Wie man Kindern helfen kann, sich besser zu konzentrieren – und warum sie Hilfe brauchen

Lässt sich Charakterstärke durch Aufmerksamkeit bilden? Durch die Fähigkeit eines Kindes, Ablenkungen zu widerstehen und konzentriert zu bleiben, lässt sich vorhersagen, wie gut es ihm später im Erwachsenenalter gesundheitlich und finanziell gehen wird.

Wie man Kindern helfen kann, sich besser zu konzentrieren - und warum sie Hilfe brauchen
Das neue Buch von Daniel Goleman, Autor von EQ – Emotionale Intelligenz

Neulich fuhr ein Jugendlicher mit dem Rad an mir vorüber und schrieb beim Radeln eine SMS. Dann sah ich eine Gruppe von jungen Leuten in einem Fastfoodladen beim Mittagessen. Aber statt sich zu unterhalten oder einfach zusammen fröhlich zu sein, war jeder mit einem Tablet oder Smartphone beschäftigt. Sie hätten ebenso gut allein sein können.

Eine Lehrerin klagt, in den letzten Jahren würden die Schüler ihre Schulbücher nicht mehr annähernd so gut verstehen wie früher.
Durch die Technik – Tablets, SMS, Facebook, Twitter und so weiter – hat sich die Kindheit verändert. Und das hat gewaltige Auswirkungen darauf, wie sich im Gehirn unserer Kinder die Fähigkeit entwickelt, sich zu konzentrieren und zu lernen.

Am besten lernen Kinder, wenn sie die Aufmerksamkeit längere Zeit aufrechterhalten können, ob es nun darum geht, was der Lehrer sagt, was im Schulbuch steht oder welche Hausaufgaben zu erledigen sind. Konzentrierte Aufmerksamkeit ist die Grundvoraussetzung des Lernens. Ablenkung tötet die Auffassungsgabe. Aber heute ist es für junge Menschen normal, dass ihre Konzentration ständig durch Ablenkungen beeinträchtigt wird.

Besonders beunruhigend ist das angesichts stichhaltiger neuer Forschungsergebnisse: Aufgrund der Fähigkeit eines Kindes, der Versuchung von Ablenkungen zu widerstehen und konzentriert zu bleiben, lässt sich demnach vorhersagen, wie gut es ihm später im Erwachsenenalter gesundheitlich und finanziell gehen wird. Manche sprechen in diesem Zusammenhang von „Selbstbeherrschung“, andere von „Charakterstärke“ oder dem „Verzicht auf sofortige Belohnung“. Gemeint ist damit letztlich immer, dass man den Blick beharrlich auf ein Ziel (oder die Hausaufgaben) richtet und Impulsen oder Ablenkungen widersteht.

Wie wir aus der Gehirnforschung wissen, hängt diese entscheidende mentale Fähigkeit vom Wachstum eines Nervengewebestreifens im präfrontalen Cortex ab, einem Gehirnareal unmittelbar hinter der Stirn. Dort verbinden sich Schaltkreise, die der Handhabung der Aufmerksamkeit und unbändiger Gefühle dienen. Sie wachsen mit dem gesamten übrigen Gehirn während der Kindheit und bis in die Teenagerjahre.
Je häufiger ein Kind üben kann, die Konzentration zu bewahren und Ablenkungen auszublenden, desto besser werden diese Gehirnareale gestärkt und vernetzt. Umgekehrt geschieht das umso weniger, je mehr es sich ablenken lässt.

Die Konzentrationsfähigkeit gleicht einem Muskel: Damit sie stark wird, ist geeignetes Training notwendig. Dabei kann man Kindern helfen, indem man regelmäßig Konzentrationsübungen mit ihnen macht – die mentale Entsprechung zum Training im Fitnessstudio.

So etwas konnte ich in Schulen beobachten: Zweitklässler wurden ruhig und konzentriert, wenn sie jeden Tag übten, die eigene Atmung zu beobachten und durch ein solches grundlegendes Training die schweifenden Gedanken wieder zu sammeln. Wenn Eltern ihre Kinder auch zu Hause zu solchen Übungen anhalten, tun sie ihnen – und ihrem präfrontalen Cortex – einen Gefallen.

Daniel Goleman

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Montag, 31. März 2014 von