Spezialisten diskutieren über Sehprothesen für Blinde

Retina Implant AG beim Forschungskongress „Artificial Vision 2017“ in Aachen

Spezialisten diskutieren über Sehprothesen für Blinde

Dr. Alfred Stett, Vorstand Technologie Retina Implant AG (Bildquelle: Retina Implant AG)

(Reutlingen/Aachen) – Die Retina Implant AG präsentierte beim Fachkongress „Artificial Vision“ Anfang Dezember in Aachen aktuelle Forschungsergebnisse zu ihrem subretinalen Netzhautimplantat. Das internationale Symposium zum Thema Sehprothesen wird von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule RWTH Aachen organisiert. Es gilt als europäische Pflichtveranstaltung für Spezialisten zum Thema „künstliches Sehen“.

Seit den 1960er Jahren wird künstliches Sehen mit Hilfe von Prothesen erforscht. Nach ersten erfolgversprechenden Ergebnissen in den 1990er Jahren haben große technologische Fortschritte in den vergangenen Jahren zu weiteren konkreten Ergebnissen geführt. Mit dem subretinalen Netzhautimplantat der Retina Implant AG aus Reutlingen konnte ein zuvor vollständig erblindeter Patient bereits 2008 seinen in 8 cm großen weißen Lettern auf schwarzem Grund geschriebenen Namen entziffern. Die Erwartungen an die elektronischen Implantate sind seither stetig gestiegen. Die Mehrzahl der Patienten, denen der Chip implantiert wurde, nimmt Lichtquellen wahr und kann sich dadurch beispielsweise wieder besser im Raum orientieren.

„Es ist nun unsere Aufgabe, die hohen Erwartungen, die unsere ersten Erfolge ausgelöst haben, zu erfüllen“, erklärte Dr. Alfred Stett, Vorstand Technologie der Retina Implant AG. „Wir konnten hinlänglich beweisen, dass unser Implantat Menschen, die infolge von Retinitis pigmentosa über keine oder nur noch eine sehr geringe Lichtwahrnehmung verfügen, einen Teil ihres verlorenen Sehvermögens zurückgeben kann. Im Rahmen der ‚Artificial Vision‘ diskutierten wir intensiv über die technischen und medizinischen Herausforderungen, die es dabei noch zu bewältigen gilt.“ Dazu gehören beispielsweise die Lebensdauer von Implantaten, die ohne hermetisches Gehäuse im Körper über Jahre hinweg funktionieren sollen, das Sehtraining und Rehabilitation nach dem Einschalten des Implantats und Re-Implantationen. „Beim Symposium wurde erneut deutlich, dass die technischen und chirurgischen Ansätze für Implantate, die es inzwischen gibt, sehr unterschiedlich sind. Einig waren sich die Experten aber darüber, dass Sehprothesen für Menschen, die infolge einer degenerativen Netzhauterkrankung erblindet sind, eine echte Perspektive darstellen.“

Über die Retina Implant AG
Die Retina Implant AG erforscht und entwickelt innovative Therapien und Hightech-Produkte für Menschen, die an der Netzhauterkrankung Retinitis pigmentosa (RP) leiden. Bereits erblindeten Patienten kann das subretinale Netzhautimplantat RETINA IMPLANT Alpha AMS helfen, einen Teil der Sehfähigkeit wieder zu gewinnen. Der Mikrochip besitzt das CE-Kennzeichen und wird in spezialisierten RI Implantationszentren unter die Netzhaut implantiert (subretinal).
Für RP-Patienten mit ausreichendem Restsehvermögen bietet die Transkorneale Elektrostimulation (TES Therapie) mit dem RI OkuStim® System die Chance, den Verlauf der RP-Erkrankung zu verlangsamen.
Das Unternehmen mit Sitz in Reutlingen beschäftigt rund 45 Mitarbeiter und wird geleitet von Reinhard Rubow (CEO und Vorstandssprecher), Jürgen Klein (Vorstand Marketing & Vertrieb) und Dr. Alfred Stett (Vorstand Technologie).

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Retina Implant AG
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