Studienpreis DistancE-Learning 2014 – Außergewöhnliche Leistungen im Fernlernen mit Deutschlands ältesten Bildungspreis ausgezeichnet

Elf Studienpreisträger zeichnet der Fachverband Forum DistancE-Learning für ihre überragenden Weiterbildungsleistungen im Rahmen einer feierlichen Gala in Berlin aus. Aus den Nominierungen wählte die Fachjury die Besten der Besten.

Studienpreis DistancE-Learning 2014 -   Außergewöhnliche Leistungen im Fernlernen mit Deutschlands ältesten Bildungspreis ausgezeichnet

Der Studienpreis DistancE-Learning ist der älteste Bildungspreis Deutschlands.

Am 7. April ist es wieder soweit: Das Forum DistancE-Learning verleiht den ältesten Bildungspreis Deutschlands – den Studienpreis DistancE-Learning. In acht Kategorien zeichnet der Fachverband auf einer feierlichen Gala in Berlin insgesamt elf Preisträger aus.

Bundesweit konnten Fernlehrinstitute Absolventen und spezielle Projekte für diesen Preis nominieren. „Wir sind immer wieder fasziniert, was für beeindruckende Lebensgeschichten wir durch die Bewerbungen zu lesen bekommen“, so Verbandspräsident Mirco Fretter, der als ständiges Mitglied in der Studienpreisjury sitzt. Deutlich würde in den Nominierungen vor allem der große Vorteil der Weiterbildungsmethode DistancE-Learning. „Viele Preisträger hätten ohne die Flexibilität, die ihnen die Weiterbildung über ein Fernstudium ermöglicht, neben Familie, Beruf und anderen Verpflichtungen, gar nicht die Möglichkeit gehabt, die Karriereleiter hinaufzusteigen.“

Für ihre außergewöhnlichen Leistungen werden in diesem Jahr folgende Preisträger geehrt:
Darius Schendel (33) ist Fernlerner des Jahres. Der Nürnberger siedelt als Kind mit der Familie aus Polen nach Deutschland über und überwindet zahlreiche Hindernisse. Verpasste Bildungschancen holt er als Erwachsener nach und wird nun für seine große Zielstrebigkeit belohnt.
Fernlernerin des Jahres ist Stephanie Schneiß aus Mendig bei Koblenz. Die heute 42-jährige Mutter von fünf Kindern findet anfangs in ihrem Umfeld wenig Verständnis für ihr Weiterbildungsinteresse. Einst Bäckereifachverkäuferin ist sie heute Ausbildungsleiterin einer Bank.

Zum Fernstudenten des Jahres kürt die Studienpreisjury Asim Artanlar (34) aus Lingen. Er erfüllt sich seinen Traum vom Studium und zeigt eindrucksvoll, welche Ziele über den sogenannten zweiten Bildungsweg erreichbar sind. Mit seiner neu erworbenen Qualifikation steigt er stetig im Unternehmen auf.
Henriette Garczorz (31) ist Fernstudentin des Jahres. Die Hamburgerin meistert nicht nur ihr Fernstudium neben einem anspruchsvollen Fulltimejobs, sondern bekommt zu dieser Zeit auch ihr erstes Kind. Heute ist sie selbstständig, arbeitet an ihrer Promotion, doziert und freut sich auf weiteren Nachwuchs.

In der Kategorie Lebenslanges Lernen gehen die Preise an Karl Schmollinger aus Friedrichshafen und Heide Niemann-Rabe aus Rostock.
Herr Schmollinger blickt auf einen beeindruckenden Werdegang zurück. Seit seinem Hauptschulabschluss hat er sich nebenberuflich kontinuierlich weiterqualifiziert und verfügt heute über drei akademische Abschlüsse. Aktuell arbeitet der 53-Jährige an seiner Promotion.
Auch Heide Niemann-Rabe (71) hat ein Leben ununterbrochenen Lernens hinter sich. Die ehemalige Lehrerin bildet sich nicht nur stetig in ihrem Beruf weiter, sondern entdeckt als Rentnerin ihre Schreibleidenschaft und professionalisiert diese mittels eines Fernlehrgangs.

Regina Vollbrecht (37) gewinnt den Sonderpreis „Lernen mit Handicap“. Die als Säugling erblindete Berlinerin ist vielseitige Leistungssportlerin, engagiert sich ehrenamtlich als Botschafterin der Christtoffel-Blindenmission und möchte sich durch den Abschluss ihres Fernlehrgangs ein zweites berufliches Standbein als Ernährungsberaterin schaffen.

Porträts der Preisträger

Mit dem Service des Jahres zeichnet die Jury die „Interaktiven Lernhilfen für Fernstudierende“ des Instituts für Lernsysteme ILS aus. Mit diesem Service erleichtert das Institut Fernlernenden den Einstieg ins Studium und gibt Ihnen Instrumente an die Hand, mit deren Hilfe sie ihr Selbstmanagement und ihre Lerntechniken optimieren können.
Die Innovation des Jahres geht an das Bewertungsportal FernstudiumCheck.de. Durch Erfahrungsberichte und Bewertungen von Teilnehmern und Absolventen deutscher Fernlehrinstitute können hier Bildungsinteressierte ganz unabhängig ihr Informationsbedürfnis stillen und die Fernschule suchen, die zu ihnen passt. Durch Erfahrungsberichte schafft die Plattform eine vertrauenswürdige Basis und ist in ihrer Form einzigartig auf dem deutschen Fernschulsektor.

Doch nicht nur die Jury hat über die Vergabe der Studienpreise entschieden, sondern zum dritten Mal konnte auch das Publikum in einem großen Online-Voting über die Titel „Tutor des Jahres“ und „Fernkurs des Jahres“ abstimmen.
Über den Titel „Tutor des Jahres2014“ darf sich Martina Wetzel, Tutorin der DIPLOMA Hochschule im Studiengang Grafik-Design freuen. Sie verweist ihre männlichen Konkurrenten im Rennen um den Titel klar auf die Plätze.
Den Titel „Fernkurs des Jahres 2014“ trägt ab sofort der Bachelorstudiengang Pflegemanagement der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft. Der jüngste Studiengang der Fernhochschule vermittelt neben der pflegewissenschaftlichen Kompetenz auch die akademische Ausbildung spezifischen Wirtschafts- und Management-Know-hows sowie soziale und methodische Skills für die Führung von Mitarbeitern.

Der Studienpreis DistancE-Learning – eine Auszeichnung mit Tradition:
Bereits seit 1985 verleiht das Forum DistancE-Learning die Titel „Fernlernerin des Jahres“ und „Fernlerner des Jahres“. 1988 schrieb der Fachverband erstmals den „Studienpreis Lebenslanges Lernen“ aus. Er geht jährlich an Menschen, die auf beeindruckende Weise bewiesen haben, wie kontinuierliches Fortbildungsengagement mit beruflichem und privatem Erfolg und Zufriedenheit belohnt wird. In unregelmäßigen Abständen wird zudem der Sonderpreis „Lernen mit Handicap“ vergeben, um auf die besondere Lernsituation von Menschen mit Handicaps aufmerksam zu machen und deren herausragendes Lernengagement zu würdigen. Um das Potenzial von DistancE-Learning auf Hochschulniveau zu dokumentieren, vergibt der Fachverband seit 2005 den Studienpreis DistancE-Learning auch in der Kategorie „Fernstudentin des Jahres“ sowie „Fernstudent des Jahres“.

Neben den Absolventen-Preisen gibt es seit 2005 noch drei weitere Kategorien: „Innovation des Jahres“ für Best-Practice-Anwendungen in der Wirtschaft und „Service des Jahres“ für herausragende Serviceleistungen von DistancE-Learning-Anbietern, die einen deutlichen Schritt über die Verbraucherschutzbestimmungen hinausgehen.

Die Jury des Studienpreises DistancE-Learning
Die Jury des Studienpreises DistancE-Learning besteht aus den ständigen Mitgliedern Mirco Fretter, Präsident des Forum DistancE-Learning, Heiner Simons, Leiter der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), Michael Janning, Business Manager SAP Education – Technology und Martin Pichler, Chefredakteur „Wirtschaft & Weiterbildung“. Dazu kommen die fünf jährlich wechselnden, per Losverfahren festgelegten Mitglieder des Fachverbandes Forum DistancE-Learning: Dr. Kathrin Gessner-Ulrich (IST-Hochschule), Christoph Ladewig (Hotelfernschule Poppe & Neumann), Dr. Markus Lermen (DISC der TU Kaiserslautern), Georg Pflüger (Deutsche Fernschule) und Sabine Pihl (Deutsche Akademie für Management).

Der Fachverband Forum DistancE-Learning
Das Forum DistancE-Learning – Der Fachverband für Fernlernen und Lernmedien e. V. ist im November 2003 aus dem seit 1969 bestehenden Deutschen Fernschulverband e. V. (DFV) hervorgegangen. Seine zurzeit über 100 Mitglieder sind Experten des mediengestützten und tutoriell betreuten Lernens – seien es Unternehmen, Institutionen oder Privatpersonen. Damit bietet der Verband eine gemeinsame Gesprächs- und Aktionsplattform für die DistancE-Learning-Branche.
Insgesamt beträgt der Marktanteil der im Fachverband organisierten Fernlehrinstitute über 80 Prozent, das heißt: Mehr als acht von zehn Fernlerner/-innen in Deutschland profitieren vom verbandsinternen Informationsaustausch ihres Anbieters. Das Forum DistancE-Learning versteht sich als erster Ansprechpartner für Politik, Forschung, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Durch wissenschaftliche und bildungspolitische Aktionen sollen die öffentliche Diskussion angeregt und Impulse für Innovationen gesetzt werden.
Das hohe Engagement des Forum DistancE-Learning hat auch außerhalb der Bildungsbranche für Aufmerksamkeit gesorgt: Der Fachverband für Fernlernen und Lernmedien wurde aufgrund seiner exzellenten und innovativen Verbandsarbeit als „Verband des Jahres“ ausgezeichnet. Auf dem 10. Deutschen Verbändekongress wurde dem Forum DistancE-Learning der Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DGVM) verliehen.

Fernlerner des Jahres 2014
Mit guten Ergebnissen gibt er sich nicht zufrieden – Studienpreisträger verlangt sich Bestleistungen ab

Mit zehn Jahren kam Darius Schendel ohne Deutschkenntnisse in die Bundesrepublik. Der Start in der neuen Heimat war alles andere als leicht. Heute, fast 25 Jahre später, wird Schendel vom Fachverband Forum DistancE-Learning zum „Fernlerner des Jahres 2014“ ausgezeichnet, da er trotz verpasster Bildungschancen in der Kindheit seinen beruflichen Aufstieg mittels Fernlernen gemeistert hat.

Darius Schendel wurde in Stettin geboren. Zehn Jahre lang lebt er in Polen. Doch der Vater sieht keine Zukunft für die Familie in der Heimat, wandert nach Deutschland aus und holt Frau und Kinder ein Jahr später nach Berlin.
Alles Liebgewonnene zurückgelassen, beginnt für Schendel und seine Familie in der Bundesrepublik eine Odyssee, geprägt von zahlreichen Umzügen bis sie nach Nächten bei Bekannten und in Notunterkünften endlich ein eigenes Heim finden. Der damals Zehnjährige und seine Schwester müssen zur Schule gehen, sprechen jedoch kein deutsch. Auch wenn es beiden gelingt, sich schnell den neuen Bedingungen anzupassen, der Besuch einer weiterführenden Schule ist nicht möglich.
Darius Schendel macht seinen Hauptschulabschluss und wird KfZ-Mechaniker, nimmt nach der Bundeswehr einen Job in einer Spedition an und arbeitet sechs Jahre dort. Doch er ist unzufrieden, will mehr aus seinem Leben machen und träumt von einem Job als Techniker. Möglich ist dies nur mit einer Zusatzqualifikation. Doch die Abendschule ist viel zu weit entfernt und den Job für eine weitere Ausbildung aufzugeben – unmöglich! Die Lösung: ein Fernlehrgang zum „staatlich geprüften Mechatroniktechniker“ bei der Studiengemeinschaft Darmstadt. Das Ziel scheint nah, doch kann kommt die Wirtschaftskrise, Aufträge bleiben aus und Schendel verliert seinen Job.
Aufgrund seiner nebenberuflichen Weiterbildung findet der Nürnberger jedoch innerhalb von nur fünf Tagen eine neue Anstellung. Glücklich macht ihn diese aber nicht. Seine Aufgaben fordern ihn nicht und der Umgangston unter den Kollegen ist äußerst rau. Der Fernlerner ist nun hoch motiviert, seine Weiterbildung umso energischer voranzubringen. Zeitgleich schreibt er weitere Bewerbungen. Gleich zwei Münchener Unternehmen werden in Folge dessen auf den jungen Mann aufmerksam. Erneut wechselt er den Job – gleich zwei Mal, denn die Firmen überbieten sich gegenseitig in ihren Angeboten an Schendel. Jetzt muss der angehende Techniker sogar den Wohnort wechseln. Er zieht von Nürnberg nach München. Seine Freundin, die ihn stets in seinen Weiterbidungsbestrebungen unterstützt, und er sehen sich fortan nur an den Wochenenden.
Für die Weiterführung des Fernlehrganges stellen die häufigen Jobwechsel und vor allem der Umzug in eine neue Stadt eine enorme Belastung dar. Schendels Noten verschlechtern sich. „Doch wenn ich etwas anpacke, möchte ich das Bestmögliche erreichen“, beschreibt er seinen Antrieb, die Messlatte für seine Leistungen nach der Einarbeitung in den neuen Job wieder ganz nach oben zu hängen.

Zum erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs gehört neben Einsendeaufgaben und Abschlussprüfung ebenso eine Projektarbeit. Schendel schließt sich hierfür mit zwei Lehrgangskollegen zusammen und übernimmt einen Großteil der Arbeit. Sein Wohnzimmer wird zur Werkstatt, das Privatleben bleibt nahezu auf der Strecke und auch private Ersparnisse fließen ins Projekt.
Der Lohn für all die Mühen: Darius Schendel ist der beste Teilnehmer bei den Abschlussprüfungen. Anders als bei seinen Mitstreitern wird der Anteil seiner Projektarbeit mit der Bestnote bewertet. Der 33-Jährige ist an seinem Ziel angekommen. Er ist zufrieden in seinem Beruf als Techniker und verrichtet nun qualifizierte Tätigkeiten. Und dann wird Schendel vom Fachverband Forum DistancE-Learning auch noch zum „Fernlerner des Jahres“ gekürt. „Die Auszeichnung ist für mich wie ein Ritterschlag“, kommentiert er die Preisvergabe und ist mit Recht stolz auf seine bisherigen Leistungen.
Auch im Privatleben könnte es nicht besser laufen. Nach nunmehr drei Jahren ist Schluss mit der Fernbeziehung. Mit seinem Abschluss in der Tasche, hat Schendel auch in Nürnberg eine Anstellung als Techniker gefunden und ist vor wenigen Wochen mit seiner Freundin in die erste gemeinsame Wohnung gezogen. Doch für sich allein hat sie ihn immer noch nicht. Denn der ehrgeizige „Fernlerner des Jahres“ plant bereits ein berufsbegleitendes Bachelorstudium. Für die Studiendauer wird sie ihn dann wohl erneut mit den Lehrbüchern teilen müssen.

Fernlernerin des Jahres 2014
Die Zeit der kleinen Brötchen ist vorbei –
Bäckereifachverkäuferin ist heute Ausbildungsleiterin einer Bank

Aufgeben kommt für Stephanie Schneiß nie in Frage. Sie überwindet alle Hindernisse, die ihr das Leben in den Weg stellt und bildet sich ehrgeizig und erfolgreich weiter. Dafür wird sie vom Forum DistancE-Learning zur „Fernlernerin des Jahres 2014“ ausgezeichnet.

Wenn Stephanie Schneiß morgens aufwacht, tut sie das mit dem stolzen Gefühl, „Fernlernerin des Jahres 2014“ zu sein. „Das ist so cool“, freut sich die 42-Jährige aus Mendig bei Koblenz, die den Preis als Anerkennung für ihren häufig steinigen und dennoch stets bewältigten Berufsweg- und Karriereweg annimmt.

Als sie damals nach dem Abitur Bäckereifachverkäuferin werden will, können Freunde und Verwandte diesen Wunsch nicht nachvollziehen. Doch des Rätsels Lösung ist ihr damaliger Partner, angehender Erbe einer Bäckerei, die beide gemeinsam führen wollen. Später folgt dann die Weiterbildung zur Verkaufsleiterin auf der Abendschule. „Zu dieser Zeit war ich chronisch übermüdet“, erinnert sich Stephanie Schneiß heute. Und das verwundert nicht, denn ihr Tag beginnt schon früh um drei Uhr. Nachdem der Betrieb in der Bäckerei läuft, macht sie die beiden Töchter für die Schule fertig, arbeitet bis mittags wieder im Laden, kocht anschließend für die Familie, unterstützt die Mädchen bei den Hausaufgaben, kehrt bis 17 Uhr hinter den Verkaufsthresen zurück, bevor sie sich schließlich ins Auto setzt und zur Abendschule fährt. Doch auch nach dem Unterricht zurück zu Hause ist der Tag nicht beendet. „Dann mussten noch Abrechnung und Bestellungen erledigt werden“, so Schneiß. Aber die Mühe und all der Aufwand haben sich zumindest beruflich gelohnt: Frau Schneiß besteht die Weiterbildung mit der Note „sehr gut“. Aber die Ehe geht in die Brüche.

2004 trennt sich Stephanie Schneiß von ihrem Ehemann, zieht mit den Kindern aus und sucht sich einen neuen Job. Sie wird Filialleiterin in einem Supermarkt. Da sie Vollzeit beschäftigt ist, unterstützen sie die Eltern und kümmern sich aufopfernd um die Enkeltöchter. Dann lernt die zweifache Mutter einen neuen Mann kennen. Beide heiraten und auch er bringt zwei Töchter mit in die Ehe. Als sich der gemeinsame Sohn ankündigt, gibt Stephanie Schneiß ihren Job auf und freut sich auf ein Leben als Hausfrau und Mutter. Diese Freude hält jedoch nicht lange. Schon nach einem halben Jahr ertappt sich die junge Frau dabei, wie sie Interesse für Stellenanzeigen entwickelt. Sie nimmt erst einen Minijob bei einem Winzer in der Buchhaltung an. Später kommt dann noch ein Teilzeitjob im Kundenservice der örtlichen Bank hinzu. Frau Schneiß will mehr, aber ihr Chef in der Bank kann ihr keinen anderen Job in Aussicht stellen.

Rein zufällig entdeckt sie dann 2010 die Anzeige eines Fernlehrinstituts in einer Zeitschrift. „Warum eigentlich nicht ein Fernstudium in Angriff nehmen“, denkt sich die ehrgeizige Frau und bestellt das Probematerial der Studiengemeinschaft Darmstadt für den Fernlehrgang „Wirtschaftsfachwirtin“. Da sie ahnt, dass ihr Umfeld wegen ihrer fünf Kinder, dem Ehemann, der unter der Woche aus beruflichen Gründen in einem anderen Ort wohnt , einem Bankjob und dem Minijob in der Winzerei kein Verständnis für ihr Weiterbildungsinteresse haben wird, entscheidet sich Frau Schneiß, vorerst heimlich zu studieren. „Ich habe gelernt, wenn die Kinder im Bett waren“, berichtet sie. Die Fernbedienung gut versteckt, um nicht doch in Versuchung zu geraten, rafft sich Stephanie Schneiß jeden Abend erneut auf und breitet das Lernmaterial auf dem Schreibtisch aus. „Natürlich bin ich auch einige Male über den Büchern eingeschlafen“, schmunzelt sie. Der Anfang ist schwer. Es dauert lange, bis die Fernlernerin sich traut, die erste Einsendeaufgabe tatsächlich abzuschicken. Als diese dann sogar mit einer Eins bewertet wird, ist nicht nur die Freude über den Erfolg riesig, sondern auch die Motivation für weitere nächtliche Stunden über den Büchern am Schreitisch groß. Lange geheim halten kann sie ihre Weiterbildungs-Ambitionen aber nicht mehr. „Eines Tages kam mein Vater zu mir und fragte, ob in meiner Ehe alles in Ordnung sei. Er machte sich Sorgen, weil er jede Nacht das Licht brennen sah.“ Als Schneiß Vater dann später von der Weiterbildung als Grund für die langen Nächte im Büro erfährt, ist er froh und stolz auf seine ehrgeizige Tochter.

Als im folgenden Jahr der Vater unerwartet zum Pflegefall wird, erreicht Stephanie Schneiß die Grenze ihrer Belastbarkeit. An einer Fortführung der Weiterbildung ist nun nicht zu denken. Die Fernschule zeigt sich kulant, verlängert die Studienzeit und nur einige Monate nach dem Tod des Vaters nimmt sie die Weiterbildung wieder auf.

Auch in der Bank geht es beruflich voran. Aufgrund ihres Fernstudiums wird Schneiß ins Kompetenzteam zur Entwicklung eines Firmenleitbildes berufen, dass sie am Ende sogar vor 450 Angestellten präsentieren darf. Natürlich ist sie aufgeregt, meistert aber alles bravourös. So bravourös, dass sie wenig später vom Ausbildungsleiter der Bank als seine Nachfolgerin vorgeschlagen wird. „Das ist genau das, was ich immer wollte“, jubelt Stephanie Schneiß. Nun kann sie jungen Köpfen das Leitbild der Bank mit auf den Weg geben, das sie einst selbst mit ausgearbeitet hat.

Rückblickend würde Stephanie Schneiß heute ihren Weg trotz der Umwege wieder genauso gehen. „Denn ich wäre nicht die, die ich jetzt bin, wenn ich an all den Herausforderungen, die das Leben für mich bereit hielt, nicht gewachsen wäre.“ Natürlich hatte sie während ihres Fernstudiums Tiefpunkte. „Manchmal war das Licht am Ende des Tunnels vielleicht ein wenig dunkel – aber ich hatte mein Ziel immer fest vor Augen!“ Aufgeben kam nicht in Frage. „Durch das Fernlernen konnte ich mir alles immer super einteilen. Wenn mir ein Thema mal nicht so lag, habe ich mir einfach mehr Zeit genommen, vielleicht sogar ein anderes Thema zwischendurch bearbeitet, das mir mehr Spaß machte und mich über den Erfolg immer wieder neu motiviert.“

In der Bank wurde sie schon nach ihrem Abschluss gefeiert. Einen weiteren Grund zum Anstoßen gibt es sicherlich auch nach ihrer Rückkehr von der Preisverleihung des Forum DistancE-Learning zur „Fernlernerin des Jahres 2014“ in Berlin. Ausgelernt hat sie aber noch immer nicht. Denn nach dem Sommer steht für Stephanie Schneiß die Weiterbildung zur Personalfachwirtin an – natürlich im Fernstudium!

Fernstudent des Jahres 2014
Mit Ehrgeiz ans Ziel: Asim Artanlar verwirklicht seinen Studientraum

Der Fachverband Forum DistancE-Learning kürt Asim Artanlar zum „Fernstudenten des Jahres 2014“. Denn der junge Familienvater aus Lingen zeigt eindrucksvoll, was man auf dem zweiten Bildungsweg mit Engagement und Zielstrebigkeit erreichen kann.

Schon lange hegt Asim Artanlar den Wunsch zu studieren. Doch seinen Job als Werkfeuermann bei der Erdöl-Raffinerie Emsland (BP Lingen) aufzugeben, kommt für den gelernten Chemiekanten nicht in Frage. „Trotzdem wollte ich mich weiterentwickeln. Ich habe viel gesucht und schließlich den Onlinestudiengang Wirtschaftsingenieurwesen der Jade Hochschule für mich entdeckt“, erinnert sich der 34-Jährige.

Und dieser Entdeckung verdankt es Artanlar heute „Fernstudent des Jahres 2014“ zu sein. Denn neben seinem Fulltimejob, anfänglich noch im Schichtdienst, der eigenen Hochzeit, der Geburt der Tochter und dem Fernstudium absolviert er zeitgleich sogar eine weitere Fortbildung und steigt mehrfach im Unternehmen auf, plant sogar den Bau seines Eigenheimes. Aufgrund dieser außergewöhnlichen Leistungen wird er daher vom Fachverband Forum DistancE-Learning mit dem Studienpreis ausgezeichnet.

„Aber die letzten Jahre waren echt hart. Wirklich Freizeit blieb mir kaum“, blickt Artanlar zurück. Im Schichtdienst bei der Feuerwehr nutzt der Fernstudent, der die fachliche Hochschulzugangsberechtigung durch seine berufliche Qualifizierung erlangte, die freien Tage um zu lernen. Parallel absolviert er sogar noch eine weitere einjährige Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit und wird anschließend zum Sicherheitsmeister benannt. Nach einem weiteren firmeninternen Aufstieg im Folgejahr wechselt Artanlar dann in den Tagesdienst. Mit dem neuen Job als Control of Work Authority erkennt der Arbeitgeber den Ehrgeiz und den Weiterbildungswillen des Angestellten an. Zum Lernen bleiben ab jetzt nur die Feierabende, Wochenenden und Urlaubstage. „Ich bin sehr zielstrebig und habe einen hohen Anspruch an mich selbst“, so der Lingener. Fünf Leistungsscheine pro Semester stehen auf seinem persönlichen Studienplan, doch die komplizierte Schwangerschaft seiner Frau und die Geburt der Tochter bremsen diesen dann 2011 vorübergehend aus.
„Fortan waren die Nächte mit Säugling natürlich kurz. Erschwerend kam hinzu, dass unsere Wohnung damals einfach zu klein war. Ich hatte kein Büro, in das ich mich zum Lernen zurückziehen konnte und es plagten mich Gewissensbisse, ob ich der Familie trotz Job und Studium gerecht werden könne.“ Seinen Sport (Artanlar ist Judoka und trägt den 2. DAN, also den zweiten schwarzen Meistergürtel) und das Engagement als Übungsleiter und Vorsitzender für den Verein gibt der junge Familienvater nach der Geburt der Tochter erst einmal komplett auf. Sein Studium nicht!

Asim Artanlar überwindet sein Motivationstief. Mit dem Umzug in eine größere Wohnung bietet sich wieder genügend Platz zum Lernen. Bestandene Klausuren und gute Noten wecken erneut seinen Ehrgeiz und die Überzeugung, dass Studium nicht nur für sich, sondern auch für die Familie zu beenden, lassen ihn Gewissensbisse vergessen.

Auf der Zielgeraden schließlich hat der 34-jährige Familienvater den Studienabschluss fest im Visier, krempelt noch einmal richtig die Ärmel hoch und absolviert sogar sieben bzw. acht Leistungsscheine in den letzten Semestern. Während er über seiner Bachelorthesis sitzt, stellt er sich gemeinsam mit seiner Frau der nächsten privaten Herausforderung: der Planung des Eigenheimes. Den Grundriss entwerfen beide selbst nach ihren Vorstellungen und suchen sich anschließend einen Architekten, der alles noch einmal überprüft und dann die Bauaufsicht übernehmen soll.

Beruflich verschafft Artanlar schließlich der Bachelorabschluss den nächsten Karriereschritt. Er ist heute Operating Management System Coordinator bei der BP Lingen, dem Betrieb, dem er seit seiner Ausbildung treu geblieben ist. Seinem Ehrgeiz und seiner Einsatzbereitschaft hat er es zu verdanken, hier vom „einfachen“ Chemiekanten in eine Funktion mit Managementverantwortung aufgestiegen zu sein.

Doch ausgelernt hat Artanlar noch lange nicht! „Wer aufhört zu lernen, hört auch auf, gut zu sein, in dem, was er tut“, ist er sich sicher. „Lebenslanges lernen ist wichtig und die einzige Möglichkeit, den eigenen Marktwert zu erhalten.“ Deshalb überrascht es nicht, dass sich der Studienpreisträger derzeit noch zum Qualitätsbeauftragten weiterbildet und auch schon das nächste berufsbegleitende Studium ins Auge fasst. Der Masterstudiengang Betriebssicherheitsmanagement soll es nun sein. Im Sommersemester 2015 geht es los!

Fernstudentin des Jahres 2014
Powerfrau aus Hamburg: Mit einem Fernstudium den Traum der Selbstständigkeit verwirklicht

Die Lebensgeschichte von Henriette Garczorz zeigt eindrucksvoll die vielfältigen Optionen und Möglichkeiten, die einem ein Fernstudium eröffnen kann. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Leistungen zeichnet das Forum DistancE-Learning die junge Frau als „Fernstudentin des Jahres 2014“ aus.

Nach ihrem Abitur, einem Auslandsaufenthalt in England und einem Bachelor-Abschluss in Tourismusbetriebswirtschaft will Henriette Garczorz raus in die Praxis. Im Franchisebereich eines internationalen Lebensmittelkonzerns macht sie schnell Karriere. Nach vier Jahren ist jedoch alles erreicht. Eine höhere Position im Unternehmen ist nur mit einem weiterführenden Hochschulabschluss möglich.

„Für mich war sofort klar, dass ich mich nur über ein Fernstudium weiterbilden kann“, so Henriette Garczorz. Denn in der Regel ist die Hamburgerin zu dieser Zeit drei bis vier Tage in Deutschland und Europa unterwegs, was den Besuch von Präsenzveranstaltungen ausschließt. „Und im Job zu pausieren, um noch einmal zu studieren, kam gar nicht in Frage.“ Also entscheidet sich die ehrgeizige junge Frau für ein Masterstudium an der Europäischen Fernhochschule Hamburg. Mit dem Studiengang „Business Coaching und Change Management“ ist das norddeutsche Unternehmen zu diesem Zeitpunkt bundesweit der einzige Anbieter eines akkreditierten Studiengangs in diesem Bereich.

Auch der Arbeitgeber ist beeindruckt von den Weiterbildungsbestrebungen und zeigt sich fortan nicht nur flexibel was die Arbeitszeiten von Frau Garczorz angeht, sondern befördert sie schon während des Studiums zur Franchise Business Managerin. Ihre zentrale Aufgabe liegt nun in der Beratung der Franchisenehmer in Zentral- und Osteuropa. „Jetzt kam mir die Flexibilität eines Fernstudiums besonders entgegen. Denn Lernunterlagen konnte ich immer mit auf Reisen nehmen und mich so gezielt auf meine Prüfungen vorbereiten“, erinnert sich Garczorz.

Ansonsten lernt die Fernstudentin am liebsten abends. Gemeinsame Aktivitäten mit Freunden oder der Familie bleiben dabei natürlich weitestgehend auf der Strecke. „Meinem Freundeskreis habe ich gleich zu Beginn des Studiums mitgeteilt, dass ich zwei Jahre ins Off verschwinden werde und konnte auf das Verständnis und die Unterstützung der Freunde bauen. So hat es mir auch niemand übel genommen, wenn ich mal nicht präsent war. Noch besser sogar: durch meine Ambitionen, habe ich auch Freunde ermuntert, sich weiterzubilden und neue Abschlüsse in Angriff zu nehmen.“

Gleich zu Beginn des Studiums lernt Henriette Garczorz ihre Kommilitonin Gabriele Matthes kennen, die im ähnlichen Tempo lernt und nicht allzu weit entfernt wohnt. Gemeinsam entdecken sie die Mindmapping-Methode für sich. Hierbei werden Themengebiete visuell dargestellt. „Wir haben also die Strukturen, die uns gegeben wurden wieder aufgebrochen und versucht, nicht zu nah an den Studienheften zu lernen.“ Und das mit Erfolg! Gemeinsam lernt es sich nicht nur besser, sondern die beiden Frauen motivieren sich auch immer wieder gegenseitig.

Doch dann ändert sich das Leben von Henriette Garczorz in der Endphase ihres Studiums komplett. Sie wird schwanger, steigt während der Elternzeit vorübergehend aus dem Job aus und bekommt einen kleinen Sohn. Das Fernstudium verfolgt sie unterdessen weiter und reicht schon wenige Monate nach der Geburt zusammen mit der Kommilitonin ihre Masterthesis als erste erfolgreiche Gruppenarbeit der Fernhochschule ein. „Aber am Ende wurde das Studium echt lang“, blickt Garczorz zurück. „Denn mein kleiner neuer Chef hatte einfach eigene Zeitpläne.“ Die junge Mutter muss nach der Geburt lernen, auf den Punkt fit zu sein und Zeitfenster zu nutzen, in denen ihr Mann mit dem Sohn unterwegs ist oder der Kleine schläft.

Nach der Elternzeit in den alten Job zurückzukehren, ist aufgrund der vielen Geschäftsreisen vorerst keine Option für Henriette Garczorz. Das neu erworbene Wissen nach dem erfolgreichen Abschluss brachliegen zu lassen jedoch erstrecht nicht. Also macht sie sich zusammen mit Gabriele Matthes als Businesscoach selbstständig. „Das war schon immer mein Traum. Ich brauchte nur das richtige Fundament und mit diesem Studiengang war die Grundlage nun einfach gegeben“, freut sich die Powerfrau.

Dass sie für ihre Leistungen nun als „Fernstudentin des Jahres 2014“ ausgezeichnet wird, damit hatte Henriette Garczorz nicht gerechnet. „Ich freu mich sehr über diese Anerkennung, aber so richtig realisiert habe ich das noch nicht.“ Kein Wunder, denn viel Zeit bleibt der aktiven jungen Selbstständigen neben Job und Kind nicht. Denn schließlich arbeitet sie derzeit an dem Expose ihrer Doktorarbeit und doziert an der Europäischen Fernhochschule Hamburg. Ach ja, und auf die Geburt des zweiten Sohnes in ein paar Wochen bereitet sie sich auch noch vor.

Lebenslanges Lernen männlich
Drei Hochschulabschlüsse in acht Jahren: 53-Jähriger lernt nie aus

Karl Schmollinger blickt auf einen beeindruckenden Werdegang zurück. Sein Lebensweg ist von zahlreichen nebenberuflichen Weiterbildungen geprägt. Deshalb verleiht ihm der Fachverband Forum DistancE-Learning den Studienpreis in der Kategorie „Lebenslanges Lernen“.

Für viele Berufstätige sind Weiterbildungen ein Muss, um die nächste Stufe auf der Karriereleiter zu erreichen. Für Karl Schmollinger aus Friedrichshafen ist das berufsbegleitende Lernen jedoch zu einer Passion geworden. Seit seinem Hauptschulabschluss hat sich der heute 53-Jährige kontinuierlich weitergebildet und sein Bildungsweg scheint noch lange nicht beendet.

Innerhalb von nur acht Jahren erreicht er drei akademische Abschlüsse per Fernstudium. Das beeindruckt die Studienpreisjury des Forum DistancE-Learning, die ihm für seine fortlaufenden Bildungsbestrebungen mit dem Studienpreis DistancE-Education in der Kategorie „Lebenslanges Lernen 2014“ auszeichnet.

Doch die Bildungsbiografie von Karl Schmollinger hat noch viele weitere Höhepunkte. Schmollinger entscheidet sich nach dem Schulabschluss für einen bodenständigen Einstieg ins Berufsleben und schließt eine Facharbeiterausbildung ab. Aber das kann nicht alles gewesen sein, denkt er sich. Der junge Mann möchte mehr aus seinem Leben machen, holt nebenberuflich seine Fachhochschulreife nach und wird staatlich geprüfter Betriebswirt.

Beruflich sind die Weichen für den Aufstieg in der Firma, einem führenden Automobilzulieferungskonzern, nun gestellt. Schmollinger übernimmt neue Aufgaben, zunehmend Verantwortung und entdeckt eine neue Leidenschaft: das Unterrichten. Er leitet erfolgreich firmeninterne Seminare und doziert später nebenberuflich an der dualen Hochschule Baden Württemberg. „Es macht mir unheimlich viel Spaß, mit jungen Leuten über aktuelle Themen zu diskutieren und deren Ansichten kennenzulernen. Und ganz nebenbei bin ich durch das Unterrichten immer dazu gezwungen, mich auf dem Laufenden zu halten“, begründet der dreifache Vater seine Leidenschaft fürs Lehren.

Ganze 20 Jahre arbeitet Schmollinger nach der ersten Qualifizierung in leitenden Positionen seiner Firma. Dann packt ihn erneut der Ehrgeiz. Er will die nächste Führungsebene erklimmen. Voraussetzung für die Zulassung zur firmeninternen Schulung ist diesmal jedoch ein Bachelorstudium. Als Führungskraft ist dieses Ziel natürlich wieder nur nebenberuflich realisierbar. Karl Schmollinger packt es an und entscheidet sich für den Studiengang „Europäische Betriebswirtschaftslehre“ an der Europäischen Fernhochschule Hamburg.
„Das erste Halbjahr war wirklich schwer. Ich musste nach all den Jahren das Lernen buchstäblich neu erlernen und meinen Weg für die Methode Fernstudium finden. Natürlich gibt es einen Tutor, der einem bei Fachfragen weiterhilft, aber manchmal fehlte mir einfach ein direkter Ansprechpartner für Kleinigkeiten“, erinnert sich der Fernstudent an die Anfänge seines Studiums. Doch schnell entdeckt Schmollinger die angenehmen Seiten des DistancE-Learnings. Er kann sich seinen Lernstoff selbst einteilen, hat nur wenige Terminvorgaben und sogar recht frei wählbare Prüfungstermine. Zudem entwickelt der damals 45-Jährige auch schnell eigene Lernprozesse, die ihm helfen, effektiv voranzukommen. So gehören feste Lernzeiten schon vor der Arbeit und am Wochenende zum neuen Alltag. Ein hervorragender Notendurchschnitt und der ersehnte berufliche Aufstieg mit der Übernahme von mehr Verantwortung nach dem Abschluss sind der Lohn für all die Mühen.
Hinzu kommt, dass der Dozent nun auch ohne „akademischen Beisitzer“ Vorlesungen abhalten kann. Hochmotiviert durch seinen Abschluss nimmt Karl Schmollinger gleich das nächste Studium auf. Diesmal zum Diplom-Kaufmann.

Beruflich ist er nun an seinem Ziel angekommen, doch auch nebenberuflich soll es noch weiter gehen. Um in weiterführenden Studiengängen unterrichten zu können, muss ein Masterabschluss her. Inhaltlich knüpft der Fernstudent an seine bisherigen Studienerfahrungen an und belegt den Studiengang „General Management (MBA)“. Mit dem Studium stellt sich sogar noch ein weiteres, unerwartetes Ereignis ein. Noch vor dem Abschluss erwartet Schmollinger eine weitere Beförderung. Ein großartiger Erfolg für den 53-Jährigen, der mit einer Facharbeiterausbildung seinen Karriereweg startetet.
Doch Karl Schmollinger hat noch immer nicht genug vom Lernen. Derzeit liegen ihm zwei Angebote für eine Promotion vor. Auch diesen Schritt wird er wagen und erhofft sich damit in erster Linie weitere Entwicklungschancen in der Hochschullehre – dem Bereich, in dem er seine Berufung gefunden hat.

Bei all den Lern- und Studienphasen könnte man meinen, dass für Hobbys und Freizeit wenig Platz im Leben von Karl Schmollinger bleibt. Doch weit gefehlt. „Mein Freundeskreis hat unter meinen Bildungsambitionen nicht gelitten“, ist sich der ehrgeizige Fernlerner sicher. Das sei immer eine Frage der Organisation. Auch die Kinder kennen ihren Vater nicht ausschließlich über den Büchern brütend. Sogar Zeit für sportliche Aktivitäten ist geblieben. Neben seinem Karatetraining ist Schmollinger leidenschaftlicher Marathonläufer und hat sich damit einen Sport ausgesucht, in dem er ebenso viel Ausdauer beweist wie im lebenslangen Lernen.

Lebenslanges Lernen weiblich:
Ruhestand? Nein danke! – Heide Niemann-Rabe wird lieber erfolgreiche Roman-Autorin

Auch nach der Berufstätigkeit bildet sich Heide Niemann-Rabe erfolgreich weiter. Sie entdeckt ihre Schreibleidenschaft und wird Autorin. Die entsprechenden Kenntnisse eignet sich die Rostockerin in einem Fernlehrgang an. Vom Fachverband Forum DistancE-Learning wird sie nun mit dem Studienpreis DistancE-Learning in der Kategorie „Lebenslanges Lernen“ ausgezeichnet.

2005 geht Heide Niemann-Rabe (damals noch Heide Rabe) nach knapp 40 Berufsjahren als Lehrerin in den Ruhestand. Hinter ihr liegt bereits zu der Zeit ein bewegtes Leben ununterbrochenen Lernens. Als Pädagogin bildet sie sich ohnehin stets weiter, absolviert nach der Wende sogar noch eine mehrjährige Ausbildung, um fortan auch das Fach Philosophie unterrichten zu können. Auch als in den 90ern zunehmend Computer für ihre Schüler wichtig werden, steckt die Rostockerin den Kopf nicht in den Sand, sondern ergreift abermals die Initiative. Sie bildet sich kurzerhand im Selbststudium weiter.

Dem nun eigentlich wohl verdienten Ruhestand kann die heute 71-Jährige nichts abgewinnen. „Mein Mann und ich haben ein halbes Jahr lang probiert, unsere neu gewonnene Freizeit zu genießen, lange zu frühstücken, ausgiebig Zeitung zu lesen, ein Mittagsschläfchen zu halten, aber das ist einfach nichts für uns“, schmunzelt die Rostockerin. Eine neue Aufgabe musste her. Und diese findet sie damals, mit 64 Jahren, in der Kinderbetreuung.

Hat sie Jahrzehnte lang im Unterricht Jugendliche auf ihrem Weg zum Abschluss begleitet, will sie sich nun um die ganz Kleinen kümmern und junge Familien unterstützen. Sie wird „Oma auf Zeit“ und kann über eine Familienagentur gebucht werden. „Mit dieser Tätigkeit habe ich ein wenig mein schlechtes Gewissen stillen können. Denn meine eigenen Töchter konnte ich, als die Enkelkinder noch klein waren, aufgrund meiner Berufstätigkeit und der örtlichen Entfernung nur selten unterstützen“, so die Rentnerin wehmütig.

In dem neuen Job lernt Heide Niemann-Rabe zwei Jahre später den kleinen Georg kennen. Sie begleitet ihn und seine Familie in seinem ersten Lebensjahr und entdeckt eine neue Leidenschaft – das Schreiben. „Immer wenn ich bei der Familie war, habe ich Tagebuch geführt“, erinnert sich die ehemalige Lehrerin. Zum ersten Geburtstag bekommt ihr Schützling dann ein ganz besonderes Geschenk. Sie hat all ihre Aufzeichnungen und einige Fotos zu einem Buch binden lassen. „Als ich noch ein Baby war“, so der Titel.

Auch für die eigenen Enkelkinder beginnt sie nun zu besonderen Anlässen, Geschichten zu schreiben. Online entdeckt sie dann eine Ausschreibung, in der Kindergeschichten gesucht werden, reicht ein eigenes Werk ein und wird tatsächlich aus über 800 Einsendungen ausgewählt und in einer ersten Anthologie zusammen mit den Illustrationen einer Nachbarin veröffentlicht.

Jetzt hat Heide Niemann-Rabe endgültig der Ehrgeiz gepackt. Als studierte Germanistin ist ihr Interesse für Literatur zwar schon immer riesig, doch bislang nur aus der Perspektive der Konsumentin. Sie wird Mitglied im Zirkel „Kreatives Schreiben“ des Rostocker Literaturhauses und bekommt hier erste wertvolle Tipps für ihre späteren Werke. „Die Weiterbildung über einen Fernkurs war dann eine große Entdeckung für mich“, erinnert sich die heute vierfache Großmutter. Sie zögert einige Zeit, meldet sich aber schließlich doch für den Fernlehrgang „Große Schule des Schreibens“ an. „Wenn ich etwas anfange, dann will ich es auch richtig machen!“, so die rüstige Rentnerin.

Und das tut sie. Über die Lehrhefte eignet sie sich das Handwerkszeug einer professionellen Autorin an und veröffentlicht noch vor Beendigung des Kurses ihren ersten Roman „Geordnete Verhältnisse“ unter dem Autorennamen Heide Rabe. Ein großer Erfolg, denn der Buchmarkt ist hart umkämpft. Auch ihre Kurzgeschichten überzeugen. So gewinnt sie 2013 einen Förderpreis für ihr Werk „Ein besonderer Tag“. „Für mich war die ,Große Schule des Schreibens“ von Anfang an auch ein Stück weit eine Suche nach mir selbst und nach dem Genre, das mir liegt“, erinnert sich die Preisträgerin. In der Belletristik hat sie sich schließlich gefunden.

Aktuell arbeitet Heide Niemann-Rabe an ihrem zweiten großen Werk. Wieder soll es eine Erzählung mit historischem Hintergrund werden. Diesmal steht eine Familie, die durch die deutsche-deutsche Geschichte auseinander gerissen wird, im Fokus.

Dass sie für ihre Weiterbildungsbestrebungen nun ausgezeichnet wird, ist für die 71-Jährige unglaublich. „Ich dachte wirklich, das muss ein Irrtum sein, denn lebenslanges Lernen ist für mich so selbstverständlich. Aber für etwas geehrt zu werden, was einem wirklich Freude bereitet hat, ist schon toll“, so die Studienpreisträgerin bescheiden.

Sonderpreis: Lernen mit Handicap
Blinde Leistungssportlerin sucht auch berufliche Herausforderungen

Mit einem Fernlehrgang möchte sich Regina Vollbrecht ein zweites berufliches Standbein schaffen. Für ihre Leistungen neben Beruf und Training zeichnet der Fachverband Forum DistancE-Learning die Berlinerin mit dem Studienpreis „Lernen mit Handicap“ aus.

Regina Vollbrecht hat in ihrem Leben schon viele Hürden überwunden. Sie erblindet als Neugeborene und muss sich als Kind früh von den Eltern trennen, um in einem speziellen Kindergarten und später einer Schule für Blinde optimal gefördert zu werden. Das kostet anfangs viele Tränen, macht sie aber zu einem willensstarken Mädchen.

Früh entdeckt sie ihre Leidenschaft für den Sport. Sie begeistert sich für Leichtathletik, Schwimmen und Goalball (die beliebteste Ballsportart blinder Menschen). Sie wird sogar Nationalspielerin und reist mit ihrem Team 2004 zu den Paralympics nach Athen.

Neben Goalball interessiert sich die heute 37-Jährige für nahezu alle Ausdauer-Sportarten. Sie ist auf sämtlichen Laufstrecken zwischen drei und 100 Kilometern unterwegs und das sehr erfolgreich. Schon seit 2004 hält Vollbrecht den Weltrekord blinder Athletinnen auf der Marathonstrecke. Auch alle Deutschen Rekorde blinder Frauen auf den Strecken von 1500 Metern bis zum Marathon liegen derzeit bei ihr. Nicht selten ist sie sogar schneller als männliche Gegner im Ziel.

Schon für Sehende wären diese sportlichen Höchstleistungen eine Herausforderung, doch Regina Vollbrecht will mehr von ihrem Leben. Sie engagiert sich als Botschafterin für die Christoffel-Blindenmission. Auch beruflich sucht sie stets neue Ziele. Nach dem Abitur legt sie ihr Diplom als Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin ab. Berät in einem Berliner Sehzentrum spät erblindete Erwachsene, bildet sich nebenberuflich als Lehrerin für Punktschrift weiter und unterrichtet. Sie weist ihre Klienten in die Bedienung von Computern ein, bildet sich erneut weiter und unterrichtet später Einwanderer in deutscher Sprache.

„Doch das Unterrichten allein, macht mich einfach nicht glücklich“, so Vollbrecht. Sie will zwar weiterhin mit Menschen zusammenarbeiten, aber lieber eigenverantwortlich agieren. Ihr Ziel: ein zweites berufliches Standbein als Ernährungsberaterin. Die Grundlage für diesen Traum soll ein Fernlehrgang werden, denn durch Job und Sport ist ihr Tag bereits gut gefüllt, so dass kein Platz für eine Weiterbildung mit festen Präsenzblöcken bleibt. In der Studiengemeinschaft Darmstadt findet sie schließlich den richtigen Anbieter für ihr Vorhaben. Man stellt ihr die Lernhefte in computerlesbaren Formaten zur Verfügung und kommt ihr auch bei den Abgabeterminen entgegen.

2012 übernimmt die Wahlberlinerin eine Projektstelle an ihrer ehemaligen Schule in Königs Wusterhausen. Dafür nimmt sie nun täglich vier Stunden Arbeitsweg auf sich. Den Fernlehrgang aufzugeben, kommt nicht in Frage, lernen nach einem langen Arbeitstag und dem anschließendem Lauftraining jedoch auch nicht. Also verfolgt die ambitionierte junge Frau einen anderen Weg und fertigt sich eigene Lernpodcasts an. „Ich habe mir Zusammenfassungen der Texte erarbeitet und diese als mp3-Dateien dann immer auf meinen Zugfahrten gehört“, erinnert sich Vollbrecht. Schwierige Themen werden fortan an einem Tag des Wochenendes bearbeitet, der zweite freie Tag ist für ihr Lauftraining geblockt. Denn gleich eine Woche nach ihrer Abschlussprüfung will sie an der Deutschen Meisterschaft über 100 km teilnehmen. Und es klappt! Erst legt Regina Vollbrecht sehr erfolgreich ihre Prüfung zur „Ernährungsberaterin“ ab und dann wird sie sogar Deutsche Meisterin in ihrer Altersklasse über die 100 km – sehende Athleten eingeschlossen.

Die Strategie hinter ihrem Erfolg: „Ähnlich wie bei einem Marathon habe ich mir angewöhnt, große Aufgaben immer in kleinen Schritten zu gehen“, verrät die 37-Jährige. „Denn wenn der Berg vor Einem zu hoch ist, kann man ihn einfach nicht bezwingen. Dazu gehört es selbstverständlich aber auch, Ziele immer wieder zu überdenken und gegebenenfalls zu revidieren.“

Für ihre außergewöhnlichen Leistungen zeichnet der Fachverband Forum DistancE-Learning Regina Vollbrecht am 7. April auf einer feierlichen Gala mit dem Studienpreis DistancE-Learning aus. Sie erhält die Auszeichnung in der Sonderkategorie „Lernen mit Handicap“.

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Mittwoch, 2. April 2014 von