1. Außergewöhnlicher Projektmanagement-Tag MRN Rhein Neckar war ein voller Erfolg

„Die andere Logik des Projekterfolges“ war das Thema der Veranstaltung der GPM, Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V., die am 19. Februar 2014 in der Hochschule Mannheim stattfand.

1. Außergewöhnlicher Projektmanagement-Tag MRN Rhein Neckar war ein voller Erfolg

GPM – Mannheim – Ludwigshafen

Projekte schaffen Wettbewerbsfähigkeit – getreu dem Motto veranstaltete die Ludwigshafen/Mannheim-Gruppe der GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. ihre große, repräsentative Veranstaltung für Projektleiter und -mitarbeiter neben den regulären Treffen, um Projektarbeit einmal anders zu beleuchten.

Die Teilnehmer wurden zunächst von den Organisatoren und Referenten Dr. Dagmar Börsch, Michael Boxheimer, Birgitta Gregor, Dr. Frank Kühn und Dr. Klaus Wagenhals begrüßt und sogleich mit Business-Theater überrascht, um auf die Workshops einzustimmen.

Die Themen der Workshops waren vielfältig

Workshop: Einladung zum Perspektivwechsel und zur Projektsabotage – Dr. Dagmar Börsch

In Projekten ist es wichtig, die Schlüsselakteure zu identifizieren und Interessensgruppen mit ihren „Aktien“ einzuschätzen – kurz, das Projektsystem als Ganzes mit allen Beziehungsnetzen zu verstehen. Diese Interessensgruppen oder sogenannten Stakeholder sind der Schlüssel zum Projekterfolg oder auch Misserfolg. Hier gilt es, eine zielgruppenorientierte Kommunikation und ein Management aufzubauen und während des Projektes kontinuierlich durchzuführen. Nicht „gemanagte“ Stakeholder werden schnell (meist unbewusst) zu Projektsaboteuren. In diesem Workshop wurden kreativ Sabotagemöglichkeiten im Perspektivwechsel in Projekten entdeckt und im erneuten Perspektivwechsel effektive Gegenmaßnahmen entwickelt.

Die Moderatorin Dr. Dagmar Börsch ist seit fast 20 Jahren erfolgreiche Projektmanagementberaterin und Geschäftsführerin der Project Solutions GmbH. Mit Ihrem Team von über 30 zertifizierten Projektmanagement-Fachleuten und einem weitreichenden Netzwerk an Experten berät sie Unternehmen bei der Einrichtung von sogenannten PMOs (Project Management Offices) und betreibt im Kundenauftrag PMOs, inbesondere in den Branchen Pharma, Chemie, IT und Medizintechnik. Weitere Informationen unter www.projectsolutions.de .

Ein weiteres Workshop-Thema war „Gut führen trotz Hektik und Unsicherheit. Umgang mit Komplexität und Dynamik, Projekt und System.“ – moderiert von Birgitta Gregor

„Gut führen in Projekten“ – Was heißt das eigentlich? Die zunehmende Komplexität der Projekte und ihres Umfeldes, Dynamik der Veränderungen, den Druck zu immer schnellerem Entscheiden spüren alle Führungskräfte. Gleichzeitig wächst ein neues Bewusstsein für Balance, für Werte, die sich nicht ohne weiteres mit Hektik und Unsicherheit im Arbeitsleben verbinden lassen.
Es wurden Führungskräfte gefragt, wann ihnen ihre Arbeit Spaß macht und wann sie merken, dass die „Geführten“ mitziehen. Aus den Erkenntnissen sind die folgenden 5 Thesen oder Prinzipien für erfolgreiches Führen entstanden:

– Sinn vor Ziel
– den Sinn und beabsichtigte Wirkung des Projektes verstehen, damit die Teams ihre Kompetenzen zielgerichtet einsetzen können

– Mut vor Absichern
– Beginnen und schnell Resultate schaffen statt immer mehr absichern und abwarten

– Termin vor Vollständigkeit
– Termine und Prioritäten einhalten und konsequent liefern, dafür mit Team und Auftraggeber abschätzen, was in einem Zeitfenster machbar ist

– Gespür vor Fakten
– Wahrnehmung schärfen für die eigene Intuition und die der anderen, nicht nur den Fakten folgen

– Kommunikation vor Transparenz
– Statt Pseudo-Transparenz durch eine hohe Datenflut gezielt den gegenseitigen Informationsbedarf klären und bedienen, Dialog und Erfahrung nutzen

Allem voran ist Authentizität in der eigenen Rolle gefordert, Verantwortung übernehmen für das, was man tut. Es braucht Mut, Lücken zu akzeptieren, aber dennoch Entscheidungen zu treffen, oder auch gelegentlich Nein zu sagen. Hohe Priorität kommt den Teams zu. Den Mitgliedern mit Respekt und Vertrauen zu begegnen, ihre jeweiligen Kompetenzen zu erkennen und sie mit konstruktivem Feedback zu begleiten, wurden als wesentliche Elemente der Teamentwicklung genannt. Hier herrscht nach wie vor ein großer Handlungsbedarf.

Die Moderatorin Birgitta Gregor ist Organisationsberaterin mit Ausbildung in Total Quality Management, langjähriger Führungs- und Projektleitungserfahrung in der Industrie, Bereich Human Resources. Sie ist außerdem in der Beratung und dem Training von Führungskräften und Teams mit internationalen Aufgaben, in Projekten und Netzwerken, in Entwicklungs- und Change-Prozessen tätig. Ihre Schwerpunkte sind Kompetenzdiagnostik und Führungskräfteentwicklung. 2011 gründete sie ihre eigene Beratungsfirma People & Performance Consulting und ist Mitgründerin des Think Tank Projektmanagement sowie Autorin zahlreicher Publikationen. Weitere Informationen unter www.peopleperformance.de .

WORKSHOP ORGANISATION unter Leitung von Dr. Frank Kühn, Integrated Consulting Berlin

Projekte leiden unter der Diskrepanz zwischen institutionalisierten Vorgehens- und Organisationsmodellen und erlebter Praxis. Insbesondere Veränderungsprojekte sind zum größten Teil durch Emotion und Politik und nur zum geringeren Teil durch Rationalität bestimmt. Dementsprechend sollte Projektorganisation sich weniger auf ein Projektorganigramm beziehen, in dem wichtige Personen ihre Positionen beziehen, sondern darauf, die Arena für Emotion, Politik und Sachverstand zu managen. Eine Abfolge von Ereignissen und Erlebnissen zu organisieren, zur richtigen Zeit die richtigen Akteure einzubeziehen, ein lebendiges Zusammenspiel so zu gestalten, dass ein Ergebnis mit Qualität und Akzeptanz entsteht. Die Teilnehmer der Mini-Workshops erzählten davon, was den Erfolg in gut aufgestellten Projekten ausmacht, und konstatierten: Das Wort Organisation kam in ihren Geschichten gar nicht vor! Vielmehr ging es um die wirkliche und gemeinsame Verständigung über Sinn und Ziele des Projekts, das Verstehen und die Entwicklung der Beziehungen im Projekt, den Respekt und die Wertschätzung für Menschen (statt „Ressourcen“), das persönliche Kennenlernen im Projektteam (auch wenn es weltweit verteilt ist), gute Zusammenarbeit, Erfolgserlebnisse in kleinen Teams, räumliche Nähe, Gestaltung von Dialogen und Workshops, in denen letztendlich die Bewegung für ein gutes Projekt entsteht.

Der Moderator Dr. Frank Kühn hat sich als Arbeitswissenschaftler, in führenden Funktionen in der Forschung, Industrie und Beratung einen Namen gemacht. Er ist Mitgründer der Integrated Consulting Group Deutschland, Partner in der europäischen Gruppe. Seit über 20 Jahren arbeitet er mit Führungskräften und Teams zusammen, die zukunftsorientierte, flexible Organisationen, wirksame Managementprozesse und schnelles Projektmanagement realisieren wollen. Zudem ist er Experte im Coaching von Strategie- und Veränderungsprojekten, hat einen Lehrauftrag für Projektmanagement sowie zahlreiche Publikationen veröffentlicht.

„Die Krux mit der Planerei – oder: den best way gibt’s nicht“
Im Mini-Workshop unter Leitung von Dr. Klaus Wagenhals von metisleadership (ThinkTank PM) beschäftigte man sich mit folgenden Themen:

1.Sich verändernde Ziele können ohne Probleme berücksichtigt werden, weil sich das Projektteam ständig nahe am Kunden. Dies setzt voraus, dass es im Laufe des Projekts immer wieder Auftragsklärungs-Gespräche gibt, in denen der Kunde bereits auf Teil-Lösungen Zugriff hat: der Prozess ist bereits die Veränderung bzw. das Produkt entsteht in seinen Teilen viel schneller als bisher.

2.Das Planen selbst muss sich verändern: Viel stärker als bisher ausgehend von der Problemsicht des Kunden, vom „Begreifen“ seiner Situation, von den Risiken, die überwunden bzw. eingegangen werden müssen und unter Berücksichtigung der Eigendynamik der beteiligten Systeme sowie mit vielen Erprobungs- und Rückkopplungs-Schleifen. Das Strukturschaubild bleibt ein wesentliches Planungs-Instrument, weil es bei der Abfolge der Bearbeitungsschritte klären hilft.

3.Damit einher geht ein professioneller Umgang mit Unsicherheiten, Unklarheiten, vielen Wegen/Möglichkeiten usw. Hier ist qualifizierte Führung gefragt: Leitlinien fixieren, Stärke vermitteln in der Erprobung, in der Fehler-Toleranz, in der gemeinsamen Ausrichtung der Team-Arbeit.

4.Im laufenden Projekt werden die nächsten Schritte immer wieder neu justiert: Alternativen schaffen, Erproben, Entscheiden und dann wieder Eingreifen. Dabei muss viel stärker die Eigendynamik von Systemen berücksichtigt werden mit Forecast, Reflexion von Risiken usw.

In der Diskussion ging es um Orientierung, die nötig ist und vom Projektleiter gegeben werden sollte, um Lernen im Prozess und das Gewähren von Freiräumen.

Dr. Klaus Wagenhals: geb 1953, ist Industriesoziologe und Organisationspsychologe, hat in vielen Projekten in unterschiedlichen Rollen gearbeitet, war Geschäftsführer einer mittelständischen Beratungsfirma und ist seit 1998 freier Berater in den Bereichen Changeprozesse, Optimierung von Projekten und Projektmanagement-Systemen sowie Entwicklung von Führungskräften vorwiegend im mittleren Management. 2007 gründete er zusammen mit KollegInnen ein Netzwerk mit Namen metisleadership, in dem zusammen mit ICG u.a. ein ThinkTank zur Weiterentwicklung des Projektmanagements unterhalten wird. Weitere Informationen unter kw@metisleadership.com .

Dr. Dagmar Börsch und Michael Boxheimer über die Veranstaltung: „Wir sind wirklich überwältigt von der Resonanz auf dieser Veranstaltung und freuen uns, dass über 50 Teilnehmer deutschlandweit gekommen sind. Hier mischen sich die unterschiedlichsten Branchen und Teams, was das Arbeiten in den Workshops sehr interessant gemacht hat. Es ist immer wichtig, neue Impulse zu setzen und über den Tellerrand hinauszublicken. Wir möchten uns an dieser Stelle insbesondere bei der Hochschule Mannheim bedanken, die uns die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt hat.“

Die GPM ist seit über 30 Jahren etabliert als der deutsche, neutrale Fachverband für Projektmanagement. Der Verband umfasst 6.400 Mitglieder in 37 Regionen Deutschlands, ist maßgebliches Mitglied des IPMA, international anerkannt und tauscht sich in über 20 Fachgruppen übergreifend zum Thema Projektmanagement aus. Zur Aufgabe des gemeinnützigen, einflussreichen Vereins gehört die Förderung und Weiterentwicklung des Projektmanagements in deutschen Unternehmen.

Weitere Informationen zu den Regionalveranstaltungen Rhein-Neckar gibt es bei:
GPM Region Mannheim / Ludwigshafen
Dr. Dagmar Börsch
Michael Boxheimer
Telefon: +49 621 570 58-0
E-Mail: mannheim@gpm-ipma.de

Bildrechte: GPM – Mannheim – Ludwigshafen Bildquelle:GPM – Mannheim – Ludwigshafen

Die GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement ist mit über 6.400 Mitgliedern das größte Kompetenznetzwerk von Projektmanagement-Experten auf dem Europäischen Kontinent. Über den Dachverband IPMA (International Project Management Association) ist die GPM weltweit vernetzt.

Als gemeinnütziger Verein für alle Fragen des Projektmanagements bietet die GPM seit über 30 Jahren umfangreiche Serviceleistungen für Mitglieder, Unternehmen, Ausbildungseinrichtungen, Politik und Verbände.

GPM Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. Regionalgruppe Mannheim/Ludwigshafen
Dr. Dagmar Börsch
c/o Project Solutions GmbH, Donnersbergweg 2
67059 Ludwigshafen
+49 621 570 58-0
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Christiane Haase
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Freitag, 28. März 2014 von