Buchveröffentlichung Regionalkrimi Hamburg “Unter dem Eis – Christopher Diecks 2” von Lara Möller

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„Unter dem Eis – Christopher Diecks 2” von Lara Möller

Die Bauunternehmerin Karin Neudorf ist verzweifelt. Nach einer Affäre wurde sie von ihrem Liebhaber erpresst. Nun fürchtet sie, dass der Mann zurückgekehrt ist, um weitere Zahlungen zu verlangen. Ihre Ehe und der Ruf ihrer Firma stehen auf dem Spiel. In ihrer Not wendet sie sich an die Detektei Kleemeyer. Christopher Diecks beginnt zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen ihn zu Gerrit Rust, einem jungen Mann, der seine verschwundene Cousine sucht. Sie wurde zuletzt auf einer Baustelle der Neudorf-Hochtiefbau gesehen. Christopher vermutet eine Verbindung zwischen den Ereignissen. Die Suche nach Beweisen bringt ihn schon bald in große Gefahr.

Über die Autorin
Lara Möller wurde 1978 in Hamburg geboren und ist gelernte Schifffahrtskauffrau. Ihre Faszination für das Rollenspiel ShadowRun und die begleitenden Romane führte schließlich zu ihrem Entschluss, selbst ernsthaft mit dem Schreiben zu beginnen. Während ihrer Ausbildung und in den folgenden Jahren veröffentlichte sie drei ShadowRun-Romane und zwei Kurzgeschichten. Mittlerweile konzentriert sie sich auf Krimis und Thriller und unternimmt gelegentliche Ausflüge in die SF. Wenn die Autorin in ihrer Freizeit nicht gerade an einer neuen Geschichte arbeitet, plant sie den nächsten Wanderurlaub und hält sich mit Fahrradfahren, Fitnesstraining und Heavy-Metal-Konzerten in Form.

328 Seiten, 12 x 19 cm
Erscheinungstermin: Juli 2019
Paperback: 13.99 EUR
E-Book: 4.99 EUR
ISBN: 9789925331543 (Print)
ISBN: 9789925331567 (.ePub)
ISBN: 9789925331574 (.prc)
ISBN: 9789925331550 (.pdf)

Autorenhomepage: http://www.lara-moeller.de/
bookshouse-Buchseite: http://www.bookshouse.de/buecher/Unter_dem_Eis___Christopher_Diecks_2/
FlippingBook-Leseprobe: http://www.bookshouse.de/leseprobe/529

Leseprobe:

Prolog
November 2014

Ich hasse diese Stadt!
Missmutig klappte Simon den Kragen seiner Winterjacke hoch. Tiefe Pfützen bedeckten den unebenen Boden. Schlamm spritzte auf seine hellen Turnschuhe. Feuchtigkeit drang an den Nähten ins Innere, durchnässte die Socken und verwandelte seine Füße in Eisklötze. Der Wind trug Nieselregen und den Geruch von feuchtem Beton heran. Schon an den ersten Tagen zeigte sich der November von der schlechtesten Seite. Trüb, regnerisch, kalt.
Hamburg, meine Perle …
Für andere vielleicht. Ihn hielt nichts hier. Sobald er das nötige Geld aufgetrieben hatte, würde er abhauen. Nach Mallorca oder auf die Kanaren. Von vorn anfangen. Alles anders machen. Alles besser machen.
»Komm schon, drinnen ist es trocken.« Nina war vorausgelaufen und wartete ungeduldig vor einem hohen Metallzaun. Dahinter lagen Stapel von Holzbrettern, verrostete Metallstangen und Reihen ehemals weißer Steine, die durch den stetigen Regen grau verfärbt waren. Eine Schautafel zeigte das computersimulierte Bild eines Hotels, dessen gläserne Fassade im Sonnenschein glitzerte.
Skeptisch betrachtete er die anderthalb Stockwerke, die aus der riesigen Baugrube ragten. Blanker Beton hinter Baugerüsten, Pfeiler, Fensteröffnungen, ein Labyrinth aus tragenden Mauern, Treppen, die ins Nichts führten.
Mitten in der Baustelle stand ein gelber Kran, dessen Ausleger hoch über allem schwebte. Die tief hängenden Wolken schienen ihn verschlingen zu wollen.
Eine scharfe Windböe fuhr in seine Kleider und zerzauste ihm das Haar. Das durchdringende Tuten eines Schiffshorns ertönte. Er wandte sich um. Jenseits des weitläufigen Brachlandes lag die Elbe. Nina liebte den Hafen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Rieke hatten sie an den Landungsbrücken Bier getrunken und dabei die Fähren und Barkassen beim An- und Ablegen beobachtet. Danach waren sie zum Gelände des Fischmarkts gegangen, vorbei am Trockendock von Blohm & Voss, das auf der anderen Seite des Flusses lag, und weiter die Große Elbstraße entlang. Bald würde es dunkel werden.
»Lass uns zum Hauptbahnhof fahren«, schlug Simon vor. »Da ist es wärmer.«
Rieke hatte schon vor einer Weile die Lust an diesem Ausflug verloren und sich auf den Weg zur nächsten S-Bahn-Station gemacht. Sie stand bestimmt mit einem heißen Kaffee in der Wandelhalle und schnorrte Zigaretten oder Kleingeld von den Passanten. Simon stand der Sinn nach härteren Getränken als Kaffee. In seiner Jackentasche klirrten bei jedem Schritt leise leere Kornfläschchen.
»Nee, da hängt Paul rum.« Ninas Kopf verschwand fast unter der Kapuze ihrer Winterjacke, sodass er ihren abweisenden Gesichtsausdruck nur erahnen konnte. »Den Blödmann will ich nicht sehen.« Sie streckte ihm eine behandschuhte Hand entgegen. »Komm, das wird lustig!«
Simon seufzte. Auf einer verlassenen Baustelle herumzuschleichen, entsprach nicht seiner Vorstellung von lustig. Allerdings zog er es einer Begegnung mit Paul definitiv vor.
Nina hob einen Teil des mobilen Zauns aus seiner Verankerung. Er blickte sich besorgt um.
»Was ist mit den Kameras?« Überall hingen Warnhinweise, dass die Baustelle per Video überwacht wurde.
»Hab noch nie eine gesehen. Sei kein Feigling!«
Bevor er protestieren konnte, streifte Nina ihren Rucksack ab und schlüpfte durch die Lücke. Sie huschte in den Schutz der Mauern und winkte ihn grinsend heran, euphorisiert vom Kitzel des Verbotenen. Simon ergab sich in sein Schicksal. Rasch folgte er Nina. Sie belohnte ihn mit einem wunderschönen Lächeln. Ihre blauen Augen strahlten und ihre Wangen waren gerötet von der Kälte. Er versuchte, sie zu küssen. Sie schob ihn kichernd zurück und verschwand in dem steinernen Labyrinth. Er lief ihr nach, verlor sie aus den Augen und versuchte, dem Echo ihrer Schritte zu folgen. Schließlich fand er sie in einer windgeschützten Ecke. Vor ihr erstreckte sich eine unbebaute Fläche, die einmal ein Innenhof oder Parkplatz sein würde. In der Mitte der Fläche stand der massive Fuß des Krans. Es war ein beeindruckender Anblick. Simon trat ins Freie und legte den Kopf in den Nacken. Sah hoch, an dem gelb angestrichenen Stahl entlang, bis in den bleigrauen Himmel. Die Perspektive machte ihn schwindelig. Der Kran schien sich zu neigen, als würde er gleich auf ihn niederstürzen.
Nina zog ihn in den Schutz der Mauern. Sie zündete sich eine Zigarette an und schob die Kapuze zurück. Rabenschwarzes, von hellblauen Strähnen durchzogenes Haar fiel ihr bis über die Schultern. In diesem Moment sah sie sehr jung aus. Er fragte sich, ob sie wirklich Neunzehn war. Paul wäre nie mit einer Minderjährigen ins Bett gegangen, dafür war der viel zu vorsichtig. Simon wurde bald fünfundzwanzig. Den Altersunterschied fand er in Ordnung. Er nahm die Zigarette von Nina entgegen, inhalierte den Rauch und blies ihn durch die Nase aus. Danach versuchte er wieder, Nina zu küssen. Diesmal ließ sie ihn gewähren. Ihre Lippen waren warm und weich. Das Piercing in ihrer Zunge klickte gegen seine Zähne. Als er den Reißverschluss ihrer Jacke öffnen wollte, schob sie seine Hand entschieden weg.
Er unterdrückte einen frustrierten Laut. Wozu brachte sie ihn sonst hierher?
Nina holte eine Wolldecke aus dem Rucksack und legte sie zusammengefaltet auf den blanken Betonboden. Die Decke bot genug Platz, um eng nebeneinanderzusitzen. Simon spürte den harten Untergrund durch das raue Material und dachte an Sonne, Strand und kristallklares Wasser.
Nina reichte ihm eine Dose Bier und öffnete danach eine zweite. Sie tranken schweigend. Teilten sich die nächste Zigarette. Der Wind pfiff durch die Baustelle, doch in ihrer Ecke waren sie vor ihm geschützt.
»Sobald das Hotel fertig ist«, verkündete Nina unvermittelt, »miete ich mir ein Zimmer im obersten Stockwerk. Die schönste Suite, die sie haben. Ich werde mich vom Zimmerservice verwöhnen lassen, eine Massage im Spa buchen und im Restaurant das teuerste Gericht bestellen.«
»Woher kriegst du die Kohle?«
»Ich überfalle eine Bank«, erwiderte sie mit kindlicher Entschlossenheit.
»Ganz allein?«
»Du kannst mir gern helfen.«
Simon nahm den letzten Zug von der Zigarette. »Mach ich.«
Er schnippte den Stummel achtlos weg und holte sein Smartphone aus der Hosentasche. Die Kamera war schnell eingeschaltet. Nina kuschelte sich an ihn. Er legte den Arm um sie, spürte ihren warmen Atem auf der Wange und versuchte vergeblich, das Smartphone ruhig zu halten. Schließlich drückte er den Auslöser. Das Ergebnis war ein reichlich verwackeltes Selfie. Nina nahm ihm das Smartphone aus der Hand. Ihr Foto sah wesentlich besser aus. Während sie es zufrieden betrachtete, fragte sich Simon, ob es eine gute Idee war, etwas mit der Ex-Freundin des Typen anzufangen, dem er eine Menge Kohle schuldete. Wahrscheinlich wäre es ratsam, sie loszuwerden und abzuhauen. Bevor Paul ihm seine Schläger auf den Hals hetzte.
»In drei Wochen wird sich alles ändern.«
Er runzelte die Stirn. »Was passiert in drei Wochen?«
Nina schien ihn nicht gehört zu haben. Ihre Stimme nahm einen verträumten Klang an. »Ich melde mich in der Abendschule an und hole meinen Realschulabschluss nach. Danach mache ich eine Ausbildung zur Fotografin. In ein paar Jahren reise ich um die Welt und verkaufe meine Bilder an bekannte Magazine. Ich werde nicht als Kassiererin im Supermarkt enden!«
Er kannte dieses Gerede. Viele seiner Kumpels laberten ähnliches Zeug, meistens, wenn sie high oder besoffen waren. Ehrgeizige Zukunftspläne, aus denen nie etwas wurde.
»Was passiert in drei Wochen? Hast du …?«
Abrupt richtete sich Nina auf. Sie legte ihm die Hand auf den Mund. Horchte angestrengt. Er horchte ebenfalls. Schritte hallten im Labyrinth der Baustelle wider.
Der Sicherheitsdienst? Die Polizei? Er konnte sich keine weitere Strafanzeige leisten! Nina hob den Zeigefinger an die Lippen und blickte vorsichtig um die Mauerecke.

Kapitel 1
Dezember 2014

»Ich werde verfolgt.«
Karin Neudorf hielt ihre elegante Handtasche fest umklammert. Zahlreiche Ringe zierten ihre schlanken Finger. Ihre Perlenkette passte perfekt zu den Ohrringen. Wie die Handtasche perfekt zu ihrem dunkelblauen Kostüm passte.
»Ich weiß, es klingt albern. Vielleicht bilde ich es mir auch bloß ein, aber … Sie hielt inne. Ein unsicheres Lächeln huschte über ihre dunkelroten Lippen.
»Das klingt ganz bestimmt nicht albern.« Christopher öffnete eine Flasche Mineralwasser. Er drehte die Gläser um, die in der Mitte des Tisches auf einem Tablett standen, und schenkte ihnen ein. Er war nervös. Martin Kleemeyer, sein Chef und Inhaber der Detektei Kleemeyer, führte in diesen Minuten eine Observierung durch. Andi, der dritte Mann im Bunde, lag mit Fieber im Bett. Deshalb blieb es an diesem frühen Dezemberabend ihm vorbehalten, eine mögliche neue Klientin zu befragen. Das erste Kundengespräch, das er allein führte. Er befeuchtete seine Kehle mit einem Schluck Wasser. Nahm Block und Kugelschreiber zur Hand und lächelte sein Gegenüber aufmunternd an.
»Warum beginnen Sie nicht von vorn?«
Karin Neudorf legte die Handtasche beiseite. Sie strich sich eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht, in der es silbrig glänzte. Er schätzte sie auf Anfang oder Mitte fünfzig.
»Vor einer Woche ist mir ein Mann aufgefallen, der den Eingang unserer Firma beobachtet hat. Mein Büro befindet sich im Erdgeschoss, mit freiem Blick auf die andere Straßenseite. Trotz der Kälte stand der Mann bestimmt eine Stunde in einem der Hauseingänge. Nach einem Telefonat mit seinem Handy ist er schließlich verschwunden. Am folgenden Tag wartete er vor einem Café, in dem ich gelegentlich meine Mittagspause verbringen. Und vorgestern …« Sie stockte. »Vorgestern habe ich ihn in der Nähe unseres Hauses gesehen. Wir wohnen weit von der Firma entfernt, das kann kein Zufall sein! Außerdem ist mir ein Wagen aufgefallen, von dem ich glaube, dass er mir folgt.«
»Farbe?«
»Dunkelgrün.«
»Marke oder Kennzeichen?«
»Der Fahrer hat Abstand gehalten. Vielleicht bilde ich mir alles ein«, wiederholte sie zweifelnd.
Christopher machte sich Notizen. »Woher nehmen Sie die Gewissheit, dass es derselbe Mann ist?«
»Seine Kleidung. Er trug jedes Mal eine dunkelgraue Jacke und dunkle Jeans. Sein Gesicht war unter einer Schirmmütze und der Kapuze seiner Jacke verborgen. Ich glaube, er ist jung. Um die dreißig.«
»Wie kommen Sie darauf?«
Sie zögerte. »Die Art, wie er sich bewegt?«
Eine sonderbare Antwort.
»Was machen Sie beruflich?«
Karin Neudorf hatte den Termin telefonisch mit Martin vereinbart, ihm jedoch keine Details zu ihrer Person mitteilen wollen. Sie hatte sogar einen falschen Nachnamen angegeben und ihren echten erst vorhin preisgegeben.
»Ich bin seit zehn Jahren Geschäftsführerin der Neudorf-Hochtiefbau. Nach dem Tod meines Vaters habe ich die Firma übernommen. Richard, mein Mann, kümmert sich um das Tagesgeschäft und Banktermine. Ich führe die Vorgespräche und Vertragsverhandlungen mit den Großkunden und bin für die PR und alle personellen Belange zuständig.«
»Das klingt nach viel Arbeit.«
»Die Auftragslage ist sehr gut. Wir wachsen stetig und haben mittlerweile Geschäftsbereiche an neun deutschen und zwei europäischen Standorten eröffnet. Im kommenden Jahr wird Neudorf-Hochtiefbau an zahlreichen Großbauprojekten beteiligt sein.«
»Europaweit?«
»Weltweit.«
Christopher hob die Augenbrauen. »Beeindruckend.«
»Danke.«
»Also ist Vermögen im Spiel.«
Ein strenger Zug erschien um Karin Neudorfs Mundwinkel.
»Wir haben uns unseren Lebensstil hart erarbeitet.«
»Zweifellos. Ich nehme an, Ihr Mann hat nach der Heirat Ihren Namen angenommen?«
»Wir haben das gemeinsam entschieden. Der Name Neudorf besitzt seit über sechzig Jahren einen hervorragenden Ruf in der Branche. Ein Re-Branding stand nie zur Debatte.«
Christopher nahm einen Schluck Wasser und überlegte, welche Fragen er als Nächstes stellen sollte. Für diesen Fall gab es keine Checkliste, auf die er zurückgreifen konnte. Was ihm half, war seine Vorliebe für Krimis. Es gab viele Bücher und Filme, in denen Polizisten gegen Erpresser ermittelten.
»Gibt es einen Grund, warum Sie jemand verfolgen sollte?« Die Frage war gut. Ihm fielen weitere ein.
»Wie kommen Sie auf den Gedanken, dass es um Sie persönlich geht? Der Beobachter könnte ebenso an Ihrem Mann interessiert sein. Was veranlasst Sie dazu, statt der Polizei einen Privatdetektiv einzuschalten?« Er hielt inne. Die arme Frau sollte eine Gelegenheit bekommen, zu antworten.
Karin Neudorf blickte auf ihre manikürten Fingernägel.
Sie wirkte … schuldbewusst.
Ihm dämmerte plötzlich, in welche Richtung sich dieses Gespräch entwickeln würde.
Die Art, auf die er sich bewegt …
»Ich habe einen Fehler gemacht.« Kühle Sachlichkeit lag in Karin Neudorfs Stimme. Sie sah ihn an und dieselbe kühle Sachlichkeit fand sich in ihrem Blick wieder. »Ich bin häufig auf Geschäftsreise. Richard arbeitet zwölf bis vierzehn Stunden am Tag. Manchmal sehen wir uns wochenlang kaum. Ich brauche Ihnen wohl nicht zu erklären, wie sich das auf unser Privatleben auswirkt. Vor einem halben Jahr hatte ich eine Affäre mit einem jungen Mann. Seine Aufmerksamkeit schmeichelte mir. Als er mich um Geld bat, habe ich mich von ihm getrennt. Daraufhin hat er mich erpresst. Mit Fotos, die er heimlich von mir aufgenommen hat. Ekelhafte, respektlose Bilder. Ich habe ihn bezahlt und er ist verschwunden.«
»Vermuten Sie, er möchte sein Konto wieder aufstocken?«
»Ich würde es ihm zutrauen.«
»Wie heißt er?«
»Sven Mayer.«
Christopher notierte den Namen und versah ihn mit einem Fragezeichen. Ob der echt war?
»Kennen Sie seine Adresse?«
»Nein. Wir haben uns in Hotels getroffen.«
Der Klassiker.
Er überflog seine Notizen. Das Verhalten des angeblichen Verfolgers erschien ihm merkwürdig. Handelte es sich tatsächlich um den ehemaligen Liebhaber und Erpresser, konnte er Karin Neudorf leicht kontaktieren und eine weitere Bezahlung verlangen. Warum Zeit damit verschwenden, sie zu beobachten?
Vielleicht war das die Taktik. Eine Entdeckung bewusst herausfordern und Karin Neudorf auf diese Weise Angst machen. Ihren Widerstand brechen.
Seine nächste Frage war sehr persönlich, verletzend sogar, aber leider unvermeidbar. »Gibt es mehr als einen möglichen Kandidaten für eine Erpressung?«
Empörung blitzte in Karin Neudorfs Augen auf. »Nein! Wie können Sie …!« Sie zügelte sich, gewann ihre Haltung zurück. »Es war die erste und einzige Affäre meines Lebens. Eine schreckliche Dummheit, die ich mir niemals verzeihen werde!«
»Haben Sie Kinder?«
»Was hat das mit meinem Anliegen zu tun?«
»Vermutlich nichts. Ich möchte mir lediglich ein Bild von Ihrer familiären Situation machen.«
»Wir haben einen Sohn, Wilhelm.«
Christopher stockte kurz beim Schreiben. Wilhelm. Der arme Kerl.
»Wie alt ist er?«
»Fünfunddreißig.«
»Arbeitet Wilhelm für Ihre Firma?«
»Nein. Er arbeitet als Grafikdesigner in Berlin. Er geht seinen eigenen Weg.«
Im letzten Satz klang ein Echo verletzter Gefühle und tiefer Enttäuschung wider. Der Stammhalter, der sich weigerte, in die Fußstapfen des Vaters zu treten. Ohne ihn zu kennen, verspürte Christopher eine gewisse Sympathie für den Mann.
»Möglicherweise werden Sie aus einem anderen Grund beobachtet. Manchmal wenden sich Gläubiger an die Eltern, wenn Kinder ihre Schulden nicht begleichen können.«
»Mein Sohn ist kein Spieler und er nimmt keine Drogen! Er verschwendet seine Zeit auch nicht in zwielichtigen Etablissements, falls Sie darauf hinauswollen.«
Wie Karin Neudorf dies aus der Ferne beurteilen wollte, war ihm schleierhaft. Er setzte ein doppeltes Fragezeichen hinter den Namen des Sohns.
»Ahnt Ihr Ehemann vielleicht etwas von der Affäre? Könnte es sein, dass er Sie von einem Privatdetektiv beschatten lässt? Um herauszufinden, ob Sie ihn betrügen?«
Karin Neudorf dachte darüber nach. Sie schüttelte den Kopf. »Ich war sehr diskret.«
»Sind Sie sicher?«
»Ja.« Ihre Gesichtszüge wurden weicher. Tränen glänzten in ihren Augen. »Ich liebe Richard über alles. Bitte helfen Sie mir, diese Sache aufzuklären, bevor er davon erfährt. Es würde ihn zerstören!«
Christopher zog den Karton mit Kosmetiktüchern heran.
Der stand, wie Mineralwasser und Gläser, bei jedem Kundengespräch auf dem Tisch.
Karin Neudorf nahm eines der Tücher heraus und betupfte ihre Augenwinkel. Der Gefühlsausbruch war ihr sichtlich unangenehm.
Er spendete keine tröstenden Worte. Ihre Verzweiflung änderte nichts an der Tatsache, dass sie selbst für diese Situation verantwortlich war.
»Wie lautet die Adresse Ihrer Firma?«
Sie holte eine Visitenkarte aus ihrem Portemonnaie. Mit dem Kugelschreiber notierte sie etwas auf der Rückseite.
»Das ist unsere Privatanschrift.«
Er las die Karte. Das Büro der Neudorf-Hochtiefbau befand sich in der Hafen-City. Die andere Adresse in Blankenese.
»Ich muss den Fall mit meinem Chef besprechen. Vorher kann ich leider keine Zusage machen.«
Martin besaß die nötige Erfahrung, um abzuwägen, ob sie ohne Andi einen weiteren Fall stemmen konnten.
»Ich verstehe.« Der Unterton in Karin Neudorfs Stimme ließ erkennen, dass sie nicht daran gewöhnt war, vertröstet zu werden.
»Gibt es eine Telefonnummer, unter der wir Sie diskret erreichen können?«
Sie gab ihm eine Handynummer, die er ebenfalls auf der Visitenkarte notierte.
»Hat Herr Kleemeyer Ihnen unsere Konditionen genannt? Stundentarife, Wochenendzuschlag, Abrechnung der Spesen?«
Gewöhnlich erledigte Martin das am Anfang, um Klienten ein klares Bild über die anfallenden Kosten zu geben.
Karin Neudorf nickte.
»Eine abschließende Frage: Wie sind Sie auf die Detektei Kleemeyer gekommen?«
»Über ein Bewertungsportal im Internet. Ihre Firma hat sehr gute Referenzen. Und Ihr Büro befindet sich außerhalb meines üblichen Wirkungskreises.«
Das glaubte er gern. St. Georg lag nicht nur geografisch weit von Blankenese entfernt.
»Wir melden uns morgen bei Ihnen. Sollte Sie der Erpresser in der Zwischenzeit kontaktieren, empfehle ich Ihnen dringend, zur Polizei zu gehen.«
»Nein. Je mehr Menschen davon erfahren, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand die Medien informiert. Ich muss an den Ruf der Firma denken!«
»Der Erpresser kann die Medien selbst informieren. Gleichgültig, wie viel Geld Sie ihm zahlen. Sind diese Leute einmal auf den Geschmack gekommen, bluten sie ihre Opfer gewöhnlich bis auf den letzten Cent aus. Möglicherweise sucht sich der Erpresser auch die nächste Frau, weil er bei Ihnen mit seiner Masche durchgekommen ist. Möchten Sie dafür verantwortlich sein?«
Karin Neudorf erhob sich mit verkniffener Miene. »Ich habe bereits ein hinreichend schlechtes Gewissen, Herr Diecks. Sie brauchen es nicht noch schlimmer zu machen.«
Er stand ebenfalls auf. »Es geht nicht darum, Ihnen ein schlechtes Gewissen zu machen, ich …«
Sie funkelte ihn an. »Denken Sie, es fällt mir leicht, hierherzukommen? Ich habe den schlimmsten Fehler meines Lebens begangen und kann mir weitaus angenehmeres vorstellen, als meine Verfehlungen mit einem …«, sie musterte ihn blitzschnell von oben bis unten, »… wildfremden Menschen zu teilen, der sich ohne das geringste Verständnis seine Meinung bildet.« Sie deutete auf die Tür. »Ich möchte gehen.«
Er starrte sein Gegenüber sprachlos an und streckte die Hand nach der Klinke aus.
Während er Frau Neudorf an der Garderobe in den Mantel half, bestellte Cindy, die brünette Empfangsdame/Sekretärin/Buchhalterin ein Taxi.
Jemand wie Karin Neudorf lief kaum bei Dunkelheit in Absatzschuhen über den Steindamm, um am Hauptbahnhof die S-Bahn nach Blankenese zu nehmen.
Wenig später klingelte der Taxifahrer an der Tür. Christopher gab der möglicherweise neuen Klientin der Detektei Kleemeyer zum Abschied die Hand. Ihre Finger waren eiskalt. Im letzten Moment erinnerte er sich an die Visitenkarten in seiner Hosentasche. Er reichte ihr eine.
»Die sollten Sie nicht offen herumliegen lassen.«
Karin Neudorf steckte das Pappkärtchen ein, ohne einen Blick darauf zu werfen. »Auf Wiedersehen, Herr Diecks.«
Er schloss die Tür hinter ihr und wandte sich um.
Cindy musterte ihn prüfend.
Anstelle einer Antwort auf ihre stumme Frage atmete er geräuschvoll aus.
»So schlimm?«
»Mhm.«
Einer Eingebung folgend, ging er rasch zurück ins Besprechungszimmer. Aus dem Fenster sah er hinaus auf die ruhige Rostocker Straße. Zwei Stockwerke tiefer stieg Karin Neudorf in das wartende Taxi. Im Schein der Straßenlaternen fielen ihm keine verdächtigen Personen oder dunkelgrüne Fahrzeuge auf.
Während das Taxi davonfuhr, lockerte er den Knoten seiner Krawatte. Karin Neudorfs Geschichte interessierte ihn. Gleichzeitig präsentierte sie ein moralisches Dilemma. Wahrscheinlich konnte er sie deshalb nicht leiden.
Er nahm die benutzten Gläser und stellte sie in der Küche in den Geschirrspüler. Als er aus dem kleinen Raum kam, zog Cindy gerade ihre Jacke an. Die Uhr über der Eingangstür zeigte achtzehn Uhr.
Er wünschte ihr einen schönen Feierabend.
»Und du hab eine schöne Nacht.« Sie bedachte ihn mit einem mitleidvollen Blick.
»Vielen Dank.« Er lächelte tapfer.
In zwei Stunden würde er Martin bei der Observierung unterstützen und bis zum Morgen ein Fachgeschäft für Fitnessgeräte beobachten, in dem möglicherweise gestohlene Elektrogeräte die Hände wechselten. Ein bekanntes Hamburger Technikhaus verdächtigte einen seiner Lageristen, mit einer Diebesbande gemeinsame Sache zu machen. Seit einigen Monaten wurden regelmäßig Lieferwagen mit Fernsehern, BluRay-Playern und Stereoanlagen überfallen. Der Lagerist versorgte die Bande anscheinend mit Informationen, um die Diebstähle gezielt durchführen zu können.
Nach zwei Wochen Observierungsarbeit identifizierten Martin und Andi das Sportgeschäft als wahrscheinlichen Umschlagplatz. Es war lediglich eine Frage der Zeit, bis sie die Diebe auf frischer Tat ertappten. Deshalb verspürte Christopher trotz der Aussicht auf eine schlaflose Nacht eine gewisse freudige Anspannung.
Sobald Cindy gegangen war, holte er Block und Stift aus dem Besprechungszimmer. Es blieb ausreichend Zeit, um ein Gesprächsprotokoll zu verfassen. Vorher verlangte allerdings sein knurrender Magen nach Nahrung. Er schenkte sich in der Küche einen Becher Kaffee ein und gab Milch und Zucker dazu.
Den Rest des schwarzen Wachmachers füllte er in eine Thermosflasche um. Danach nahm er eine Vorratsdose aus dem Kühlschrank. Er suchte Besteck und Servietten zusammen und trug alles zu seinem Schreibtisch. Während der Laptop hochfuhr, schob er sich zwei Servietten in den Kragen. Die Ärmel krempelte er bis zu den Ellenbogen hoch. Weiße Hemden zogen Flecken magisch an. Zumindest seine.
Amüsiert strich er das doppelte Lätzchen glatt.
Dass er eines Tages wieder zum Schlipsträger werden würde …
Seit seinem ersten großen Fall im Sommer war einiges passiert. Martin Kleemeyer hatte einen Mitarbeiter an die Konkurrenz verloren und ihm daraufhin einen festen Vertrag angeboten. Die Auftragslage reichte nicht für eine Vollzeitstelle. Also arbeitete Christopher an drei Tagen in der Woche und half aus, wenn jemand krank war oder im Urlaub. Die Wochenstunden und Arbeitszeiten variierten stark. Gestern war er morgens um neun Uhr in die Detektei gekommen, heute um siebzehn Uhr. Er verfügte über einen eigenen Schreibtisch samt Laptop und Telefon, bearbeitete eigene Akten, besaß einen Stapel Visitenkarten und neuerdings zwei Anzüge, mehrere Hemden, Krawatten und ein Paar dunkelbraune Halbschuhe. In der Kleidung fühlte er sich wie ein Clown, doch der professionelle Eindruck zählte. Die Klienten nahmen ihn ernst. Jedenfalls ernster als einen tätowierten Typ in Jeans und T-Shirt.
Er zog den Deckel von der Plastikdose. Beim Anblick der mit Fleisch und Gemüsepaste gefüllten Teigröllchen lief ihm das Wasser im Mund zusammen. Sein Stiefvater Henry hatte am Vortag neue Rezepte für den Catering-Service des Cinque Terre ausprobiert und ihm großzügig die Reste überlassen. Obwohl Christopher stärker bei der Detektei eingespannt war, ließ er es sich nicht nehmen, regelmäßig in Henrys italienischem Restaurant zu kellnern. Oder gemeinsam mit seiner Halbschwester Jasmin die Bestellungen vom Catering-Service auszuliefern. Für ihn war das bezahlte Familienzeit.
Er spießte ein Teigröllchen auf und biss genüsslich hinein. Die Arbeit für das Umzugsunternehmen war in den vergangenen Monaten hingegen auf der Strecke geblieben. Eine nötige Veränderung. Er vermisste den Kontakt zu den früheren Kollegen und die Kameraderie. Was er nicht vermisste, waren die schmerzenden Knochen. Sein Rücken und die Knie dankten es ihm, nicht mehr ständig das Gewicht von Sofas oder Kühlschränken mehrere Stockwerke rauf oder runter tragen zu müssen. Seine Hosen saßen zwar etwas strammer, seitdem sein Sportprogramm nicht mehr sechs bis acht Umzüge pro Woche beinhaltete, dafür besuchte er zum Ausgleich ein Fitnessstudio. Und er lernte bei einem Selbstverteidigungskurs, wie man Angreifer davon abhielt, einem die Finger auszurenken. Oder einen zu betäuben und in unterirdische Verstecke zu verschleppen …
Sofort sprudelten Bilder aus seinem Gedächtnis an die Oberfläche. Gerüche, Gefühle, beklemmende Erinnerungen.
Er schüttelte sie ab. Wollte sich nicht mit ihnen beschäftigen. Stattdessen aß er das letzte Teigröllchen, spülte mit einem Schluck Kaffee nach und zog seine Notizen heran. Gewissenhaft füllte er das Gesprächsprotokoll aus. Mit dem Vier-Finger-Suchsystem klappte das Tippen recht flott. Zufrieden mit dem Ergebnis druckte er die Seiten für die Akte aus. Das Konzept des papierlosen Büros hielt leider nur zögerlich Einzug in die Räume der Detektei Kleemeyer.
Eine Kopie des Protokolls schickte er an Martins E-Mail-Adresse. Falls seinen Chef später die Langeweile plagte.
Nach einem Blick auf die Uhr schaltete er den Laptop aus. Zeit, sich umzuziehen.
Er holte eine Sporttasche unter dem Schreibtisch hervor und ging ins Badezimmer. Hemd, Hose und Krawatte hängte er über einen Bügel an der Innenseite der Tür. Aus der Sporttasche holte er bequeme Kleidung, ein paar dicke Socken und zu guter Letzt die warme Funktionsunterwäsche, die ihm sein bester Freund Jacobi nach dem letzten Skiurlaub überlassen hatte. Hosenbeine und Ärmel waren einige Zentimeter zu kurz, doch sie erfüllte ihren Zweck.
Er zog das Longsleeve über und lächelte. Cobi lag in diesen Minuten vermutlich mit seiner sexy Kite-Lehrerin im Bett und stellte Dinge an, bei denen einem garantiert nicht kalt wurde. Seine sporadischen SMS ließen jedenfalls keine Zweifel daran, dass er den Kurzurlaub an der Ostsee genoss.
Schön warm eingepackt ging Christopher in den Ruheraum, der sich rechts von der Küche befand. Dort stand neben einem Bett und einem Wäscheschrank auch ein massiver Safe.
Er öffnete ihn und holte einen Rucksack heraus, in dem ein handlicher Camcorder und eine weniger handliche, sehr teure Fotokamera lagen. Die Akkus und Ersatzakkus waren geladen und neue Speicherkarten eingelegt worden.
Nach einem Ausflug auf die Toilette zog er Winterstiefel an und nahm seine gefütterte Jacke. Die Thermosflasche und eine Wasserflasche verstaute er in den Außentaschen.
Mit dem Rucksack über der Schulter verließ er die Detektei.
Auf dem Weg durchs Treppenhaus klingelte sein Smartphone.
»Bin gleich beim Wagen, Martin.«
»Wie ist das Gespräch gelaufen?« Sein Chef klang erschöpft. Die Observierungen der vergangenen Tage und Nächte forderten ihren Tribut.
»Interessante Geschichte. Ich habe dir vorhin das Protokoll gemailt.«
Christopher öffnete die Haustür. Kalte Luft schlug ihm entgegen. Es versprach eine frostige Nacht zu werden. »Unsere Klientin hat vor einigen Monaten ihren Ehemann betrogen. Der Liebhaber hat Geld von ihr erpresst. Sie vermutet, dass er sie verfolgt, um eine Nachzahlung zu fordern. Die Dame heißt übrigens Neudorf und nicht Krause.«
»Ein falscher Name? Wie originell. Gibt es Fotos oder Filmmaterial?«
»Fotos. Wohl recht eindeutige Aufnahmen.« Er ging zügig auf einen schwarzen VW Golf zu. Solange Andi krank war, durfte er den Wagen fahren. »Könnte eine zeitaufwendige Angelegenheit werden. Ich weiß nicht, ob wir das zu zweit schaffen.« Er öffnete den Kofferraum des Golfs und nahm zwei Wolldecken heraus. Die würde er später brauchen.
Martin seufzte. »Ich lese mir das Gesprächsprotokoll gleich durch. Welchen Eindruck hat die Frau auf dich gemacht?«
»Verzweifelt, beschämt, wütend. Eine auf Kontrolle bedachte Geschäftsfrau, die sich in eine unkontrollierbare Situation gebracht hat. Nicht wirklich sympathisch.«
»Hängt dein Urteil zufällig damit zusammen, dass sie ihren Mann betrogen hat?«
»Keine Ahnung, was du meinst.«
Leises Lachen drang an sein Ohr. »In unserem Job musst du über diesen Dingen stehen, Topher. Würden die Menschen keine Dummheiten begehen, könnten wir am Monatsende unsere Miete nicht zahlen.«
»Das ändert nichts an ihrem Verhalten.«
»Richtig. Allerdings klingt die Frau nicht wie eine Serienbetrügerin, die sich jedem dahergelaufenen Kerl an den Hals wirft. Anders als eine gewisse junge Dame, die du einmal sehr intim kanntest.«
Christopher beförderte die Wolldecken schwungvoll auf die Rückbank des Golfs. »Wie läuft die Observierung?«
Martin verstand den Wink und ließ ihm den abrupten Themenwechsel durchgehen.
»Unser Lagerist ist nach der Arbeit direkt nach Hause gefahren. Seitdem starre ich auf die Lichterkette in seiner Hecke.«
»Klingt spannend.«
»Kaum auszuhalten.«
»Ich melde mich, wenn ich in Position bin.«
»Mach das. Und Topher?«
»Ja?«
»Schön wach bleiben.«
»Keine Sorge, ich habe Cindys Kaffee dabei.«
»Dann kann nichts schiefgehen.«
Er legte auf und steckte das Smartphone in die Freisprechanlage am Armaturenbrett. Die Getränke und den Rucksack verstaute er im Fußraum vor dem Beifahrersitz.
Das Navi hatte Andi mit nach Hause genommen, aus Sorge, jemand könnte es stehlen. Christopher benötigte es ebenso wenig wie den Stadtplan im Handschuhfach. Durch die zahlreichen Fahrten für das Umzugsunternehmen kannte er Hamburgs Straßen besser als mancher Taxifahrer.
Trotz der abendlichen Stunde dauerte die Fahrt in den Norden gut fünfzig Minuten. In der Nähe des Flughafens blockierte ein defekter Lkw eine Spur und sorgte für Rückstau und ein wildes Hupkonzert.
Schließlich bog er von der Holsteiner Chaussee in den Flagentwiet ein und befand sich im gleichnamigen Gewerbegebiet. Im Schein der Straßenlaternen hielt er nach dem Sportgeschäft Ausschau. Kurz vor der nächsten Kreuzung entdeckte er es auf der linken Straßenseite. Nach einem prüfenden Blick in den Rückspiegel verlangsamte er das Tempo. Das Geschäft war geschlossen, die einzige Beleuchtung ein rot leuchtender Stern, der innen im Schaufenster über einer Ansammlung von Hanteln baumelte.
Ein kläglicher Versuch, Weihnachtsstimmung zu erzeugen.
Er wendete hinter der Kreuzung, fuhr zurück und fand eine Parklücke dem Geschäft schräg gegenüber. Zwischen einem Kombi und einem Transporter fiel der Golf nicht auf.
Nach einem Testlauf mit dem Camcorder machte Christopher noch einige Probebilder mit der Kamera. Zufrieden legte er beide Geräte griffbereit auf den Beifahrersitz. Seine Jacke drapierte er als Sichtschutz darüber.
In einem Fach in der Fahrertür steckte ein Klemmbrett mit Blankovordrucken für das Überwachungsprotokoll. Er nahm es heraus und notierte mit einem Kugelschreiber Adresse, Datum und Uhrzeit. Danach schickte er per SMS eine Statusmeldung an Martin.
Seine erste lange Nachtobservierung …
Er brachte den Fahrersitz in eine bequemere Position und lehnte sich zurück.

Die Zeit verstrich langsam. Während das Wageninnere allmählich auskühlte, machte er alle halbe Stunde dieselbe Notiz auf dem Überwachungsprotokoll: Keine Vorkommnisse. Dazu die jeweilige Zeitangabe. Gelegentlich löste er den Blick vom Geschäft, um zu überprüfen, ob sich verdächtige Fahrzeuge oder Personen näherten.
Nach und nach erloschen die Lichter in den Gebäuden entlang der Straße. Der Verkehr nahm ab. Es wurde still. Eine unwirkliche Atmosphäre legte sich über das Gewerbegebiet.
Er schraubte die Thermosflasche auf und goss sich heißen Kaffee ein.
Die größte Herausforderung in diesem Job war nicht die mühsame Recherche, schwierige Kunden oder die unregelmäßigen Arbeitszeiten. Es war die Monotonie. Die Langeweile.
Das stundenlange, häufig vergebliche Warten.
Wie um diesen Gedanken zu widerlegen, durchbrach ein leises »Ping« die Stille.
Vorsichtig wechselte er den Deckel der Thermosflasche in die linke Hand und griff nach seinem Smartphone. Eine SMS war eingegangen.
Romy.
Habt ihr die bösen Jungs schon erwischt?
Er lächelte und schrieb eine Antwort:
Nein. Ich starre seit zweieinhalb Stunden auf ein Schaufenster und friere mir den Hintern ab.
Die Antwort kam prompt. Armer Hase 🙂
Zuerst war er empört. Dann musste er lachen. Er tippte:
Hase??? Niemand hätte es gewagt, Philip Marlowe Hase zu nennen!!!
Ein erneutes »Ping«.
Armer Topher?
Das Verlangen, Romy anzurufen, ihre Stimme zu hören, wurde fast unerträglich. Doch die Arbeit ging vor. Deshalb fiel seine Antwort kurz aus:
🙂 Ich melde mich morgen bei dir.
Sei vorsichtig!
Bin ich. Schlaf gut.
Du lieber nicht ;-).
Es juckte ihm in den Fingern, eine Antwort zu geben.
Weiter zu schreiben, bis die Nacht vorbei war.
Er legte das Smartphone beiseite und konzentrierte sich auf die Überwachung. Das Kribbeln in seinem Bauch ließ allmählich nach. Seine Gedanken blieben bei Romy. Gegen Mitternacht dachte er daran, wie es wäre, neben ihr zu liegen. Ihre Nähe zu spüren, die Wärme ihres Körpers.
Sie waren seit drei Monaten ein Paar. Miteinander geschlafen hatten sie noch nicht. Obwohl er es sich sehnlichst wünschte. Aber Romy brauchte Zeit. Sie musste Vertrauen fassen, um diese Art von Nähe zuzulassen.
Es lag nicht an ihm. Es lag an dem miesen, wertlosen Dreckskerl, der ihr irgendwann in der Vergangenheit Gewalt angetan hatte. Christopher kannte keine Einzelheiten, weil sie nicht darüber sprach. Die Hinweise ließen keine Zweifel daran, dass ihr etwas Furchtbares zugestoßen war.
Es machte ihn zornig und es machte ihm Angst. Weil er alles richtigmachen wollte. Was wahrscheinlich unmöglich war.
Er schüttelte den Kopf, um die finsteren Gedanken abzuschütteln.
Außen auf der Windschutzscheibe hatte sich inzwischen eine feine Eisschicht gebildet. Er zog die warme Jacke an und dachte daran, wie viele Menschen in Hamburg diese Nacht im Freien verbrachten.
Ob es Rudi gut ging?
Der stets freundliche Rudi und seine Schnauzer-Hündin Tessa gehörten zum beweglichen Inventar der Reeperbahn. Christopher begegnete ihnen gewöhnlich mehrmals in der Woche, wenn Rudi die Mülleimer nach leeren Flaschen durchsuchte. Seit ungefähr drei Wochen fehlten die beiden. Allmählich machte er sich Sorgen. Vielleicht war Rudi in einer Notunterkunft außerhalb von St. Pauli untergekommen. Oder er verbrachte die kalte Jahreszeit bei der älteren Dame, die ihn regelmäßig mit Futter für Tessa versorgte. Im letzten Winter hatte sie die beiden in ihrem Gartenhäuschen übernachten lassen.
An eine weitere Alternative wollte er lieber nicht denken: dass Rudi etwas zugestoßen war.
Gegen halb drei, als selbst die Nacht zu schlafen schien, meldete sich seine Blase. Je mehr er sie zu ignorieren versuchte, desto stärker musste er. Schließlich stieg er widerwillig aus. Die klirrende Kälte nahm ihm fast den Atem. Rasch schloss er die Fahrertür und huschte hinter den Transporter. Es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, bevor die Dinge funktionierten. Es war einfach verflucht kalt. Um seinen Kreislauf in Schwung zu bringen und die Muskeln zu lockern, vollführte er einige Dehn- und Streckübungen.
Sobald er wieder im Golf saß, breitete er die Wolldecken über sich aus und trank mehr Kaffee. Allmählich wurde ihm wieder warm. Und mit der Wärme kam die Müdigkeit. Sie legte sich wie Blei auf seine Augenlider.
Um nicht einzuschlafen, rief er Martin an.
Sein Chef nahm das Gespräch sofort entgegen. »Geht es los?«
»Nein. Hier ist alles ruhig.«
Ein Seufzen. »Hier auch. Der gute Herr Heinze fährt meist gegen halb sieben zur Arbeit. Wenn bis dahin nichts passiert, brechen wir ab.«
»Alles klar.«
Ein Blick auf die Uhr. Noch drei Stunden. Er gähnte.

Langsam kam wieder Leben in das Gewerbegebiet. Die ersten Fahrzeuge fuhren vorbei. Fenster erhellten sich.
Der Himmel blieb hingegen tiefschwarz.
Um kurz vor sechs hielt ein Kastenwagen vor dem Sportgeschäft. Christophers Puls schoss in die Höhe. Sein übermüdetes Gehirn drehte schlagartig auf Hochtouren. Hektisch brachte er die Kamera in Anschlag, knipste in schneller Folge vier Fotos. Bevor er erkannte, dass es sich um das Fahrzeug einer Reinigungsfirma handelte.
Ein Mann in einem hellen Overall stieg aus. Er holte Eimer, Wischmopp und andere Putzutensilien aus dem Wagen.
Christopher hielt alles bildlich fest. Wie der Mann das Fahrzeug abschloss, schwer beladen zum Geschäft ging und die Eingangstür aufschloss. Im Inneren wurde das Licht eingeschaltet. Kurz darauf wischte der Mann den Fußboden.
Zwanzig Minuten später verließ er das Geschäft wieder. Ohne verdächtige Kartons unter den Armen. Er verstaute die Putzutensilien im Wagen und fuhr davon.
Christopher sank leicht enttäuscht in den Fahrersitz zurück. Zumindest war er nun hellwach.
Um Punkt halb sieben rief Martin an.
Herr Heinze war soeben zur Arbeit gefahren.
»Hier hat sich nichts Aufregendes getan«, gab Christopher zurück. »Vorhin hat ein Mitarbeiter einer Reinigungsfirma das Geschäft geputzt. Ich habe Fotos gemacht.«
»Gut. Die sehen wir uns später an. Fahr nach Hause, Topher. Es war eine lange Nacht.«
Lang und ergebnislos. Er rieb sich das Gesicht. Der Adrenalinschub war längst verpufft. »Wann soll ich nachher ins Büro kommen?«
»Um sechzehn Uhr reicht. Wir können die Fotos sichten und über Frau Neudorf sprechen.«
»In Ordnung.«

In der beginnenden Rushhour fuhr er zurück nach St. Pauli. An einer roten Ampel schrieb er Romy eine Nachricht.
Bin auf dem Weg nach Hause.
Sie benutzte das Handy nicht als Wecker, es würde sie nicht stören. Kurz darauf piepte sein Smartphone.
Frühstück bei mir?
Gleichzeitig zu fahren und SMS zu schreiben, war nie eine gute Idee. In seinem Zustand schon gar nicht. Also rief er Romy kurzerhand an.
»Guten Morgen, Mr. Marlowe«, meldete sich eine verschlafene Stimme.
»Habe ich dich mit der SMS geweckt?«
»Ich habe das Handy extra angelassen. Falls dir bei der Arbeit langweilig wird.«
Ein wohliges Gefühl breitete sich in seinem Bauch aus.
»Soll ich frische Brötchen mitbringen?«
»Oh ja! Wann bist du da?«
»Gegen Viertel nach sieben.«
Aus der Leitung drang ein unterdrücktes Gähnen. »Ich kann nicht versprechen, dass ich bis dahin präsentabel bin.«
»Ich nehme dich auch in Schlafanzug und Wollsocken.«
Romys Kichern machte ihm deutlich, wie anzüglich seine Antwort interpretiert werden konnte.
»Das habe ich eben nicht gesagt!«, protestierte er.
»Ich hab‘s aber gehört.«

Als Christopher endlich die Reeperbahn erreichte, flimmerten die Ränder seines Sichtfelds. Er hielt sich nicht lange mit der Parkplatzsuche auf, sondern nahm den erstbesten. Mit langsamen, fahrigen Bewegungen packte er die Ausrüstung zusammen und stieg aus. Müdigkeit und Kälte ließen ihn frösteln. Irgendwo weiter die Straße herunter gab es einen Bäcker. Er schulterte den Rucksack und wankte los.
Obwohl es erst Anfang Dezember war, blinkte in vielen Fenstern Weihnachtsdekoration. In einem Hauseingang schliefen zwei Obdachlose. Unter all den Schlafsäcken und Decken war nicht zu erkennen, ob es sich um Männer oder Frauen handelte.
Beim Bäcker kaufte Christopher fünf gemischte Brötchen. Sie kamen frisch auf dem Ofen, und ihr Duft weckte sein Hungergefühl.
Schließlich stand er vor Romys Haustür. Erschöpft und trotzdem voller Vorfreude. Er klingelte.
Die Gegensprechanlage knisterte.
»Wer da?«
»Die Brötchen.«
Ein Kichern. »Bitte in den zweiten Stock.«
Er schleppte sich die Treppe hinauf. Die vielen Kleidungsschichten waren plötzlich viel zu warm.
Romy wartete an der offenen Wohnungstür. Sie trug ein bequem aussehendes, schwarzes Kleid und knallrote Kuschelsocken. Ihre großen, braunen Augen musterten ihn mit einem Blick, in dem Mitgefühl und Belustigung lagen.
»Du siehst so müde aus«, wisperte sie. »Du hättest ins Bett gehen sollen.«
»Ich wollte lieber hier sein«, gab er ebenso leise zurück.
Sie lächelte verschmitzte, stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. Sein Herz begann zu rasen. Alle Sinne konzentrierten sich auf Romys weiche, warme Lippen, ihren Geruch, ihren Körper, der sich an seinen schmiegte. Die Brötchentüte entglitt seinen Fingern und fiel zu Boden. Romy unterdrückte ein Kichern. Sie löste sich von ihm und strich ihm liebevoll die Haare aus dem Gesicht.
»Komm rein.«
Mit einer eleganten Bewegung griff sie nach der Brötchentüte und huschte in die Küche. Atemlos blickte Christopher ihr nach. Er wollte mit Romy schlafen. So sehr, dass es wehtat.
Er sammelte sich, streifte die Sohlen der Winterstiefel an der Fußmatte ab und betrat die kleine, wunderbar warme Wohnung. An der Garderobe stellte der den Rucksack ab und zog Stiefel, Jacke und Pullover aus.
In der Küche goss Romy heißes Wasser aus einem Wasserkocher in zwei Becher. Am Küchenfenster und der Balkontür klebten selbst gebastelte Sterne aus buntem Papier. Unter der Deckenlampe schwebte ein Mobile mit unterschiedlich großen Schneeflocken. Schön weihnachtlich.
»Du bekommst einen Entspannungstee«, verkündete Romy. »Damit du nachher gut schlafen kannst.«
»Das sollte kein Problem sein.« Er schob sich auf einen Stuhl an den Holztisch, der den wenigen Platz in der Küche fast vollständig ausfüllte. Beim Anblick von Marmelade, Aufschnitt, Käse, Butter und frischen Brötchen knurrte sein Magen vernehmlich. Sein Kopf wollte sich auf die Tischplatte legen und die Augen schließen.
Sobald Romy saß, reichte er ihr den Brötchenkorb und nahm sich danach selbst eines.
Während er die Brötchenhälften mit Butter bestrich und mit Salami belegte, berichtete er von der vergangenen Nacht. Endlose Stunden der Langeweile in wenige Sätze komprimiert.
»Mir würde für so etwas die Geduld fehlen«, gestand Romy. »Ich musste einmal sechs Stunden am Flughafen warten, weil unsere Maschine defekt war und kein Ersatzflugzeug zur Verfügung stand. Am Ende kannte ich jedes Geschäft im Abflugbereich. Wenn ich mir vorstelle, die ganze Nacht in einem Auto zu sitzen und auf ein Gebäude zu starren …«
»Gehört halt zum Job.« Herzhaft biss Christopher ins Brötchen, genoss die wunderbare Mischung aus frisch gebackenem Teig, Butter und Salami. Er trank einen Schluck Tee. Der schmeckte besser als erwartet. Ohne Zucker allerdings etwas bitter.
Eine Weile aßen sie schweigend. Es fiel ihm immer schwerer, den Blick zu fokussieren. Im Kampf gegen die Müdigkeit zeichnete sich eindeutig ein Gewinner ab. Auch Romys Gegenwart, die seinen Körper gewöhnlich mit aufputschenden Hormonen und Endorphinen flutete, half nicht mehr.
»Ich bin noch nie geflogen«, brachte er nach einem weiteren Schluck Tee hervor.
Romy sah ihn verblüfft an. »Warum nicht?«
Er zuckte mühsam die Achseln. »Mir gefällt es in Hamburg, ich muss nicht ständig woanders hin. Außerdem gibt es schöne Urlaubsziele, die man mit dem Zug oder dem Auto erreichen kann.«
Sie fixierte ihn mit übertriebenem Ernst. Schien angestrengt nachzudenken. »Ich mag dich trotzdem«, erwiderte sie endlich mit einem amüsierten Funkeln in den Augen.
»Gott sei Dank!« Die ironische Antwort sollte seine Erleichterung verbergen.
Caro, seine Ex, hatte für sein mangelndes Interesse am Fliegen kein Verständnis gehabt. Sie wollte die Welt bereisen, nach Hawaii fliegen, Australien, Neuseeland, Afrika, in die USA. Weil alle anderen es taten. Alle anderen besaßen auch schicke Autos, teure Möbel und Designerklamotten. Er hätte Caro viel früher sagen sollen, dass sie gern mit all den anderen zusammen sein konnte, wenn ihr Statussymbole so wichtig waren. Bis heute rätselte er über seine Dummheit, eine Beziehung mit ihr anzufangen.
Erschöpft rieb er sich die Augen. Sein Hirn sendete wirre Gedanken.
»Topher?« Romy musterte ihn zärtlich. »Du solltest dich hinlegen.«
»Ich mache mich gleich auf den Weg.«
Seine Wohnung lag keine zehn Gehminuten entfernt. Trotzdem sträubte sich alles in ihm bei dem Gedanken, wieder in die Kälte hinaus zu müssen.
»So habe ich das nicht gemeint.« Sie stand auf und nahm seine Hand. Er erhob sich ebenfalls, folgte ihr verwundert. Sie führte ihn ins Schlafzimmer. Ein breites Bett füllte den winzigen Raum zur Hälfte aus. Einladend stand es da, die Bettdecke zum Auslüften zurückgeschlagen. Er blinzelte, unsicher, ob er richtig verstand. Bis Romy ihn sanft anschob.
»Du kannst hier schlafen.« Sie sammelte rasch einige Kleidungsstücke zusammen und ließ ihn allein.
Er betrachtete leicht schwankend das Bett. Es war nicht das, woran er in dieser Nacht gedacht hatte, aber es war ziemlich gut. Er zog sich bis auf Unterhose und T-Shirt aus und sank mit einem Seufzer ins Bett. Einige Momente lang schmerzten sämtliche Muskeln. Danach kam die Entspannung. Erleichtert atmete er aus und schloss die Augen. Das Kissen duftete nach Romys Haarshampoo. Die Matratze senkte sich. Warme Finger strichen ihm über das Haar. Weiche Lippen hauchten einen Kuss auf seine Wange.

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