Markus Gerber

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E-Scooter und Alkohol: Warum immer mehr Fahrerinnen und Fahrer zur MPU müssen

Kaum jemand ahnt, dass auch für E-Scooter dieselben Regeln gelten wie für Autos. Wer betrunken oder unter Drogeneinfluss unterwegs ist, riskiert den Führerschein. Immer häufiger ordnen Fahrerlaubnisbehörden in solchen Fällen eine medizinisch psychologische Untersuchung an, kurz MPU.

Ein kurzer Heimweg mit großen Folgen

Der Abend war schön, das Bier kalt, der Heimweg kurz. Viele denken in diesem Moment nicht lange nach und steigen einfach auf den E-Scooter. Doch was viele nicht wissen: Ein E-Scooter gilt laut Straßenverkehrsgesetz als Kraftfahrzeug und fällt damit unter dieselben Vorschriften wie ein Auto oder Motorrad. Wer sich alkoholisiert im Straßenverkehr bewegt, begeht eine Straftat. Schon ab 0,5 Promille droht eine Ordnungswidrigkeit, ab 1,1 Promille ist der Führerschein weg.

Die Behörden kennen keine Ausnahme

In den letzten Jahren häufen sich die Fälle, in denen E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer zur MPU müssen. Besonders häufig trifft es junge Erwachsene, die gar nicht wussten, dass ein E-Scooter rechtlich als Fahrzeug gilt. Viele hielten ihn eher für ein Freizeitgerät oder ein praktisches Fortbewegungsmittel für kurze Strecken. Für die Führerscheinstellen spielt das aber keine Rolle. Rechtlich gilt derselbe Maßstab wie beim Auto.

Nach Beobachtung von MPU-Doktor melden sich immer mehr Betroffene, die erst im Nachhinein erfahren, welche Konsequenzen eine solche Fahrt haben kann. Die Behörden prüfen in diesen Fällen, ob jemand in der Lage ist, Konsum und Fahren voneinander zu trennen. Das gilt für jedes motorisierte Fahrzeug, egal ob Auto, Roller oder E-Scooter.

MPU nach E-Scooter-Fahrt: Ein teures Erwachen

Eine MPU kostet in der Regel zwischen 800 und 1 000 Euro. Doch damit ist es meist nicht getan. Wer Abstinenznachweise erbringen und sich seriös vorbereiten möchte, muss insgesamt mit rund 3 000 Euro rechnen. Hinzu kommt der Zeitaufwand für Gespräche, Tests und psychologische Beratung. Wer sich unvorbereitet prüfen lässt, fällt oft durch und bleibt monatelang ohne Führerschein.

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Selbst wer noch gar keinen Führerschein besitzt, bleibt von den Folgen nicht verschont. Wer betrunken mit einem E-Scooter auffällt, erhält in der Regel eine Sperrfrist. Erst nach einer bestandenen MPU darf die Fahrerlaubnis überhaupt beantragt werden.

Rechtlich ist alles klar geregelt

Die Grundlage bildet die Elektrokleinstfahrzeuge Verordnung (Link: eKFV) in Verbindung mit dem Straßenverkehrsgesetz (Link: StVG) und der Straßenverkehrs Ordnung (Link: StVO). Dort ist eindeutig festgelegt, dass E-Scooter motorisierte Fahrzeuge sind. Damit gelten dieselben Promillegrenzen und Regeln wie beim Auto. Ab 1,1 Promille liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor und es droht der Entzug der Fahrerlaubnis. Ab einem Wert von 1,6 Promille ist die Anordnung einer MPU verpflichtend, unabhängig davon, ob es sich um ein Auto oder einen E-Scooter handelt.

Fazit: E-Scooter sind keine Spielzeuge

E-Scooter sind praktisch und machen Spaß. Doch wer damit fährt, trägt Verantwortung. Schon eine einzige falsche Entscheidung kann teuer werden und die Fahrerlaubnis kosten. Wer nach einer Auffälligkeit Post von der Behörde bekommt, sollte schnell reagieren und sich gut informieren.

Über den Autor

Der Autor ist Teil des MPU-Doktor Teams und begleitet seit Jahren Klientinnen und Klienten auf ihrem Weg zurück zum Führerschein. MPU Doktor ist eine unabhängige Beratungsstelle mit Sitz in der Schweiz und bietet persönliche sowie digitale Unterstützung für eine erfolgreiche MPU Vorbereitung an.