Fritz Plaschke: Der boshafte Verblichene

Email

FritzPlaschkeKarina.jpg

In dem zur „Sterbemetropole“ avancierten Städtchen Sterbeberg-Trauerfeld geschehen seltsame Dinge: Die Kirche leidet buchstäblich unter einem Dachschaden, der Friedhof erhält eine Klärgrube und das Beerdigungsinstitut „Und Tschüß“ zieht seine Kunden über den letzten Tisch ihres Lebens.
Der verstorbene Elektromeister Fritz Plaschke – zu Lebzeiten stadtbekannt als Obergriesgram – entpuppt sich nach seiner desaströsen Beisetzung als Wiedergänger und führt einen Rachefeldzug gegen das betrügerische Bestattungsunternehmen.
Weshalb er post mortem schließlich geradezu als Lokalheld gefeiert wird, erzählt diese schräge Geschichte voller skurriler Charaktere.

Leseprobe:
IN ALLER EILE
Harms Dirk : „Fritz Plaschke: Der boshafte Verblichene“ (Karina Verlag, 2017)Das Ableben des alten Plaschke schockierte niemanden in der Dreitausendseelengemeinde Sterbeberg-Trauerfeld. Ebenso wenig nahm es Einfluss auf das tägliche Kleinstadtleben dieses Ortes mit dem seltsamen Doppelnamen, welcher von einem ehemals überdimensionalen Friedhof herrührte, auf dem sogar Verstorbene aus den Nachbargemeinden ihre letzte Ruhestätte fanden.
Auch war die Kleinstadt für unkonventionelle und ausgefallene Bestattungsrituale bekannt und erfreute sich daher besonderer Beliebtheit bei Dahinscheidenden und Toten in spe. In diesem Städtchen fand nicht selten die letzte Ruhe eine besondere Note. Fritz Plaschke wohnte jedoch nur rein zufällig in diesem Ort.
Nun aber war er eines kalten Herbstmorgens tot aufgewacht und daher froh, alle Vorkehrungen – bis hin zur Planung seiner Bestattung – getroffen zu haben. Sein Sohn Hauab Plaschke, der seinen Vater – dank der Wahl dieses Vornamens – wie die Pest hasste, hoffte nun seine Dauerarbeitslosigkeit mit dem pekuniären Erbe seines toten Erzeugers gebührend versüßen zu können.
Damals, während der Taufe, sprach der Priester gerade die bedeutungsvollen Worte: „… taufe ich dich auf den Namen …“
„Hauab!“ platzte da der alte Plaschke heraus. Natürlich galt diese Aufforderung seinem Saufkumpan Kalle Trunktig, der just in diesem Moment voll wie eine Haubitze zur Kirchentür hereingestolpert kam.
Und so wurde Plaschkes Junior mit diesem sowohl deprimierend dämlichen, als auch lebensversauenden Vornamen bedacht, da Pastor Glaubegut den Ausruf seines Vaters missverstand und der Wunsch des Alten ihm Befehl war.
Ein Grund mehr, den alten Miesepeter in aller Eile unter die Erde zu bringen, um dann endlich ein finanziell abgesichertes Leben zu führen.
Plaschke Junior, der sich gern von allen „Haui“ nennen ließ – und dann damit angab, er hieße so wie der bekannte Schlagersänger Hauard Radpedale – freute sich auf den vaterlosen Rest seines Lebens, seit Elektriker a.D. Fritz Plaschke endlich den Phasenprüfer abgegeben hatte …
Quelle http://www.spass-und-lernen.com/buchblog_192

Produktinformation:
Taschenbuch: 192 Seiten
Verlag: Karina-Verlag; Auflage: 1 (12. Dezember 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3903161225
ISBN-13: 978-3903161221

Mehr Infos unter:
https://www.karinaverlag.at/

Teile den Beitrag:

%d Bloggern gefällt das:

Diese Website nutzt Cookies. Beim Besuch dieser Webseite werden Informationen gespeichert. Die Verarbeitung dieser Daten erfolgt zu statistischen sowie werbe- und profilingtechnischen Zwecken. Dies ermöglicht uns zu verstehen, was unsere Kunden bei dem Besuch der Webseite von uns erwarten und wie wir den Service verbessern können. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihremem Einverständnis aus. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen