Börsen und Kapitalmärkte sind nicht immer emotionsfrei und/oder rational – häufig sogar, zumindest kurzfristig, das genaue Gegenteil davon.

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Börsen und Kapitalmärkte sind nicht immer emotionsfrei und/oder rational – häufig sogar, zumindest kurzfristig, das genaue Gegenteil davon. Für den Krypto-Markt gilt das noch viel mehr, denn dieser wird weitaus stärker durch Emotionalität als beispielsweise der globale Aktien- oder Anleihenmarkt geprägt – da am Krypto-Markt weitgehend die großen Institutionen mit kühlem Kopf fehlen, es dafür aber mehr emotionsgetriebene Privatanleger gibt.

Extreme Volatilität am Kryptomarkt: Welche Faktoren sind dafür verantwortlich?

Sowohl kurz- als auch mittelfristig sind Kryptowährungen für ihre Volatilität verrufen. Die können durchaus an einem Tag nach oben oder unten 20 % oder mehr ausschlagen, auch mittelfristig zeigen sich immer wieder ausufernde “Boom- and Bust-Cycles” – also Phasen der Euphorie, die dann wieder von schlechten Phasen abgelöst werden. Der Kurs von BTC bei Bitvavo verdeutlicht das, insbesondere wenn man sich einen mehrjährigen Zeitraum anschaut.

Die Gründe dafür sind vielfältig, vor allem drei sind aber hervorzuheben. Die gelten nicht nur für den Bitcoin oder die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum, sondern auch für alle Kryptos aus der zweiten und dritten Reihe.

Emotionale Privatanleger

Privatanleger genießen am Kapitalmarkt nicht unbedingt einen guten Ruf. Nicht grundlos gibt es Begriffe wie “Milchmädchen-Hausse” oder die Geschichte von Joseph Kennedy und dem Schuhputzer. Für Institutionelle gilt meist: Wenn beim Privatanleger Euphorie ausbricht, gilt es die schon erzielten Kursgewinne vom Tisch zu nehmen – denn dann stehen bald große Kursverluste bevor, da der Privatanleger meist zu spät kommt und dann emotionsgetrieben in seinen Handlungen von Gier bestimmt wird.

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Auf den globalen Kapitalmärkten, beispielsweise für Aktien und Anleihen, wirken institutionelle Investoren dahingehend als stabilisierend. Sie agieren weitaus kalkulierter und weniger emotional, zugleich haben sie das große Geld: Weshalb Privatanleger mit ihrer Euphorie oder Panik zumindest keinen ganz großen Effekt auf die Kursbildung haben. Am Krypto-Markt fehlen die institutionellen Anleger aber weitgehend: Weshalb die Volatilität extreme Bereiche erreicht, wenn Anleger reihenweise in gut laufende Kryptowährungen stürmen oder in Panik die verkaufen, die gerade nicht gut laufen.

Starker Hebel-Effekt am Kryptomarkt

Krypto-Investments sind vielmals stärker gehebelt, mit dem Traum so schnell reich zu werden, als traditionelle Investitionen am Kapitalmarkt – Börsen bieten teilweise Hebel bis zum Faktor 50 an. Dadurch kann es vor allem in schlechten Phasen zu einem Dominoeffekt kommen: Mehr und mehr Anleger haben riesige Verluste auf ihre gehebelten Investitionen zu verzeichnen und flüchten so schnell wie möglich – was die Kursstürze dann intensiviert.

Kaum Spielraum für fundamentale Analysen

Aktueller Ethereum Kurs in Euro: Der Chart der zweitgrößten Kryptowährung verdeutlicht das ständige Auf und Ab. Das liegt auch daran, dass Kryptowährungen keinen inneren Wert haben, sondern nur den, der ihnen über Angebot und Nachfrage aktuell zugemessen wird. Anders als Unternehmen, die Bilanzen, Gewinne, Umsätze, Margen und Co. haben, gibt es all das bei Kryptowährungen nicht. Daher kommen verschiedene Marktteilnehmer immer wieder zu ganz unterschiedlichen Einschätzungen, was nun ein fairer Preis wäre. Gleichermaßen wirken psychologische und emotionale Effekte weitaus stärker, wenn es keine objektiven Kriterien zur Bewertung gibt.

Krypto-Kurse sind maßgeblich psychologisch und emotionsgetrieben – zumindest in kurzen Zeiträumen

Die psychologischen Effekte sind am Kryptomarkt, der maßgeblich von Privatanlegern bestimmt wird, nicht zu unterschätzen. Daraus muss aber kein Verzicht auf eine Krypto-Anlage resultieren, wenn man sich selbst stattdessen der Buy-and-Hold-Strategie verschreibt und emotionale Verwerfungen einfach aussitzt. Das ist aber gar nicht so einfach: Anders als bei anderen Anlageklassen wie Immobilien, bekommt man bei Kryptowährungen die teils explosionsartigen Kursbewegungen nämlich immer fortlaufend und in Echtzeit mit – woraus die Gefahr resultiert, das eigene Handeln selbst psychologischen Effekten und Emotionen zu unterstellen.

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Von PR-Echo