Malte Weber

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Am 18. Mai nahmen 10 Journalisten aus Rumänien und Deutschland an einem Presse-Webinar teil, um die Rolle von Journalisten bei der Umsetzung von Friedensjournalismus zu besprechen.

Unter dem Thema “Die Rolle der Medien in Zeiten des Krieges und wie sie den Frieden fördern können” verliehen die Teilnehmenden des Webinars der Rolle von Journalisten im Friedensprozess eine neue Bedeutung und brachten Vorschläge für die Ausrichtung einer friedensfördernden Berichterstattung mit ein. Dabei konzentrierte sich der Dialog insbesondere auf die Verbesserung der Art und Weise einer undifferenzierten Medienberichterstattung während des russisch-ukrainischen Krieges.

Marian Chiriac, ein rumänischer Journalist von „BalkanInsight Romania“, beschrieb zu Beginn der Veranstaltung in seiner Rede seine Erfahrungen als Kriegsberichterstatter: “Es ist notwendig, nicht nur über Fakten zu berichten, sondern sich auch darum zu bemühen, Personen und Initiativen ins Rampenlicht zu rücken, die versuchen Menschen zu vereinen, die Brücken zwischen Menschen und Gemeinschaften zu bauen, und die zu konstruktiven öffentlichen Dialogen führen.”

Bezugnehmend auf die ukrainischen Flüchtlinge während des Krieges erwähnte Mihai Rotaru, Direktor von AS-TV Bistrița in Rumänien, die von den Medien durchgeführten Friedensaktivitäten, und betonte: “As-TV hat durch seine Sendungen und ausgestrahlten Informationen effektiv zur Mobilisierung aller Zuschauer beigetragen, die sich gemeinsam mit Reportern und Kameraleuten an den Volksinitiativen beteiligt haben.”

Ciprian Dragos, Chefredakteur von ZiarMM in Rumänien, sagte: “Es sollte kein ethisches Dilemma entstehen, wenn man das Leben und die Würde von Menschen einer präzisen Berichterstattung gegenüberstellt. Denn das Hauptziel ist es, den Frieden zu fördern und nicht, in einem militärischen Konflikt Partei zu ergreifen.”

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Wiederum warf die Journalistin Simona-Maria Chirciu als repräsentative Rednerin von MEDIAFAX in Rumänien die Frage auf, was das Wichtigste beim Verfassen eines Nachrichtenartikels sei, und gab hierzu die Antwort: “Das Wichtigste ist ein Bericht, der auf Fakten beruht.” Und weiter: “Wir sollten versuchen, möglichst viele Informationen und Daten zu finden, um eine Grundlage für das Thema zu schaffen.”

Zum Abschluss des Webinars erläuterte Jeong Myeong-chul, Abteilungsleiter der HWPL-Zweigstelle Incheon, den Zweck dieser Veranstaltung. Er betonte die Notwendigkeit herauszufinden, wie die Medien berichten und welche Rolle sie spielen sollten, um in einem Umfeld Frieden zu schaffen, in dem die Regeln für die Berichterstattung schwer zu befolgen sind, wie z. B. bei der Ukraine-Krise. In seiner Schlussbemerkung erwähnte der Moderator, dass sich Artikel 10 der DPCW, “Verbreitung einer Kultur des Friedens”, auf die Redefreiheit beziehe und bat die Teilnehmenden darum, sich an den Friedensaktivitäten innerhalb der Medienbranche zu beteiligen.

Die Deklaration des Friedens und der Beendigung der Kriege (Declaration of Peace and Cessation of War, DPCW) ist ein Rechtsdokument, das von HWPL am 14. März 2016 ausgerufen wurde, um einen rechtlichen Rahmen für die Beendigung der Kriege und einen nachhaltigen Frieden zu schaffen. Die aus 10 Artikeln und 38 Klauseln bestehende Erklärung enthält die Grundsätze für die Friedensentwicklung eines jeden Staates und der Zivilgesellschaft, u.a. die friedliche Beilegung von Streitigkeiten, die Förderung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Ländern, die Religionsfreiheit und die Verbreitung einer Friedenskultur.