepte und andere Informationen bei Powwows, in Reservaten, auf indianischen Festivals und bei vielen anderen persönlichen Begegnungen.

Es ist das 16. Buch der gebürtigen Bremerin, die seit mehr als 4 Jahrzehnten in Verden/Aller zuhause ist.