Die „Arbeiten in Mooreiche“ von Günter Büntig im historischen Gewölbekeller in Maria Rosengarten in Bad Wurzach

Moor­eiche ist keine bo­ta­ni­sche Spe­zies. Es ist ein „Produkt“ unserer Erd­ge­schichte. Die erste Be­geg­nung mit dem mysti­schen, schwar­zen Urstoff Moor­eiche war für Günter Büntig ein Treffen der be­son­deren Art.

Vernisage Günter Büntig mit MdL Paul Locherer und demBürgermeister der Stadt Bad Wurzach Herrn Roland Bürkle.

Günter Büntig – Arbeiten in Mooreiche

Erst nach Beendigung meiner aktiven Laufbahn als Holzkaufmann verlegte ich mich auf eine künstlerische Tätigkeit. Seit etwa 1996 setze ich mich aktiv mit dem ausdruckstarken Material Mooreiche / Urholz auseinander.

Mooreiche ist keine botanische Spezies. Es ist ein „Produkt“ unserer Erdgeschichte, der Evolution. in der Nach-Eiszeit (postglazial) schmolz das Eis in den Bergen, es entstanden mehrere Kilometer breite Ströme, besonders die Donauzuflüsse unserer Region. Die Wälder verschwanden unter einer meterhohen Schicht von Geröll, Schotter, Sand und Lehm.

In einer ersten Eiszeit waren es Kiefern, die nicht so widerstandsfähig waren wie die Eichen in einer folgenden Eiszeit. Die im Eiichenholz enthaltene Gerbsäure hat das Holz in den Geröllmassen überdauern lassen, dunkel, verfärbt und hart gemacht. Als Relikt unserer Urzeit finden wir dieses „Urholz“ bei Baggerarbeiten im Kies.

Die Universität Stuttgart-Hohenheim beschäftigt sich seit Jahren mit der Erforschung der Eiszeithölzer. Die in unserer region gefundenen Eichen sind zwischen 4000 und etwa 8000 Jahre alt. Die Alterbestimmung erfolgt in einem Messverfahren (Abgleich der Jahresringe) = Dendrochronologie.

Die erste Begegnung mit dem mystischen, schwarzen Urstoff Mooreiche ist für mich ein Treffen der besonderen Art. Es werden Gedanken und Phantasien freigesetzt, ein Dialog beginnt. Es ist nicht der Stolz des Besitzergreifens, es ist die Erfurcht vor der Geschichte unserer Erde. Erst später beginnt das handeln des Künstlers, das Spiel mit der gefundenen Form.

Die Mooreichen bezeichnet Büntig als „Wachstumskräfte der Natur. Mooreiche bedeutet für mich Ursprung und Zeit, Fund und Form. Sie ist einfach mystisch.“ Das mehrere tausend Jahre alte, sehr harte Material bestimme sein Handeln. Was heißt: Wenn Günter Büntig sich mit seinen Werkzeugen – egal ob Beil, Stemmeisen oder Stichsäge – an die Arbeit macht, weiß er noch nicht, was am Ende dabei herauskommt. „Ich arbeite mich an die Form ran, das entsteht im Laufe der Zeit.“

Seit Jahren bin ich Mitglied in verschiedenen Kunstvereinen und in deren Jahresausstellungen laufend vertreten. Einige große Einzelausstellungen. Arbeiten von mir sind im Besitz öffentlicher Sammlungen, aber auch in Privathäusern und Galerien:

Aktuell die Ausstellung „Arbeiten in Mooreiche“ von Günter Büntig aus Neu-Ulm im „Naturschutzzentrum Wurzacher Ried“ vom 22.2.-25.5.2014 im Rosengarten 1 in 88410 Bad Wurzach. Tel.07564-302190 Bildquelle:kein externes Copyright

Günter Büntig

1932 in Breslau geboren. In den 70er Jahren Aquarellkurse bei Wilhelm Luib. 1994 Workshop für Skulpturen in Holz in Finnland. Nach Ende des aktiven Berufslebens als Holzkaufmann entstanden erste Arbeiten und Figuren aus Holz. Seit 1995 Beschäftigung mit dem ausdrucksstarken Werkstoff Mooreiche. Erste Großausstellung 1998 im Landratsamt Neu-Ulm.

Mitglied der Künstergilde Ulm und des Kunstvereins Senden. Zahlreiche Einzelausstellungen und Teilnahme an jurierten Ausstellungen

Gerade das Mystische dieses Materials ist die Herausforderung für meine Arbeit. Die gefundene Form steht als Ausgangspunkt meiner Bearbeitung zum Objekt. Kunst im wahrsten Sinnes des Wortes begreifen und entdecken. (Günter Büntig)

Günter Büntig
Günter Büntig
Kellergasse 22
89231 Neu-Ulm
0731-711307
t595sp@gmail.com
http://xn--kunst-bntig-mooreiche-fic.de/

Mittwoch, 26. März 2014 von