Dr. Heike Thuering-Nahler

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Neue Therapieoptionen stärken klinische Relevanz – kombinierte Modelle aus Vorsorge und solidarischer Nutzung gewinnen an Bedeutung

Leipzig, 2.6.2026 – Angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und technologischer Fortschritte fordern führende Transplantationsmediziner eine stärkere Nutzung von Nabelschnurblut in der Behandlung hämatologischer Erkrankungen – sowie einen bewussteren Umgang mit dieser Ressource im Sinne medizinischer Vorsorge.

Etabliertes Therapieverfahren mit neuem Potenzial

Seit der ersten erfolgreichen Anwendung im Jahr 1988 ist Nabelschnurblut eine etablierte Quelle hämatopoetischer Stammzellen. Dennoch ist seine Nutzung in den vergangenen Jahren rückläufig, obwohl aktuelle Studien zeigen, dass die Therapieergebnisse – insbesondere bei Leukämien und Lymphomen – mit denen anderer Stammzellquellen vergleichbar sind.

Experten der Universität Manchester, darunter der renommierte Transplantationsmediziner Prof. Robert Wynn (Elaine-Gluckman-Preisträger 2026), betonen in einer aktuellen Publikation die anhaltende und künftig steigende Bedeutung dieser Zellquelle.(1,2)

Medizinische Vorteile klar belegt

Nabelschnurblut weist spezifische immunologische Eigenschaften auf, die in der klinischen Anwendung entscheidend sind:

  • Niedrigeres Risiko schwerer Graft-versus-Host-Erkrankungen
  • Effektive Eliminierung verbleibender Tumorzellen
  • Erhöhte Toleranz gegenüber HLA-Unterschieden

Diese Vorteile ermöglichen insbesondere Patienten ohne optimal passenden Spender den Zugang zu einer lebensrettenden Therapie.

Durchbruch bei Zellvermehrung erweitert Einsatzmöglichkeiten

Ein entscheidender Fortschritt ist die Entwicklung von Verfahren zur Expansion von Stammzellen im Labor. Mit der bedingten Zulassung eines entsprechenden Medikaments in Europa im Jahr 2025 kann die bislang limitierende Zellzahl deutlich erhöht werden.

Damit wird der Einsatz von Nabelschnurblut erstmals in größerem Umfang auch für erwachsene Patienten praktikabel – ein Meilenstein für die Transplantationsmedizin.

Versorgungsengpass durch rückläufige Spenden

Parallel zu diesen Fortschritten sinkt jedoch die Verfügbarkeit öffentlicher Nabelschnurblutspenden seit Jahren. Strukturelle Herausforderungen, insbesondere fehlende Fördermechanismen, führen dazu, dass viele potenzielle Spenden nicht eingelagert werden können. (3)

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Vorsorge als Teil der Lösung – private Einlagerung mit gesellschaftlichem Nutzen

Vor diesem Hintergrund gewinnt die vorsorgliche Einlagerung von Nabelschnurblut zunehmend an Bedeutung. Sie bietet Familien nicht nur eine individuelle Absicherung für den Ernstfall, sondern kann – bei entsprechender Freigabe – auch einen wichtigen Beitrag zur Versorgung anderer Patienten leisten.

Anbieter wie Vita 34, Teil der FamiCord-Gruppe, setzen auf kombinierte Modelle aus privater Vorsorge und öffentlicher Nutzung. Eltern haben dabei die Möglichkeit, das eingelagerte Nabelschnurblut im Bedarfsfall für eine allogene Transplantation freizugeben und so schwerkranken Menschen weltweit zu helfen.

Durch die Kooperation mit der World Marrow Donor Association (WMDA) wird die Integration dieser Präparate in internationale Spenderregister unterstützt und ihre Verfügbarkeit deutlich erhöht.(4)

Klarer Appell der Fachwelt: Vorsorge nutzen und Ressourcen sichern

Angesichts der aktuellen Entwicklungen formulieren Experten einen deutlichen Handlungsaufruf:

Die Kombination aus medizinischer Vorsorge und solidarischer Nutzung der Ressource Nabelschnurblut bietet eine realistische Chance, die Versorgungslücke in der Stammzelltransplantation zu reduzieren.

Unter dem Leitmotiv „Don’t cut the cord“ plädieren Fachleute daher nicht nur für eine stärkere klinische Nutzung, sondern auch für ein Umdenken bereits rund um die Geburt (2)

Die bewusste Entscheidung zur Einlagerung von Nabelschnurblut kann Leben retten – sowohl im familiären Kontext als auch für Patienten weltweit.

 

Quellen:

(1) FamiCord, Meet the Eliane Gluckman Award Winner, https://www.famicord.com/meet-the-eliane-gluckman-award-winner-congratulations-to-prof-robb-wynn

(2) Nunn, J., Poulton, K., & Wynn, R. (2026). Don’t Cut the Cord: Why Umbilical Cord Blood Still Deserves a Place in Transplantation. International Journal of Immunogenetics, e70050. https://doi.org/10.1111/iji.70050

(3) Deutsches Ärzteblatt, Nabelschnurblutspenden in Deutschland rückläufig, Relevanz könnte zunehmen, Januar 2024, https://www.aerzteblatt.de/news/nabelschnurblutspenden-in-deutschland-ruecklaeufig-relevanz-koennte-zunehmen-a1c50b6a-0931-41f5-b4be-be8f9eb27381

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(4) Vita 34, Schulterschluss von FamiCord und WMDA – eine Chance mehr auf eine gesündere Zukunft, März 2026 https://www.vita34.de/vitapedia/schulterschluss-von-famicord-und-wmda-eine-chance-mehr-auf-eine-gesundere-zukunft/

 

Über VITA 34:

Die FamiCord Group, die in Deutschland unter der Marke Vita34 bekannt ist, ist der Pionier und Marktführer im Zellbanking in Europa. Mit rund 750 Mitarbeiter*innen sind wir in mehr als 30 Ländern tätig und erwirtschaften einen Jahresumsatz von über EUR 75 Mio. In über 25 Jahren Unternehmensgeschichte haben wir über eine Million Zellpräparate eingelagert und die Therapie von über 7.000 Menschen unterstützt.

 

Pressekontakt:

Dr. Heike Thuering-Nahler

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